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Leserbriefe zur Genderdebatte

24. 01. 2021

In SZ vom 23.01.2021
Zu „In der männlich-weiblichen Falle“, 14. Januar:

Phänomen habe die breite Masse erfasst. In welcher Richtung?

Sie schreiben über den Wandel der deutschen Sprache für Personen- und Berufsbezeichnungen im Duden. Die Chefredakteurin des Dudens begründet die Änderung mit kritischen Zuschriften, „das Phänomen habe die breite Masse erfasst.“ Es fragt sich nur, in welcher Richtung? Wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter in einer sogenannten geschlechtsgerechten Sprache, wie „Bewohner*innen im Haus“ mündet, dann ist Gender lächerlich, aber nicht mehr witzig. Ich empfehle für die ideologischen Weltverbesserinnen das Buch von Birgit Kelle. Autorin von „Noch normal? Das lässt sich gendern“.
Gisela Hardtke. Possendorf

Den Vogel abgeschossen hat wohl die ,,Arbeiter*innenklasse”

Man muss den Mut der SZ loben, solch einen Artikel in der Hochzeit der Sprachvergewaltigung zu veröffentlichen. Es ist ja unbestritten richtig, in der Einzahl nach Geschlecht zu unterscheiden. ist es nicht entsetzlich, wenn unsere schöne Sprache mit Erfindungen wie Binnen-I, Sternchen und adverbialen Umschreibungen wie Studierende, Verkaufende und Ä hnliches verunstaltet wird. Den Vogel abgeschossen hat wohl die „Arbeiter*innenklasse. Klassischer geht’s nimmer.
Rainer Gasch, Dresden

Die Duden –Redaktion als modische Wetterfahne

Die Vergenderung der deutschen Sprache sollte viel mehr diskutiert werden. ehe so ein Felsbrock wie der Duden neue Regeln festlegt. Leider sind seine Festlegungen weder Fisch noch Fleisch. Anglizismen werden zugelassen. Alle möglichen Schreibungen von jugendlichen Analphabeten werden akzeptiert. Die Duden-Redaktion hat Verantwortung für unser höchstes Kulturgut — die Sprache! Statt Fanal vorweg zu sein, weht sie nur als modische Wetterfahne und will, vielleicht auch aus pekuniären Gründen, es allen (gender)gerecht machen. Hut ab vor den Franzosen.
Rolf Bührend, Dresden

In 30 Jahren trifft vielleicht das Mann das Frau

Ich kann mir denken, dass der Artikel viele Leserbriefe auslöst. Mich drängt es auch, und ich gestatte mir mit 72 Jahren einen gewissen Konservativismus. Es will mir nicht einleuchten, dass alle Frauen den Gendersprech begrüßen. Wenn der Supermarktsprecher seine Kunden anspricht, wird sich doch auch jede Frau angesprochen fühlen. Ich halte das Ganze für Profilierungsversuche einer begrenzten Gruppe von Bürger/INNEN. Was ich für gut und richtig halte, ist, eine anwesende Gruppe mit Liebe Freundinnen und liebe Freunde anzusprechen. Da hat die Ausdrucksweise auch Sinn. Einer meiner Vereine schrieb schon mal „Mitglieder/innen“, was für Auswüchse! Mir tun die Kinder leid, die jetzt in den Gendersprech hineinwachsen. Vielleicht haben wir ja in dreißig Jahren das grammatikalische Geschlecht endlich abgeschafft. Dann trifft das Mann das Frau.
Hagen Conzendorf, Bischofswerda

Täuschungsmanöver einer ,,Geschlechtergerechtigkeit”

Duden sollte doch eine Schriftenreihe „ldeologie-Duden“ einführen. Dort könnte er die jeweiligen Moden durchsetzen helfen, die von einer irregeleiteten Obrigkeit hier mit dem Täuschungsmanöver einer „Geschlechtergerechtigkeit“ dem Volk aufgezwungen werden, das aus nur oberflächlicher Einsicht dankbar mitmacht und sich darin dann oft beleidigt festbeißt.
Klaus Däßler, Radebeul

Von ,,oben” verordnete Reglungen sollen Gerechtigkeit bewirken

Sprache ist ein organisch gewachsenes Phänomen, komplex und vielschichtig. Sie sperrt sich gegen Zwangsarbeit im Dienste des sogenannten Zeitgeists. Der Glaube, durch von „oben“ verordnete Reg-lungen mehr Gerechtigkeit zu bewirken, beruht auf gefährlichen Denkfehlern oder einer gezielten Strategie gepaart mit lgnoranz. Ignoranz gegenüber dem Atmosphärischen der Sprache, ihrem Klang und Rhythmus gegenüber all dem, was die Wirkung von Literatur ausmacht. Eine Sprache, welche undenkbar ist in großer Literatur, sollte für keinen Zweck in Erwägung gezogen werden!
Lothar Gärtig, Görlitz

(Sechs veröffentlichte Zuschriften – alle lehnen Gendern ab!)

 

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