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AUFGEFALLEN


 

11.04.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

„Gendergerechte Sprache ist eine der dümmsten Ideen“

Der Philosoph Richard David Precht kritisiert in seinem aktuellen Buch „Verschwörungstheoretiker und Querdenker“. Er geht aber auch hart mit denen ins Gericht, die mit vermeintlich geschlechtergerechter Sprache die Gesellschaft gängeln. „Sprache ist kulturelle Heimat für Menschen, Sprache lebt durch Tradition. Die Tatsache, dass ich jetzt Mitbürger*innen oder Nationalsozialist*innen sage, macht aus mir keinen besseren Menschen und schafft auch nicht die geringste Form von Gleichberechtigung“, so Precht. Es sei selbstverständlich, Frauen gleichberechtigt zu behandeln, aber mit dem Gendern habe man aufs falsche Pferd gesetzt: „Weil die Linke nicht mehr daran glaubt, dass man die Welt besser machen kann, versucht sie, die Sprache besser zu machen.“

Bei Markus Lanz hatte Precht bereits den grundlegenden Fehler des Genderns beschrieben: „Der Sprachgebrauch entscheidet über die Sprache, der Sprechakt entscheidet über die Semantik, also über die Bedeutung, und nicht allein die Wortebene. Sich auf der Wortebene zu verkämpfen, macht unglaublich viele unnötige Schlachtfelder auf.“ Am Ende komme es auf Eigenverantwortlichkeit an, denn „je mehr von außen mir verboten wird, … umso größer ist natürlich die Trotzreaktion… ‚Ich lass mir das nicht verbieten, jetzt reicht‘s mir aber!‘“ (welt.de [Bezahlschranke], facebook.com/ZDFheute)

 


04.04.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Rechtschreibrat lehnt Gendersprache ab

Der Rechtschreibrat hat die Aufnahme der vermeintlich geschlechtergerechten Sprache in die amtlichen Rechtschreibregeln abgelehnt. Gendersternchen, Gendergap und andere Konstruktionen beeinträchtigten die Verständlichkeit und Lesbarkeit, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Gendern dürfe nicht das Erlernen der geschriebenen Sprache behindern. „Vielmehr müsse auch auf Erwachsene mit geringer Literalität Rücksicht genommen werden, die einen Anteil von mehr als zwölf Prozent ausmachten: Sie seien nicht in der Lage, auch nur einfache Texte zu lesen und zu schreiben“, so die Zeitung Die Presse. Die Freiheit der Wissenschaft und der Lehre sei unter diesem Aspekt ebenfalls mit Skepsis zu sehen. Viele Universitäten nutzen vermeintlich geschlechtergerechte Sprache und benoten ungegenderte Arbeiten schlechter – ob das rechtens ist, sei zweifelhaft. Anderen Menschen sensibel entgegenzutreten sei zwar wichtig, „dies sei allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen in der Rechtschreibung gelöst werden könne“, so der Rechtschreibrat. (diepresse.com, rechtschreibrat.com, rechtschreibrat.com)


BAP-Sänger Wolfgang Niedecken: „Gendersternchen nerven mich“

Der Sänger der Kölschrockband BAP, Wolfgang Niedecken, ist genervt von Gendersprache. „Ich würde niemals ein Gendersternchen irgendwo schreiben. Käme mir albern vor“, sagte er der Rheinischen Post. Es gebe dringendere Probleme, die angegangen werden müssten, so Niedecken, zum Beispiel die Corona-Krise oder der Umweltschutz. (rnd.de)


28.03.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Öffentlich-Rechtlich: Ja, aber ohne Gendersprache

Jana Schimke, Bundestagsabgeordnete der CDU und stellvertretende Bundesvorsitzende der Mittelstandsvereinigung (MIT) kritisiert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Anlass sind zunehmende Beschwerden aus der Bevölkerung an der Gendersprache, die immer häufiger in Moderationen und Beiträgen verwendet wird: „Wir wollen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Aber ohne Doppelstrukturen, Gendersprache und tendenziöse Berichterstattung. Dafür mit mehr Bildung, Kultur und Information. Dann klappt’s auch mit dem Vertrauen und entlastet den Beitragszahler“, sagt Schimke. (the-germanz.de)


Da brat mir doch einer ’nen Storch!

Die umstrittene Tierrechtsorganisation PETA kritisiert Redewendungen, in denen Tiere vorkommen. Viele von ihnen würden Gewalt an Tieren verherrlichen. „Mit dir hab ich noch ein Hühnchen zu rupfen“ oder „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ seien Ausdrücke, die zu einem System der Tierausbeutung gehören, das es zu beenden gelte. Stattdessen schägt Peta vegane Alternativen vor, beispielsweise „zwei Erbsen auf eine Gabel laden“. Auch „die Katze aus dem Sack lassen“ gehöre abgeschafft: „Sofort spinnt sich in unserem Kopf das Bild einer wehrlosen Katze in einem Sack. Wo solche Phrasen in unserem Alltag gedankenlos verwendet werden, normalisieren sich Formen der Tierquälerei.” Im Netz erntet dieser Vorstoß vornehmlich Spott. (nordkurier.de)

 

Kommentar von SRK-Mitglied Rudolf Erler:

Ich habe Erbsen lieber als Fliegen. Man solle sie nicht mit einer gefährlich spitzen Gabel greifen und dann auch noch zermalmen. Es muss auch aufhören, Bäume zu schlagen, Fußbälle zu treten, Kohle zu vergasen, Lanzen zu brechen, Zeit totzuschlagen, Wäsche aufzuhängen, ...

 


22.03.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Junge Frau gegen Gendern – Twitter bekommt Schnappatmung

Eine junge Frau im Volontariat beim Bayrischen Rundfunk, setzt im Mittagsmagazin, also zur besten Sendezeit, einen 84-Sekunden-Kommentar, in dem sie das Gendern ablehnt, wohlgemerkt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo mittlerweile durchgängig gegendert wird. Daraufhin hat sich die Social-Media-Welt überschlagen. Auch der VDS teilte auf Twitter den Kommentar von Julia Ruhs, eben weil er so pointiert war. Wir staunen über die geballte Verbalgewalt, mit der die Pro-Gender-Fraktion über sie herfällt. Sie könne das Gendern nicht beurteilen, oder die Tragweite ihres Kommentars erfassen. Sie sei nur vorgeschoben worden, damit ein junges Gesicht sich gegen das Gendern positioniert. Ihrer Redaktion wurde Unachtsamkeit vorgeworfen. Sie selbst war überrascht von den Reaktionen, steht aber klar zu ihrer Meinung: „Viele junge Frauen sind gegen das Gendern“, sagt sie in einem Interview mit dem Branchendienst Meedia. Das Gendern sei keine natürliche, sondern eine verkrampfte Entwicklung der Sprache. Die fehlende Gleichberechtigung liege an der Wirklichkeit, nicht an der Sprache. Sie bleibt dabei, das Thema verlange danach, von einer jungen Journalistin kommentiert zu werden, denn jedem älteren, vor allem männlichen Kollegen würde sofort das Recht abgesprochen, dass er sich zu dem Thema überhaupt äußern darf – weil er zu alt, oder als Mann nicht betroffen ist. (meedia.de, twitter.com)


 

Nele Pollatschek (Das Unglück anderer Leute, 2016) dreht den Spieß um:

13.03.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Nele Pollatschek plädiert für geschlechtslose Sprache

Sie selbst bezeichnet sich als „Schriftsteller“ und möchte in der Öffentlichkeit auch so vorgestellt werden: Nele Pollatschek. In Gesprächsrunden über geschlechtergerechte Sprache ist sie des Öfteren zu Gast und spricht sich gegen das Gendern aus. So auch vergangene Woche in der Sendung von Sandra Maischberger. Allein die Vorstellung Pollatscheks als „Schriftsteller“ sorgte für Nachfragen. Welches Geschlecht sie habe, erklärte Pollatschek, gehe „in der Öffentlichkeit niemanden etwas an“. Natürlich habe sie eine geschlechtliche Identität, nur sei diese im Zusammenhang mit ihrer Funktion als Gast in der Sendung nicht relevant. „Ich habe natürlich ganz viele Aspekte, wie jeder Mensch, und dann frage ich mich: Warum ist das einzige, was wir hier sichtbar machen wollen, das Geschlecht?“

Pollatschek hält die ständige Kennzeichnung des Geschlechts für unnötig, aber auch für unpraktisch, weil dadurch Unterkategorisierungen entstünden: „Wenn jemand zu einem Menschen sagt, der Brote backt: ‚Sie sind der beste Bäcker‘, dann ist das eine ganz andere Aussage als ‚Sie sind die beste Bäckerin‘.“ (prisma.de)

 


In der Gender-Debatte sind in der Bevölkerung einfach keine Fürsprecher zu finden!

Die Sächsische Zeitung hat am 13. März 2021 auf der wöchentlichen Leserbriefseite extra eine Rubrik "Sprache" eingerichtet. Wiederum sind alle Beiträge von genervten Lesern, wie schon in den vergangenen Wochen. Die Zeitung hätte gewiss auch einen von Befürwortern abgedruckt, wenn es denn einen gegeben hätte.
Hier Zitate aus den Briefen:
Genderdebatte ist ein Scheingefecht, um sich nicht um die wahren Probleme der fehlenden Gleichberechtigung kümmern zu müssen. / Mit mehr -innen-Endungen zu mehr Wählerinnen? / Gleichberechtigung über Formalismen durchzusetzen, halte ich für falsch. / Wortschöpfungen ... wie „Gäst*innen“ oder „Vorständin“ halte ich für den Gipfel der Verstümmelung. / ... die „Genderer“ sind überfordert. Viele von ihnen kennen z. B. nicht den Sinn eines Partizips: Wenn ein Student spazieren geht, dann ist er in dem Moment eben kein Studierender, aber trotzdem ein Student.
Rudolf Erler, Mitglied des SRK

 


Sächsische Zeitung, 11. März 2021

Trotz der Kritik der Parteispitze will Wolfgang Thierse in der SPD bleiben. In der Identitätsdebatte hat er viele Unterstützer.

Berlin. In der Debatte über den Umgang mit Minderheiten und um gendersensible Sprache hat Wolfgang Thierse seine weitere Mitgliedschaft in der SPD angekündigt. Der ehemalige Bundestagspräsident mahnte seine Partei zugleich, keine Parteimitglieder zu verprellen, „die das Gendersternchen nicht mitsprechen wollen und können“, wie er dem Zeit Magazin (Donnerstag) sagte.

In der vergangenen Woche … bat der frühere DDR-Bürgerrechtler darum, ihm öffentlich mitzuteilen, ob sein „Bleiben in der gemeinsamen Partei weiterhin wünschenswert oder eher schädlich“ sei.
Hintergrund war eine Auseinandersetzung über Veröffentlichungen Thierses. Er hatte darin „linke Identitätspolitik“ kritisiert. Damit war gemeint, dass politisch linksstehende Menschen gesellschaftliche Diskussionen erschweren würden. Thierse kritisierte, dass zum Beispiel ein Sprachgebrauch quasi mit Verboten belegt werde, der als diskriminierend gegenüber gesellschaftlichen Gruppen gilt.
….
Mehrere teils prominente SPD-Vertreterinnen und -Vertreter solidarisierten sich mit Thierse. Im Zeit Magazin sagte er nun: „Ich bin mittlerweile zum Symbol geworden für viele normale Menschen, die ihre Lebensrealität nicht mehr gespiegelt sehen in der SPD, die unsicher sind, was sie noch sagen dürfen und wie sie es sagen dürfen.“ Die SPD habe bereits „große Teile der Arbeiterschaft“ verloren. „Wollen wir jetzt auch noch alle die ausschließen und verlieren, die das Gendersternchen nicht mitsprechen wollen und können?“ Das Gendersternchen („Kolleg*innen“) dient dazu, in Personenbezeichnungen männliche, weibliche und auch weitere Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzubeziehen. (dpa)

 

In der gleichen Ausgabe auf Seite 9 macht sich auch SZ-Reporterin Karin Grossmann unter dem Titel "Beim Gendern platzt vielen der Kragen" Gedanken um das Für und Wider.

 


06.03.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Bundestag erlaubt Gendersprache

… Der VDS hat sich in einem offenen Brief (u. A.) an den Bundestagspräsidenten… gewandt und ihn auch zur Kenntnisnahme an die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet. Darin macht der VDS deutlich, dass auch Volksvertreter sich an die Regeln der amtlichen Rechtschreibung halten sollten, da allein diese verbindliche Strukturen vorweisen. Die Abgeordneten vertreten die Sprachgemeinschaft , diese lehnt das Gendern aber mehrheitlich ab, daran sollten sich auch die Volksvertreter orientieren. Geschlechtergerechtigkeit werde vom VDS umfänglich unterstützt, das Gendern der Sprache diene der Gerechtigkeit jedoch nicht – vielmehr käme das Kulturgut zu Schaden, das uns allen eine Kommunikation auf Augenhöhe überhaupt erst ermöglicht. (vds-ev.de, checkpoint.tagesspiegel.de)

 

Audi setzt auf gendergerechte Sprache

…. Der Geschäftsführer des Vereins Deutsche Sprache e. V., Holger Klatte, bezieht Stellung und hat Verständnis dafür, dass sich Audi-Fahrer nun bevormundet fühlen und verärgert reagieren. Ihm zufolge sollten große Unternehmen wie Audi in einer Sprache sprechen, die verstanden werde. „Wenn ich ganz allgemein von Autofahrern oder Autokäufern spreche, ist die geschlechtliche Identität der Person vollkommen irrelevant. Dass hier nur Männer gemeint seien, die Auto fahren, ist absurd. […] Dem Bemühen um Respekt oder dem Einsatz gegen Diskriminierung hilft ein solcher Unterstrich sicherlich nicht weiter“, so Klatte. (spiegel.de, bild.de)

 

27.02.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Gendern: Warum trennt man uns denn nur?

Die Zeitungs- und Schulbuchredakteurin Rieke Hümpel stellt in einem Gastbeitrag in der Welt die praktische Seite des Gendergedankens dar und erklärt, warum er im Alltag nicht praktikabel sei. Statt zu einen, breche die sprachliche Trennung auch das Bild im Kopf entzwei: „Wenn ich an Schlittschuhläufer auf einem See denke, so stelle ich mir Frauen, Männer und Kinder in Winterkleidung vor, die über das Eis gleiten, auf den Popo fallen usw. Wenn künftig von Schlittschuhläufern und Schlittschuhläuferinnen die Rede ist, sehe ich keine Menschengruppe mehr. Die Kinder fehlen. Die Diversen übrigens auch. Ich sehe eine Gruppe von männlichen und eine Gruppe von weiblichen Schlittschuhläufern. Ich muss bei den Frauen stehen und die Männer sind woanders – ja, plötzlich geht es gar nicht mehr um den Winter!“ Kernaussagen gingen verloren, so Hümpel, statt von echten Menschen wie Lehrern sei man nur noch umgeben von Kräften: Lehrkräfte, Fachkräfte etc. – „Gender-Sprache fördert auch noch die zunehmende Egozentrik in unserer Gesellschaft, in der sich ja beinahe jeder mittlerweile als ein Opfer sieht, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt gehört.“ (welt.de)

 

Gendern ist übergriffig und anmaßend

Hubert Zöller, ehemaliger Redakteur der Saale-Zeitung, spricht sich in einem Kommentar im Onlineportal infranken.de deutlich gegen Doppelpunkte, Sternchen und andere Zeichenkonstruktionen aus. Sie erschweren die Verständigung, so Zöllner, und sind teilweise inhaltlich falsch. Ursache sei, dass viele Gender-Verfechter das biologische Geschlecht (Sexus) und das grammatikalische (Genus) durcheinanderwerfen. „Wer gendert, rückt das biologische Geschlecht auch überall dort in den Vordergrund, wo es keine Rolle spielt. Das ist schlicht Sexismus, also das, was die Verfechter des Genderns eigentlich zu bekämpfen vorgeben. Gesellschaftliche Verhältnisse ändern sich nicht durch sprachliche Verrenkungen, und Journalisten sollten nicht missionieren, sondern die gesellschaftliche Wirklichkeit beschreiben.“

Gegen den Missionsgedanken sträubt sich auch der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Er sei kein Anhänger von Verboten, sagt er im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Wenn an Universitäten vorgeschrieben werde, dass Arbeiten nur in gendersensibler Sprache abgegeben werden dürften, dann werde den Menschen verwehrt, sich nach eigenem Belieben auszudrücken. „Die Unsicherheit, dass man nicht mehr weiß, wie man jemanden ansprechen soll, angesichts der Vielfalt von Geschlechtern, führt jedenfalls nicht zu einer Erleichterung von Kommunikation“, so Thierse. Überdies gebe es in vielen Städten Verwaltungsanordnungen, wie die Sprache zu sein habe. Wer sich dem nicht beuge, müsse mit Konsequenzen rechnen. Thierse plädiert für weniger Verbote, dafür aber für mehr gesellschaftlichen Diskurs. (infranken.de, deutschlandfunk.de)


 

20.02.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Mehr Anglizismen hinterfragen

Ein weiterer Aspekt, auf den der Verein Deutsche Sprache im Zuge des Internationalen Tags der Muttersprache aufmerksam macht, ist die Nutzung von Anglizismen. Aus Sicht des VDS soll Deutsch als Sprache wieder mehr geschätzt werden. Anglizismen, für die es bessere und prägnantere Wörter im Deutschen gibt, sollten häufiger hinterfragt werden. Nicht jeder wisse, was „Sale“ bedeute, und statt „Member“ könne jemand auch einfach als „Mitglied“ bezeichnet werden, so Prof. Walter Krämer. „Das Deutsche bietet mannigfaltige Möglichkeiten, sich auszudrücken – man muss sie nur ergreifen und sich nicht von der Werbung einlullen lassen.“ (vds-ev.de)

 


 

Grünwald zelebriert die Verdenglischsierung

Video

 


 

30.01.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Das Recht auf Unsichtbarkeit

Bekanntlich soll im Online-Duden dass generische Maskulinum abgeschafft werden. Zur Zeit werden 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen überarbeitet. Zum Beispiel können Bäcker nur noch Männer sein. Die Sorge, der Duden könnte damit das generische Maskulinum abschaffen, sei unbegründet, schreibt die Autorin Nele Pollatschek in einem Gastbeitrag in der Südd. Zeitung. „Der Duden kann das generische Maskulinum so wenig abschaffen, wie ein Hersteller von Landkarten Berlin abschaffen kann oder ein Taschenrechner Nachkommastellen“, so Pollatschek. ...

„Manche Menschen möchten im Berufsleben einfach Menschen sein, die einen Beruf ausüben, ohne dass ihr Geschlecht markiert wird.“ Eine Abschaffung oder Nicht-Sichtbarmachung des generischen Maskulinums verenge den Raum der geschlechtlichen Unsichtbarkeit.

 

Missverständliche Fragen? (Das generische Maskulinum hat auch seine Tücken)

Bei der Quizsendung Wer wird Millionär? scheiterte ein Kandidat an der 750.000-Euro-Frage und musste sich daraufhin mit 1.000 Euro zufriedengeben. „In welcher Sportart konnten deutsche Athleten bei Olympischen Spielen bisher am häufigsten Gold für ihr Land gewinnen?“ lautete die Frage. Nach dem 50:50-Joker standen noch folgende Antworten zur Wahl: Leichtathletik oder Rudern. Der Kandidat entschied sich für Rudern, korrekt wäre Leichtathletik gewesen. Aber Stopp – kommt der erste Einwand: In der Frage sei schließlich nur von männlichen Sportlern die Rede gewesen, und unter diesen liege tatsächlich das Rudern vorn, kommentiert ein Leser der Welt „Bei den Athleten waren es im Rudern 44 und in der Leichtathletik nur 34. Anders sieht es bei den Athletinnen aus, aber danach wurde nicht gefragt.“ Vermutlich mit einem Augenzwinkern fordert er den Kandidaten auf, Er „sollte seinen Gewinn einklagen“. Nicht auszudenken, wie das Gerichtsurteil ausfiele. Hätte der Kandidat Erfolg? Der Duden würde ihm wohl beipflichten, oder müsste er es sogar? (welt.de)

 

23.01.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Linguistik ohne Sprache

Aus einem ganzseitigen Artikels des Potsdamer Sprachwissenschaftlers Peter Eisenberg in der F.A.Z. vom 8. Januar:

„Der Duden bildet sich offenbar ein, er könne auf diese Weise den allgemeinen Sprachgebrauch manipulieren, um dann festzustellen, der Gebrauch habe sich verändert und er folge ihm. ... Denn wo bleibt eine Disziplin, die ihren Gegenstand erst einmal politisch zurichtet, statt ihn zu bearbeiten, wie er ist“ ...

Das Gendersternchen habe keine sprachliche Funktion, es vermittle ausschließlich die Einstellung seiner Anhänger, „das Einfordern einer Unterwerfungsgeste“. ... 

„Wer überhaupt sprachliche Fakten anerkennt, gelangt zu dem Schluss, dass die Verwendung von Stern und vergleichbaren Zeichen ... zu unterbleiben hat.“ ...

„Richtig ist, dass die Etablierung eines generischen Maskulinums im Deutschen historisch mit der gesellschaftlich absolut dominanten Rolle des Mannes begründet ist. Die kann und sollte man ändern, aber nicht gegen die Sprache, sondern mit ihr. Allein sprachliche Aufmerksamkeit wäre (nur) die halbe Miete. ...

 

Duden-Aufruf (grandios unterstützt)

Mehr als 10.000 Unterschriften in nur fünf Tagen – mit dieser Resonanz auf den Aufruf gegen den Duden hat selbst der VDS nicht gerechnet. „Besonders freut mich der große Zuspruch aus den Universitäten“, so der VDS-Vorsitzende Prof. Walter Krämer, „Aber auch viele Journalisten, Schriftsteller und Verlagslektoren teilen unsere Sorgen.“ Bemerkenswert sei aber auch die feste Verankerung des Aufrufs in allen anderen Schichten der Bevölkerung: Fürstinnen und Dolmetscherinnen, Küster und Kurienkardinäle, Richter und Staatsanwälte, Architekten, Ingenieure, Ärzte, Krankenpfleger, zahlreiche Diplomaten, überraschend viele Unternehmer, aber auch einfache Bauarbeiter, Handwerker, Polizisten, Soldaten, Lehrer, Schüler haben unterschrieben. Das macht deutlich, dass der Duden mit seinem Vorstoß zur Sexualisierung des Deutschen (Mieter – eine männliche Person, die mietet) keine Basis in der Bevölkerung hat. „Der Duden hat lange als Standardwerk in Sachen Sprache gegolten, jetzt ist er dabei, seinen einstmals guten Ruf zugunsten einer Ideologie ohne Hand und Fuß aufzugeben“, sagt Krämer. Zu dem Online-Wörterbuch des Duden gibt es eine ergiebige Alternative, das Digitale Lexikalische System der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften: DWDS. (vds-ev.de, dwds.de)

 


 

16.01.2021 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

 

Von Köpfen und Köpfinnen

Der SPD-Politiker Norbert Walter-Borjans hat das Sprachgendern einen weiteren Schritt vorangebracht. In einem Beitrag auf Twitter stellte er die neue Chefin der SPD-Jugendorganisation vor: „Die Jusos haben eine neue Köpfin.“ Die Reaktionen unter seinem Beitrag sprechen für sich: „Hab geschaut. Steht auch so in der Dudin“, kommentiert ein Nutzer. Eigentlich müsse es doch „Kopfende“ heißen, wird gewitzelt. Ein weiterer Nutzer schreibt: „Ich drücke die Däuminnen, dass Füßin, Ärmin, Fingerin, Zehin, Däumin, Näckin, Mündin, Ellenbogin, Bäuchin und natürlich die Poin nicht lange gesucht werden müssen.“

 

VDS-Aufruf: Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden

„Die Zeit des generischen Maskulinums […] ist endgültig vorbei“, sagt Bremens Landesbeauftragte Bettina Wilhelm. Der beste Beleg dafür sei der Duden, der seine Online-Ausgabe konsequent gendert. Neuerdings ist ein „Mieter“ nicht mehr „jemand, der etwas gemietet hat“, sondern eine „männliche Person, die etwas gemietet hat“. Analog dazu gibt es einen Eintrag zur „Mieterin“ als „weibliche Person, die etwas gemietet hat“. Im Online-Duden verhält es sich ab sofort mit jeder Personenbezeichnung so. Auch in Österreich, wo das Drängen auf gendergerechte Sprache nicht so stark ist wie hierzulande, gibt es Kritik am Vorgehen des Dudens. Christina Pabst, die dort im Rat für deutsche Rechtschreibung sitzt und Chefredakteurin des Österreichischen Wörterbuchs ist, hält die Aktion der Duden-Redaktion für übereilt. Normalerweise werde zuerst „in der gesprochenen Sprache etwas verändert, und dann schlägt es sich in der geschriebenen nieder. In der Genderdebatte wollen viele den umgekehrten Weg gehen. Das widerspricht aber den Regeln, wie Sprachwandel passiert.“

Derselben Meinung ist der Verein Deutsche Sprache. Der VDS fordert in einem Aufruf die Freunde der deutschen Sprache auf, den Bestrebungen der Dudenreaktion zu einem Umbau der deutschen Sprache entgegenzutreten. Aufgabe des Dudens ist es, Sprache in ihrem gegenwärtigen Zustand zu beschreiben. Indem er Sprache aber nicht mehr nur widerspiegelt, sondern sie aktiv verändert, widerspricht er seiner eigenen Unternehmensstrategie. „Der Duden setzt so seinen Status als Standardwerk aufs Spiel“, so der Vorsitzende des VDS, Prof. Walter Krämer. (vds-ev.de, vds-ev.de, derstandard.at, welt.de)

 

 


 

27.11.2020 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

Unser Deutsch von Horst Haider Munske
 

Lockdown

Nicht nur die Corona-Pandemie versetzt alle Völker in Angst und Schrecken. Ebenso dramatisch sind die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Lockdown. Wird hier der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben? Das Wort Lockdown stammt ursprünglich aus dem Amerikanischen Englisch. Es bezog sich auf die Sperrung des Luftraums, den Einschluss von Strafgefangenen in ihren Zellen oder die Schließung von Schulen. Stets diente dies als Sicherungsmaßnahme. In Deutschland gilt Lockdown als Oberbegriff für die einschneidendsten Beschränkungen des öffentlichen, des beruflichen und des privaten Lebens. Ursprünglich war damit die totale Schließung von Schulen, Kitas und Geschäften, von Hotels, Restaurants und aller Geschäfte, auch die Absperrung von Altersheimen, die Schließung der Theater und ein Stopp aller Sportveranstaltungen gemeint. Mit besserer Kenntnis der Ausbreitungswege des Virus sowie der Auswirkungen eines totalen Lockdown wird dies Wort differenzierter gebraucht. Es folgt jetzt den ergriffenen Maßnahmen, zum Beispiel der Schließung von Hotels und Restaurants und dem Verbot aller geselligen Veranstaltungen, während Schulen und Geschäfte geöffnet bleiben. Zuweilen wird es auch vermengt mit dem Shutdown, der ‚Schließung‘ bestimmter Einrichtungen.

Ist es unangemessen, angesichts der dramatischen Steigerung der Corona-Infektionen über entlehnte Wörter nachzudenken? Ich meine: Dies ist mehr als Philologie. Es geht um die Kommunikation über eine lebensbedrohende Pandemie, es geht darum, mit welchen Worten sich Politiker und Mediziner, Journalisten und Betroffene verständlich machen.

Beide Wörter widersetzen sich einer einfachen Übersetzung. Sie gehören zu den über 200 phrasal verbs, englischen Verben mit angehängter Partikel, die häufig auch als Substantive (phrasal nouns) gebraucht werden. Ihre deutschen Gegenstücke sind Verben mit vorangestellter Präposition – man vergleiche einschecken und to check out, aufpeppen – to pep up. Die Substantive werden meist als Ganzes übernommen wie Makeup oder Knockout. So auch bei Lockdown und Shutdown. Es sind Internationalismen, mit denen in verschiedenen Sprachen über die Bekämpfung der Corona-Pandemie gesprochen wird.

Gleichwohl wächst in der langen Debatte darüber der Wunsch, neben diesen Begriffen einheimische, vertraute Wörter zu benutzen. Die Frage der Akzeptanz vieler Maßnahmen hängt auch daran, wie verständlich und überzeugend sie dargestellt werden. So ist Schließung ein neutrales, Zusperren ein deftiges Wort. Wir kennen es aus Sperrstunde, absperren und einsperren. Ausgangsbeschränkung ist etwas euphemistisch angesichts der Folgen dieser Maßnahmen.

Lockdown und Shutdown sind zu Schlagwörtern geworden. Es sind Fremdwörter, die im Schulenglisch nicht vorkamen. Sie verbergen durch ihre Fremdheit, was sie meinen. Darum hoffen wir, dass all dies, was unser Leben so drastisch einschränkt, bald überflüssig wird und diese Wörter wieder aus unserem Sprachgebrauch verschwinden.
Horst Haider Munske

Der Autor ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vereins Deutsche Sprache e.V. Ergänzungen, Kritik oder Lob können Sie schicken an:

 


 

20.11.2020 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. mit

VDS-Mitglied Sabine Mertens über die Gendersprache

Schadet es der deutschen Sprache, wenn wir gendergerechte Formen verwenden? Diese und weitere Fragen wurden in der jüngsten Folge des Podcasts Yvonne & Berner diskutiert. Unter anderem kam dabei auch Sabine Mertens, die Leiterin der VDS-Arbeitsgruppe Gendersprache, zu Wort. Die permanenten Markierungen des Geschlechts in der Sprache seien nicht zielführend, argumentiert sie. Dadurch gehe unter anderem die Möglichkeit verloren, allgemeingültige Aussagen zu machen. Das generische Maskulinum sei allein schon sinnvoll, weil sich durch seine Verwendung Aussagen treffen lassen, die für jeden Menschen gelten. Sabine Mertens bezeichnet sich selbst als „Berater, Therapeut und Autor“. Für sie stellt dies keine männliche Formulierung dar, sondern die unmarkierte und allgemeine Form, die den Fokus auf die Tätigkeit – statt auf das Geschlecht – legt.

Aber wie könne es gerecht sein, wenn immer die männliche Form verwendet werde und Frauen bloß „mitgemeint“ seien, lautet eine weitere Frage im Podcast. Der Terminus „mitgemeint“ sei schon falsch, sagt Sabine Mertens. Es seien nicht irgendwelche Leute „mitgemeint“, sondern es seien einfach alle gemeint – weil das generische Maskulinum eben die allgemeine Form sei, die jeden einbeziehe. Das Problem sei letztlich, dass hier versucht werde, ein Problem zu bekämpfen, welches gar kein Problem sei: Denn die allgemeine Form sei nicht diskriminierend. Stattdessen werde durch das Gendern die Klarheit in der Sprache verwischt. (audionow.de)

 


 

29.08.2020 Soll das den Rassismus bekämpfen?

Willkommene Unterstützung unseres Beitrags vom 06.07.2020 zum gleichen Thema:

Schaller in SZ 29.08.2020

Wolfgang Schaller

Karl Marx wird abgesetzt und das Zigeunerschnitzel verboten und der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Kriege, Pandemien und Klima bedrohen die Welt, aber die größte Bedrohung ist zurzeit die Mohrenstraße, deren Umbenennung in Berlin als historisches Fanal gegen Rassismus gefeiert wird. Meine Eltern hatten mir Nachkriegskind eine Negerpuppe geschenkt als Zeichen der Völkerverständigung. Auf meinem Kindergeburtstagstisch lag das Buch über die freche Göre Pippi Langstrumpf, die ihren Papa stolz Negerkönig nennt. Und bald entdeckte ich meine Liebe zum Theater bei Franz Moor und dem Mohren von Venedig.
Tut mir leid, es ist irgendwas schiefgelaufen: Ich bin kein Rassist geworden. In Astrid Lindgrens Buch heißt nun der Negerkönig Südseekönig. Und der Negerkuss heißt Schokokuss. Meinetwegen kann er auch Schaumbeutel mit Migrationshintergrund heißen und der österreichische Schokopudding nicht mehr Mohr im Hemd, sondern Farbiger im Schlüpfer.
Die Sprachpolizisten können auch noch Schwarzfahrer umbenennen in Weißmacher. Aber im Schwarzwald sitzt kein Schwarzer, und in der Zigeunersoße sitzen auch keine Sinti und keine Roma. Man möge das Zigeunerschnitzel umbenennen in Nichtsesshaftes Balkanschnitzel. Aber, Freunde der politischen Korrektheit: Es wird davon nicht besser. Denn Wörter sind nicht rassistisch. Menschen sind rassistisch. ...

Vollständigen Beitrag lesen in SZ 29.08.2020

 

 

29.08.2020 Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. zu

Unser Deutsch - Mohr

Ist Mohr ein fremdenfeindliches Wort? Das behaupten eifrige Sprachreiniger und verlangen die Tilgung in den Namen von Apotheken, Straßen, Institutionen und Produkten. Zwei Fragen sind zu beantworten, eine allgemeine und eine spezielle: Hilft die Meidung diskriminierender Wörter, eine tatsächliche Diskriminierung im Alltag zu mindern oder zu beseitigen? Die Debatte um Neger und Rasse (das N-Wort und R-Wort) zeigt: Wo ein Wort an Verbrechen, an Diskriminierung, an Missachtung aus jüngster Vergangenheit erinnert, bedeutet seine Benutzung ein Ja zu diesen Taten. Eine Meidung dieser Wörter ist ein Signal der Ächtung solcher Taten, solcher Haltung. Sie kann soziales und politisches Handeln nicht ersetzen, aber anmahnen.

Die spezielle Antwort ist sprach- und kulturgeschichtlich. Fast 100 Apotheken in Deutschland führen den Mohr im Namen, in Nürnberg seit dem Jahre 1578, in Bayreuth seit 1610, in Erlangen seit 1696. Oft dient ein schwarzer Kopf, zuweilen mit Äskulapstab und Spezereien, als Logo dieser traditionsreichen Apotheken. Warum? Das Wort ist seit dem frühen Mittelalter bezeugt, wohl entlehnt aus griechisch Мαύρος ‚Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien‘, seit dem 16. Jahrhundert in der Bedeutung ‚Mensch mit dunkler Hautfarbe‘ geläufig. Ende des 17. Jahrhunderts wird Mohr zunehmend durch Neger, entlehnt aus französisch nègre, ersetzt. Heute ist es aus dem aktiven Wortschatz verschwunden, lebt nur im historischen Kinderbuch, in der Heraldik, vor allem im Namen von Apotheken, Straßen, Hotels und Gaststätten fort. Einige Mohrenstraßen gehen vermutlich auf den Namen einer Mohrenapotheke zurück, so wie viele Straßen nach Wirtshäusern benannt sind.

Warum aber schmückten sich Apotheken mit einem Mohren im Namen? Es ist die Zeit der Entdeckungen, des aufkommenden Fernhandels, der Wiederentdeckung der Antike, auch orientalischer Medizin und Pharmazie. Mauretanien war damals berühmt als Herkunft neuartiger Arzneimittel wie Gummi arabicum und Ambra, von exotischen Früchten und Gewürzen. Mit dem Abbild des Mohren rühmte sich die Apotheke als Heimstätte morgenländischer Heilkunst. Es ist also völlig abwegig, diese mit kolonialer Ausbeutung späterer Jahrhunderte in Verbindung zu bringen.

Auch Othello, der edle venezianische Feldherr, dem Shakespeare um 1600 ein melodramatisches Denkmal setzte, lässt sich kaum mit der neueren Kolonialgeschichte verknüpfen. Eher schon der Mohr in Friedrich Schillers republikanischen Trauerspiel Fiesco. Viele Fürsten leisteten sich damals einen Mohren in ihrer Dienerschaft, Ausdruck ihrer Weltläufigkeit und ihres Vermögens. Bei Schiller hat die bekannte Sentenz, mit welcher der Mohr im 3. Akt die Bühne verlässt, einen gesellschaftskritischen Anspruch: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan – so zitieren wir heute –, der Mohr kann gehen“. Wollen wir uns diesen leisen Protest nehmen lassen?
Horst Haider Munske

Der Autor ist Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vereins Deutsche Sprache e.V. Ergänzungen, Kritik oder Lob können Sie schicken an:

 

25.07.2020:     Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. zum

Gendern – so angenehm wie das Bohren beim Zahnarzt

Uwe Vorkötter geht mit seinem Kommentar Gendern bis der Zahnarzt kommt bei Horizont hart mit dem Deutschlandfunk in Gericht. Die Empfehlung des Radiosenders, bei Sendungen offensiv zu gendern, zum Beispiel durch die Einfügung von Pausen vor einem -innen oder durch die ständige Nutzung beider Formen (Zuschauerinnen und Zuschauer), stehe dem positiven Hörempfinden entgegen. Die Grammatik sei zu einem Kulturkampf geworden, das generische Maskulinum forciere die Ungleichheit von Mann und Frau. Vorkötter erwartet, dass der Deutschlandfunk seinen Hörern in einer Sprache begegnet, die sie selbst auch sprechen: „Kommunikation auf Ohrenhöhe gewissermaßen.“ (horizont.net)

 

 

18.07.2020:     Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. zum

Genderwahn der Justiz

Rechtstexte in Sachsen

Es ist schon ein paar Jahre her, dass der Jurist Paul Kirchhoff den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache erhielt. In seiner Dankesrede sprach der frühere Verfassungsrichter von einem Auftrag an seinen Berufstand „das Recht möge im Bemühen um Sachlichkeit, Verläßlichkeit, Nachvollziehbarkeit nicht die Allgemeinverständlichkeit verlieren, nicht die werbende Kraft für Rechtsideale einbüßen, das Recht nicht in eine zu große Distanz zum Rechtsvolk bringen‟.

In Sachsen vergreifen sich Juristen aktuell an der Sprache in Gesetzen und Verordnungen. Diese sollen nach dem Willen der Justiz- und Gleichstellungsministerin Katja Meier gendersprachlich umformuliert werden. „Mit einer geschlechtergerechten Sprache wird eine andere Sicht auf die Welt geschaffen, in der Männer eben nicht nur die prototypische Erstbesetzung sind‟, so die Ministerin. Susanne Köhler, Chefin des Deutschen Juristinnenbundes in Sachsen wiederholt die oft gehörte Klage, wo nur die männliche Form verwendet wird sei „das ‘mit gemeint’ doch diskriminierend.“ Oliver Baer vom VDS warnt im MDR davor, die Sprache zu verballhornen, zum Beispiel „was schon in Rechtstexten steht: Radfahrende und Autofahrende. Der Bürger empfindet das als lächerlich und das ist gefährlich. Denn an sich sollte er die Rechtstexte ernst nehmen und nicht darüber schmunzeln.‟ (mdr.de, kulturpreis-deutsche-sprache.de)


 

15.07.2020:            Gendern müsste man können, ...

                                     ... aber man scheitert schon bei der Anrede:

 

Eine schweizer Verwaltung schrieb an die Mitarbeiter:

 

Betreff: WG:  XYZ Versionenwechsel 20.0.3


Liebe Software-User

Lieber Software-Userinnen

 

Der Versionenwechsel im XYZ-System ...

Gendern nachmachen und mit Denglisch angeben ist totale Überforderung. Deshalb seinlassen!

 


11.07.2020:     Info-Brief des Vereins Deutsche Sprache (VDS)

U.a. ein Beispiel für

Denglisch

Verwirrung auf dem Spielfeld

Im Fußball sind Anglizismen keine Seltenheit – Keeper, Referees und Pressing sind dafür nur einige wenige Beispiele. Verantwortlich sind dafür oft Journalisten, manchmal auch die Trainer. Julian Nagelsmann, der die Leipziger Mannschaft trainiert, sprach kürzlich davon, für die kommende Saison einen „Holding Sixer“ sowie einen „Box-To-Box-Player“ verpflichten zu wollen. Gemeint sind damit ein zentral defensiver Mittelfeldmann sowie ein offensiv orientierter Zentrumsspieler. Die englischen Begriffe sind zwar kürzer – aber verständlicher wäre es wohl, wenn man beim Deutschen bliebe. Weitergehend sprach Nagelsmann von „Gaps“ statt Lücken und davon, dass der Verein Vorgaben habe, was das „Financial Fairplay“ angehe.

Weitere Inhalte im Brief siehe hier


 

09.07.2020   dpa-Meldung in der Sächsischen Zeitung (gekürzt):

 

Frauen werden bald in Gesetzen genannt.

Sachsen will seine Rechtssprache künftig geschlechtergerechter formulieren. In Getzen und Rechtsverordnungen soll nicht nur die männliche Version verwendet werden. Die Sprache in unseren Gesetzen sei noch immer von einer Zeit geprägt, in der Frauen und Männer nicht die gleichen Rechte hatten. - Bisher wurden in Sachsen nur das generische Maskulinum verwendet. Prof. Walter Krämer (Vorsitzender des VDS) teilte mit: " Dass ein Justizministerium sich über Regeln der amtlichen Rechtschreibung hinwegsetzt, ist schon ein starkes Stück." Wer die Sprache so entstellen müsse, sei weit von der Lösung echter Geschlechterprobleme entfernt.

 

Dazu die Meinung unseres Klubmitglieds Reingard Böhmer:

 

Bravo, Prof. Krämer! In Zeiten der Pandemie stellt sich nun heraus, dass die Frauen die dreifache Last in der Familie und Gesellschaft zu tragen haben (Schule mit den Kindern, Haushalt, eigener Arbeitsplatz, noch immer niedrige Entlohnung in den noch immer vorwiegenden Frauenberufen). Das alte Rollenspiel der Frau in der Gesellschaft wirkt immer noch bzw. hat wieder Einzug gehalten. Da interessieren die Frauen keine Wortspiele der Justiz, um die notwendige Gleichberechtigung und Akzeptanz in der Sprache von Gesetzen, sondern, wie schaut die Gleichberechtigung wirklich aus. Das ist meine Meinung als Frau, Großmutter und Urgroßmutter.


 

06.07.2020 Soll das den Rassismus bekämpfen?

Mohrenstraße

U-Bahnstation wird umbenannt

Zu diesem und ähnlichen Vorgängen schreibt Diethold Tietz:

Kaum zu glauben, aber wahr: die rotrotgrüne Berliner Sprachpolizei hat die 
Umbenennung der U-Bahnstation "Mohrenstraße" durchgepeitscht!
Die Mohrenstraße selbst wird demnächst wohl auch daran glauben müssen. Da 
kann man womöglich das peinliche russischlastige Versehen korrigieren. Wie 
wäre es mit "Donald-Trump-street"?

Lesen Sie dazu auch im Infobrief des VDS vom 11.07.2020


 

02.07.2020:      Gender-Nonsens

 

Diethold Tietz macht sich "ernsthaft" Sorgen:

 

Es ist kaum zu fassen: Noch immer sind auf deutschen Straßen ausschließlich Notarztwagen mit männlicher Beschriftung unterwegs. Ganz zu schweigen von der Kennzeichnung auf der Dienstkleidung des ärzlichen Personals. Wird es nicht höchste Zeit, diesen unhaltbaren Zustand zu verändern? Müssten nicht endlich die Fahrzeuge den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden? Die Flotte der Notarztfahrzeuge sollte je nach aktueller Besatzung um die Geschlechter weiblich und divers erweitert werden. Der notwendige Zusatzbedarf an Fahrzeugen und dessen prozentuale Verteilung auf "W" und "D" ist durch ein profiliertes Gender-Institut in einer umfassenden Studie zu ermitteln, und natürlich großzügig zu finanzieren.
 

Juni 2020:         Rasse und Rassismus

 

 Vereinsmitglied Dr. Albrecht Balzer äußert sich zum Thema mit folgenden Thesen:

- Die Verwendung des Begriffs "Rasse" ist kein "Rassismus"!

- Bei den Säugetieren und der Gruppe der Primaten, zu denen wir
gehören, gab es schon immer Untergruppen, die man "Rassen" nennt, und
die gibt es auch jetzt noch.
.

- Es gibt keine höher- oder minderwertige Rassen, das behaupten nur Rassisten.

- Rassismus ist auch heute noch weltweit verbreitet, der "weiße Rassismus", besonders in den USA ausgeprägt, sticht dabei hervor.

- Das bloße Entfernen des Wortes "Rasse" aus dem Sprachgebrauch und speziell aus dem Grundgesetz schafft den Rassismus nicht ab.

 

Den vollen Wortlaut lesen Sie bitte hier

 
Genderisierte Hymne

Unser Vereinsmitglied Albrecht Balzer spießt in einem Kommentar zu Pressemitteilungen (s. dort) von Anfang März 2018 den Gender-Wahn auf. Hier einige Auszüge:

 

... Die ranghöchste Gleichstellungsbeauftragte unseres Landes hat eigentlich genug zu tun, um real mangelhafte Gleichberechtigung (Berufschancen, Löhne etc.) einzuklagen bzw. Verbesserungen zu fordern. Was macht sie stattdessen? Sie fordert Änderungen im Text der Nationalhymne, nämlich “Heimatland” statt “Vaterland” und “couragiert” (!?) statt “brüderlich”....

 

... Wenn man diese Faxen weiterdenkt, müsste man auch den Ausgangstext der Europahymne ändern, die Zeile “Brüder – über´m Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen” hieße dann “Geschwister – über´m Sternenzelt müssen liebe Eltern wohnen” (!?)...

 

... Und was wird aus dem bekanntesten christlichen Gebet “Vaterunser”?? Also bleiben wir lieber gleich beim (manchmal recht problematischen) “Vaterland” und bei unserer derzeit sehr problematischen “Muttersprache”. ...

Sternchenschwemme - Kommaflaute

Im August 2019 von Rudolf Erler in einer an verschiedenste Vereine geschickten Einladung gesehen:
Abonnenten von E-Post von der Gruppe "Bautzen bleibt bunt" erhielten diese E-Post von

 

Andrea Spee-Keller
Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte, Bautzen:
Infp - Mädchenarbeit sucht Engagierte!

 

Fachstelle für Mädchen*arbeit und Genderkompetenz der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V.

 

Liebe Frauen*, gemeinsam mit … sind wir als Fachstelle Mädchen*arbeit und Genderkompetenz grade dabei eine Veranstaltung ... in Dresden zu planen, zu der wir sachsenweit einladen möchten. Der Arbeitstitel lautet "Begegnungsforum" und es soll um Mädchen* und Frauen* in der sächsischen Migrationsgesellschaft gehen. Wir möchten Frauen* mit und ohne Migrationsgeschichte, welche sich für die Themen interessieren oder selbst bereits engagieren zusammenbringen, uns etwas näher kennenlernen, voneinander hören und miteinander ins Gespräch kommen. Hierzu soll es neben Vorträgen, Thementischen und kulinarischen Leckereien auch eine Art "Lebendige Bibliothek" geben in der Frauen* von sich berichten können. Nun sind wir auf eure Mitarbeit und eure Netzwerke angewiesen und fragen:

Gibt es in euren Kreisen eine Frau* mit Migrationsgeschichte, eine Frau* of colour vielleicht, die sich im Bereich Mädchen*arbeit engagiert und Lust hätte sich am 01. September für eine solche Bibliothek zur Verfügung zu stellen?

 

Auf Nachfrage erklärt die Fachstelle für Mädchenarbeit:

Mädchen* meint alle, die sich als Mädchen fühlen. Es meint DICH mit deiner Persönlichkeit! Mädchen ohne * zeigt die Norm, also das, was die Gesellschaft von dir erwartet!

Verstanden hab ich die Erklärung zwar nicht, aber als einfühlsamer Mann könnte ich mich doch mal als Mädchen* fühlen und hingehen. Ob ich meine "Persönlichkeit" mitbringen darf?


Ach was!

Hörgerät

Prof. Wolfgang Holle
in Görlitz gesehen


Bodenhaltung

Prof.Wolfgang Holle bei Netto gestaunt. 


bonbon

Ein saures Sprachbonbon!

zoo

Wenn man's wörtlich nimmt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Liebe Sprachfreunde


“plötzlich und unerwartet” schwebte mir heute die Sächsische Ehrenamtskarte ins Haus. Dafür bedanke ich mich ganz besonders bei den beiden (?) vorständlichen Anstiftern. Mein großes Dankeschön gilt natürlich all unseren Mitgliedern, die durch ihr vielfältiges aktives (und auch passives) Mitwirken dazu beitrugen, dass der Verein in meiner Person dieser Ehrung würdig ist. Bekanntlich wurde inzwischen zwei unserer Mitglieder diese Ehre zuteil. Rudi Erler wurde von seinem Heimatverein vorgeschlagen, aber seine Tätigkeit im SRK ist natürlich ebenso aller Ehren wert!

 

Mit dankbaren Grüßen

Diethold Tietz

ehrenamt


DER OBERBÜRGERMEISTER BAUTZEN

Sehr geehrter Herr Tietz,

 

etwa 250 Vereine und Interessengemeinschaften sind in der Stadt Bautzen tätig und stehen in den unterschiedlichsten Bereichen den Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. Egal, ob im sozialen Gebiet, zu Umweltfragen, in Kultur- und Kunstbelangen oder in der Kinder- und Jugendarbeit -Vereine sind eine sehr wichtige Stütze des gesellschaftlichen Lebens. Das ehrenamtliche Engagement liegt mir auch persönlich sehr am Herzen.

 

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat den Kommunen mit der Ehrenamtskarte ein Instrument in die Hand gegeben, mit dem wir uns bei den Menschen bedanken können, die sich für andere aufopfern und mit ihrem persönlichen Einsatz das Vereinsleben aufrechterhalten. Sachsenweit haben sich Einrichtungen gefunden, die Inhabern der Ehrenamtskarte freien Eintritt oder andere Vergünstigungen gewähren.

 

Das finde ich eine tolle Sache. In Bautzen haben sich übrigens das Museum Bautzen, der Saurierpark, das Spreebad und das Röhrscheidtbad Gesundbrunnen bereit erklärt, auf Eintrittsgelder zu veaichten und damit ein kleines Dankeschön für Menschen im Ehrenamt auszusprechen. Im Deutsch-Sorbischen-Volkstheater sowie dem Sorbischen Museum gelten ermäßigte Eintrittspreise. Frauen und Männer, die uneigennützig Veranstaltungen organisieren, junge Menschen trainieren oder im Verein den ,,Papierkram" erledigen, sollen auf diese Weise erfahren, wie sehr ihre Tätigkeit geachtet wird.

 

Ich bedanke mich hiermit persönlich für Ihren Einsatz und darf Ihnen als Anerkennung die Ehrenamtskarte des Freistaates Sachsen überreichen. Bitte nutzen Sie die vielen sächsischen Angebote und bleiben Sie den Menschen in unserer Stadt noch lange erhalten.

 

Vielen Dank!

 

Mit freundlichen Grüßen

Christian Schramm


Beethoven als früher Pornograph

gefunden von Prof.Wolfgang Holle, Suhl

 

beethoven


Deutsch für Könner

Mit Kommentar von Marion Schleyer, SRK Bautzen

 

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konkrete Ansage         

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gute Information

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Mehr geht nicht!  

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... zum Fressen gern?

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Lust auf Schingen, Singen und Tomten?

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Sooo gesund!     

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Ich nehme die 3,90 €.

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und in die Unterlippe

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Mein Bikini hat keine Haare. Armer Axel!

Greypfrut_bearbeitet

Liegt Greypfurt bei Frankfurt?

Kalbleber_bearbeitet

  Möchte Putenkeule vom Rehrücken!

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Voll kraß Alder, kauf isch !

Beamtendeutsch war auch früher schon schwer zu verstehen

Ohne Kommentar, aufgespürt von Marion Schleyer, SRK Bautzen 18.10.2010 

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Viel Spaß mit Beamtendeutsch

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Spendenaufruf

Nicht nur unser SRK-Stammlokal, sondern auch Familie Balzer in Zittau -Sie zählen zu unseren aktivsten Mitgliedern- sind vom Hochwasser betroffen: Wohnung, Auto und Garten nahmen Schaden. Balzers danken für das von uns ausgesprochene Mitgefühl. Zugleich möchten sie auf zugedachte Spenden verzichten, da sie glücklicherweise hinreichend versichert sind.


Anders die Spree-Pension: Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 50.000 EUR. Wegen der Nähe zur Spree fand sich keine Versicherung zum Vertragsabschluß bereit. Wir berichteten bereits von einer ersten Spende, die Rudi Erler spontan und aus eigener Tasche im Namen des SRK übergab. Nun bitten wir Sie, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten um eine Spende.. Wir wollen damit sowohl einen Teil des Vorschusses an R. Erler zurückzahlen, als auch nach Möglichkeit den Betrag für die Spree-Pension aufstocken:

 

Stichwort: Hochwasserspende
Konto-Inhaber: Spachrettungsklub Bautzen
Bei der Kreissparkasse Bautzen
BLZ: 855 500 00
Kto-Nr.: 100 002 9332

 

Pressenotiz: Dank des Pensions-Chefs

Sprachretter helfen

Die Bautzener Spree-Pension, Stammlokal des Sprachrettungsklubs, war heftig vom August-Hochwasser betroffen. Anläßlich eines Benefiz-Konzerts überreichte Rudi Erler im Namen des SRK eine Geldspende an den Besitzer, Thomas Frenzel. Sein tatkräftiger Einsatz, unterstützt von zahlreichen Helfern und vielfacher materieller Unterstützung trugen dazu bei, dass Hotel und Gaststätte inzwischen wieder den Betrieb aufnehmen konnten


"Lesescouts" - Ministerielle sprachliche Missgeburt!

"Lese-Botschafter", das verstehen Deutsche wohl nicht? Für Engländer mag es "Botschafterbeleidigung" bedeuten. Dabei ist es doch eine wunderbare Sache!

 

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung, Donnerstag, 25. Juni 2009


Daimler-Schule für Leseprojekt ausgezeichnet

Bautzen. Sachsen Kultusminister Roland Wöller (CDU) zeichnete gestern die acht pfiffigsten Lesescouts in Sachsen aus. Dazu gehören auch junge Leser der Daimler-Mittelschule in Bautzen. Im September 2006 hatten das Kultusministerium und die Stiftung Lesen das Projekt „Lesescouts“ gestartet. Damit waren alle Mädchen und Jungen der fünften bis achten Klassen von Mittel- und Förderschulen aufgerufen, sich als Botschafter für das Lesen zu melden. Lesescouts sind Schüler, die selbst gern lesen und andere Kinder und Jugendliche mit ihrer Lesebegeisterung anstecken möchten. Mit kreativen Aktionen rund um Bücher, Vorlesestunden oder persönlichen Buchtipps zeigten sie, das Lesen spannend ist und Spaß macht. (SZ) (Rechtschreibfehler wurden aus der Zeitung mit übernommen)


Leserbrief zu "Daimler-Schule für Leseprojekt ausgezeichnet" ( SZ 25.06.09,S. 15)
Es ist schön, daß in weltweiten Krisenzeiten immer noch Hoffnungsschimmer aufleuchten: Unsere Kinder lesen wieder oder immer noch - ja, sie stecken ihre Altersgenossen gar mit diesem wunderbaren Virus an. Glückwunsch an die siegreichen Daimler-Schüler! Dank auch denen, die dazu die Anregung gaben. Welcher Teufel jedoch die Kultus-Ministeriellen und die "Stiftung Lesen" geritten hat, diese lobenswerte Initiative mit der sprachlichen Mißgeburt "Lesescouts" zu diffamieren, bleibt allen Menschen ein Rätsel, die ihre Muttersprache lieben.


Diethold Tietz, Bautze


Deutsche Sprache schon abgewählt?

Deutsche Sprache schon abgewählt?


Eventomanie

30.01.2009 - Leserbrief an Sächsische Zeitung, Lokalredaktion Bautzen zu "Bautzener Unternehmen halten an Flugplatzplänen fest" ( SZ 30.01., S 15) Auszug s. u. Es ist wünschenswert, daß das jahrzehntelange Flugplatz-Hickack endlich ein glückliches Ende findet. Warum die aktiven Unternehmer jedoch in einem Wort zwei Sprachen panschen, verstehe wer will. Bleibt zu hoffen, daß sie noch zur sprachlichen Vernunft zurückfinden. Zu gerne würde ich den geplanten Erlebnispark besuchen. In einen Eventpark hingegen kriegen mich keine zehn Pferde.


Diethold Tietz, Bautzen

Freitag, 30. Januar 2009 - (Sächsische Zeitung), Bautzener Unternehmen halten an Flugplatzplänen fest Von Heiko Engel Der Landkreis will die Betreibergesellschaft in den kommenden Tagen europaweit ausschreiben. Die Interessengruppe Flugplatz Bautzen (IFB) hält an ihren Plänen für den Flugplatz fest. Die in der IFB zusammengeschlossenen Unternehmer wollen aus der ehemaligen NVA-Piste einen "Flug- und Eventpark" machen. Die IFB ist schon einmal mit einem Betreiberkonzept gescheitert.…


Fußballfieber ohne falsches Englisch

Zu „ Fußball-Aktion für guten Zweck zum Auftakt der EM“, 5.6., S. 15, schreibt Diethold Tietz aus Bautzen:

 

Das Fußballfieber wird die häufigste Infektion der folgenden Wochen sein. Ein Vermieter von Großleinwänden beantragte 2007 beim Deutschen Patent- und Markenamt den dummdeutschen Begriff „Public Viewing“ als Wortmarke einzutragen. Diesen Sprachpanschern war wohl entgangen, dass man im USA-Englisch damit die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen bezeichnet. Wie wohltuend, dass sich die SZ nicht dieser Schimpansensprache unterwirft, sondern vom „gemeinsamen EM-Gucken“ spricht!


Denglisch und kein Ende? Es muss nicht immer Pseudo-Englisch sein, wenn man sich vom allgemeinen Sprachgebrauch abheben will. Die sogenannte Jugendsprache hat da Einfälle, die auch uns Sprachrettern besser gefallen. 


"Gutes Englisch gefragt für den Einsatz im Ausland"

Sächsische Zeitung, 18.12.2006, Seite 18

 

Bildtext: "Der geschäftsführende Gesellschafter der Lautaer Firma, Volker Reier, sieht durch einer frei bewegliche einer Spezialvitrine für Münzen." (Soll heißen: ...durch eine frei bewegliche Lupe vor einer Scheibe einer Spezialvitrine ...) Ob der Bildtexter(JuLi?) sich nicht doch erst mal um gutes Deutsch bemüht?

 

Diethold Tietz, Bautzen


Am Ball bleiben!!

Attacke auf das dumme "WM-Denglisch", 25.7.2006

 

30 Tage Fußballweltmeisterschaft - wir waren stolz auf unser Land, unsere Mannschaft, unsere Fahne. Wir zeigten Flagge - im wahrsten Sinn des Wortes! Jetzt lasst uns endlich auch für unsere bedrohte deutsche Muttersprache Flagge zeigen!

 

Solche sprachlich völlig unsinnigen Sprüche wie "Fairplay on the Autobahn" und "It´s your Heimspiel" gehören auf den Müll. Liebe Freunde! Zeigt Flagge für gutes Deutsch und bleibt weiter am Ball!

 

Dr. Albrecht Balzer, Zittau


Als Deutschtümler diffamiert

Sächsische Zeitung, 1. Juli 2006, Seite 6

 

Flaggen, Besen, BHs und andere lebenswichtige Kaufangebote in unseren Landesfarben sind wohl weder Ausdruck von Nationalismus noch von echter Fußballbegeisterung. Sie sind ein Zeichen vom Schizophrenie der heutigen Blödeleigesellschaft. Wehrt man sich gegen den massiven US-amerikanischen Verdrängungswettbewerb, der unsere Sprache und Kultur bedroht, wird man als Deutschtümler (und schlimmer) diffamiert. Wir haben wohl gegenwärtig wichtigere Identitätsprobleme, als Fahnen zu schwenken bzw. auszuhauchen.

 

Diethold Tietz, Bautzen


Vorbildliches

Die Franzosen verlassen den Saal

 

Brüssel. Auf dem EU-Gipfel ist es gestern Abend beim Vortrag des Präsidenten der Europäischen Arbeitgeber Unice zu einem Eklat gekommen. Der Franzose Ernest-Antoine Seilliere hielt seinen Beitrag in Englisch, woraufhin die französische Delegation, angeführt von Staatspräsident Jacques Chirac, aus Protest den Saal verließ. Außenminister Philippe Douste-Blazy und Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton folgten ihm.

 

Erst nachdem Seilliere seinen Vortrag beendet hatte, kamen sie zurück. In Delegationskreisen hieß es, Chirac habe ein Zeichen für die französische Sprache setzen wollen... Hoffentlich verhalten sich die vielen anderen Delegationen, wie die Finnen, die Norweger, die Polen ... ähnlich "vorbildlich", dann könnte man in Brüssel zurück bauen und viel Geld einsparen! - Konnte mir diese Bemerkung nicht verkneifen, überhaupt wenn man weiß, dass über 30 % des EU-Etats für Übersetzungen und Drucklegungen in den versch. Sprachen verwendet würden, nur deshalb, um die 'Zeichen' zu setzen - Reiner

 

SZ, 24.03.2006


Berliner Skandal

Wie bereits berichtet, haben wir kürzlich gemeinsam mit der „Deutschen Sprachwelt“ alle Bundestagsabgeordneten in persönlich adressierten Schreiben um ein Bekenntnis zu unserer Muttersprache gebeten. Von vier Fraktionen gehen die ersten Antworten ein. Die SPD-Fraktion hingegen ließ uns ohne Angabe von Gründen wissen, dass sie die Schreiben nicht verteilen wird, ein klarer Fall von Zensur. Die SPD-MdB werden daran gehindert, sich mit einem wichtigen Bürgeranliegen zu befassen und eigene Entscheidung zu treffen. Protestieren auch Sie gegen diese Verletzung demokratischer Grundrechte! Bitten Sie auch Ihre SPD-Wahlkreisabgeordneten, vom SPD-Fraktionsbüro die Aushändigung ihrer Post zu verlangen!


Und noch ein Beitrag von Dr. Albrecht Balzer aus Zittau - Mitglied des Sprachrettungsklubs

Weiterverbreitung ausdrücklich erlaubt und gewünscht

 

Wider die gottlosen deutschen Säue, die da in fremden Zungen grunzen

Diese Schrift ist in gutem alten Deutsch verfasset, herzhaft und offen, auf dass sich die dengeländischen Narren und Bösewichter mögen darüber grämen und zu Tode fressen. Denn so spricht der Herr: Du sollst in deinem Lande mit deinesgleichen die Sprache des gemeinen Mannes reden, der deines Stammes ist, und nicht Mund und Zunge widerlich verrenken und fremde Laute grunzen wie eine übel-riechende Sau. Ist der Text, den Du verfasset hast, gut deutsch gerichtet, kann ein jeglicher in unserem Vaterland 3 oder 4 Blätter lesen, stößet nicht einmal an, wird nicht gewahr, welche dengeländischen und Max-Donaldischen Klötzer voller „cool events“, „ top highlights“ und „cheeseburgers“ da gelegen waren – bevor Du sie aus dem Weg geräumet. Es ist gut pflügen, wenn der Acker gereinigt ist.

 

So verstehet denn und merket: Wer da will gut und klar Deutsch reden, muss nicht die dengeländischen Schwätzer und Teufelsapostel in unserem Lande fragen, sondern die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse und den gemeinen Mann auf dem Markt und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und danach die Sprache bilden. So verstehen sie es denn und merken, dass man Deutsch mit ihnen redet. Und darüber sollen alle dengeländischen Esel toll und töricht werden.

 

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Beitrag von Dr. Albrecht Balzer aus Zittau

Weiterverbreitung ausdrücklich erlaubt und gewünscht

 

Rechenschaftsbericht über das 20. Jahrhundert – kurz, aber nicht schmerzlos:

Die Familie Wendehals – ein deutsches Drama in 6 Monologen

1.Großvater Wilhelm von Wendehals – 1915 Berlin:

 

„Jroße Ehre jehabt. An der Westfront für Kaiser und Reich vawundet worden. Verfolje seitdem im Heeresbericht, wie Kameraden welsches Jesocks mit deutscher Jründlichkeit zum Teufel jagen. Hatte übrigens bei letzter Sedanfeier jewaltijes Pech: Monokel in Kartoffelsalat jefallen. Situation jerettet: Salat mit ins Ooge jeklemmt. Trotzdem jab es noch peinlichen Zwischenfall: Spricht mich doch jewöhnlicher Jefreiter janz ungeniert an. Unjlaublich!! Für richtijen Offizier Seiner Majestät bejinnt Jattung Mensch erst beim Owerleutnant! - Mußte nun leida langjährijem Frollein Braut das Jawort erteilen und habe damit äußerst flottem Jungjesellenleben Valet jesacht. Jreulich, jreulich, kann ick Euch flüstan. Jestern jleich mit ehelichem Fejefeuer im Theata jewesen und Stück eines jewissen Schilla jesehn. Spielt in sojenannten Schweiza Alpen. Insjesamt unerträchlicher Quatsch - Zivilist schießt off Obst! - Heimaturlaub nun jottseidank bald zu Ende. Wunden abjeheilt. Losung des Tages: Helm ab zum Jebet und dann dem Franzmann und dem Tommy Saures jeben.“

 

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