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„Doppelbuchstabenpuzzlewettbewerb“ beendet
Zur Erinnerung: Gefragt waren Wörter mit je drei doppelten Vokalen und/oder Konsonanten. Die Aktion hat sowohl Teilnehmern wie auch Lesern viel Spaß gemacht. Wer hat Vorschläge für ein weiteres Wortspielchen ähnlicher Art? Hier nun die ersten glücklichen Empfänger der Buchprämien: Winfried aus Wolfershausen, Lutz aus Kamenz, Pia-Maria (11) aus Apolda und Rominte aus Erlangen.
April2012
„Die Geisterseher“ zogen viele interessierte Leute zum vergnüglichen, erbaulichen und belehrenden Abend an. Eingeladen hatte der Kamenzer Geschichtsverein, gekommen waren nicht nur Heimische. Unter den angereisten Gästen waren auch ein Dutzend die Mitglieder des Bautzener Sprachrettungsklubs, die vom rührigen Veranstalter herzlich begrüßt wurden. Matthias Donath, freiberuflicher Kunstwissenschaftler aus Dresden, Autor zahlreicher Publikationen, die sich mit der sächsischen Geschichte und Kunst befassen, hielt einen erbaulich frischen Vortrag über „Die Geisterseher. Magier, Goldmacher und Scharlatane in Sachsen“. Ein solcher Vortag zu den Lessing-Tagen musste und wollte dem Widerspruch zwischen Aufklärung und gleichzeitiger Geisterseherei nachgehen, und da in Kamenz vorgetragen, wollte er auch das weitere, bis Dresden zum Hofe reichende Umfeld nicht aussparen. „ Der irrationelle Wunderglaube betraf ganz Europa. Er überschritt die Landes- und Konfessionsgrenzen und war in allen Ständen und Gesellschaftsschichten anzutreffen“, resümierte Dr. Donath.. Namen wurden genannt, Tatbestände erhellt, von denen bisher kaum einer etwas erfahren hatte. Rittergutbesitzer Carl Gotthelf von Hundt aus der Oberlausitz, der zwanzig Jahre einen Freundeskreis beherrschte, dessen Mitglieder überwiegend aus der Oberlausitz stammten, gehörte dazu. Könnte man die Geisterseherei zu Lessings Zeiten noch als Kinderkrankheit einer aufklärenden Zeit sehen, so konnte es der Wissenschaftler Donath nicht bei der Vergangenheit belassen. Seine Worte, dass die fortschreitende naturwissenschaftliche Forschung und die zunehmende Naturbeherrschung nicht, wie von vielen erwartet, zu einem aufgeklärten Realismus geführt, sondern ein breites Bedürfnis nach Spiritualität geweckt haben, machte allzu deutlich, dass das Thema „ Geistersehen“ -leider- nicht nur ein historisches sei. Eine Erkenntnis, auf die ich persönliche gern verzichtet hätte. Doch wie der Franzose sagt: So ist das Leben.
Text: Sieghard Kosel Fotos: Diethold Tietz
Wie alles begann oder den Flegeljahren schon entwachsen? Am Anfang stand nicht schlechthin das Wort, sondern ein Leserbrief in der SZ (für Auswärtige: Sächsische Zeitung). Unter der bezeichnenden Überschrift „Bautzen ist nicht Boston“ nahm Walter Starke am 19.12.1997 die Umbenennung des Hotels „Stadt Bautzen“ in „Holiday Inn“ heftig aufs Korn. Übrigens hat sich der Sprachrettungsklub dieser Kritik nie angeschlossen, wie uns oftmals unterstellt wurde. Auch die „Pups“ und „Shops“ im deutsch-sorbischen Bautzen verärgerten den Autor. Dem folgte am 23.01.1998 ein Leserbrief von Hans-Jürgen Freund „Geschworene Nachahmer alles Ausländischen“. In wunderbar sarkastischer Form regte er für den Kornmarkt einen „Underground-parking place“, gepaart mit einem „Shopping Center“ an. Die Einweihung am „Corn market square“ stellte er der „City Crew“ unseres Oberbürgermeisters anheim. Freund ist sich sicher, daß „… künftig die über das gesamte Jahr wahrscheinlich scharenweise anreisenden Nordamerikaner, Südafrikaner, Australier, Neuseeländer…“ sehr dankbar wären. Und da aller guten Dinge drei sind, las man am 28.01.1998: Gründen wir einen Sprachrettungsklub! Zum Leserbrief „Geschworene Nachahmer alles Ausländischen“, … schreibt DietholdTietz aus Bautzen: Grüß Gott, Herr Freund. Wie geht’s? Ihr Leserbrief war total cool! Haben Sie sich unter derWoche oder an Weihnachten geoutet? Ich sag’ mal: Ich bin gesessen (oder habe ich gefahren, bevor der Flieger ging?), und las Ihren Brief. Super, einfach in, denk’ ich mal.Ich würde sagen, ein Sprachschnäppchen, echt – wie auch immer. Ääähm, in 2000 ist eh’alles out, weil es rechnet sich nicht. Will sagen: Leute guten Willens, lasst uns die (ost)deutsche Sprache retten, bevor es zu spät ist! Die Gefahr droht wohl nicht von der Rechtschreibreform. Sie droht von den Sprachbanausen, die uns der Westwind herüberweht, und die leider recht erfolgreich sind. Also Glück auf, Herr Freund! Zusammen sind wir schon zwei. Mit der SZ womöglich drei. Laßt uns hier in Bautzen einen Sprachrettungsklub gründen. Wir wollen nicht schulmeistern, sondern uns ein Motto wählen wie: „Dümmer nimmer“. Bei Luther, Lessing oder Goethe können wir nachschlagen, bei Stengel und Oertel nachfragen. Wer gern mittun will, der findet meine Rufnummer im aktuellen Telefonbuch. Die Reaktionen waren unerwartet heftig. So sah ich mich „genötigt“ am 17.02.1998 in Bautzens Brauhaus einzuladen. 20 Mitstreiter kamen, und wir gründeten den „Sprachrettungsklub Bautzen“. 2005 erfolgte die Ergänzung „…/ Oberlausitz e.V.“. Übrigens haben wir auch eine „heimliche Hymne“, nämlich Kästners „sogenannte Klassefrauen“. www.kultur-netz.de/literat/lyrik/kaestner/klassefr.htm bitte Lautsprecher einschalten Ein Bericht im Regionalteil der SZ und lokale Berichtersattungen in Wort und Ton sorgten dafür, daß bald die ersten Fernsehsender ihr Interesse bekundeten. Und was die Flegeljahre anbelangt? Zunächst stellten wir uns dem Sprachmoloch „Denglisch“ entgegen. Weiterhin trieb uns eine selbstbewusste Verteidigung unserer Regionalsprache um. Damit meinen wir hier nicht Dialekte, sondern all das was den Leipziger Duden und eine niveauvolle Sprachpflege ausmachten. Ausgenommen ist und bleibt natürlich das „Bonzendeutsch“. Dies fand ohnehin keinen nennenswerten Einzug in den hiesigen Sprachgebrauch. Inzwischen erweiterte sich unser Aufgabenfeld deutlich: Es umfaßt die Sprachpflege schlechthin und bezieht das Vermeiden von Fachchinesisch verschiedenster Branchen mit ein. Um Irrtümern oder Unterstellungen entgegenzutreten: Wir sind keine Sprachpuristen! Wir freuen uns über alle Bereicherungen der deutschen Sprache, seien sie von jenseits des Atlantiks oder nur jenseits der Elbe, aber wird unterwerfen uns keinerlei Sprachdiktatur! Wir sind längst bekannt, erfolgreich und geachtet. Zwei Wünsche haben wir: Mehr Vereinsmitglieder und einen zweiten ostdeutschen Sprachverein mit ähnlicher Ausrichtung, getreu unserem Schlachtruf, einer Strategie der fröhlichen Aggressivität.
Text : Diethold Tietz Foto: unbekannt Internet–Jubiläum Vor knapp sechs Jahren wurde ein langgehegter Sprachretter-Traum wahr. Die Sympathie für unsere Tätigkeit und die Freude am Gestalten von Internet-Seiten bewogen Dr. Reiner Seibt (Bautzener Wirtschaftssenioren) eine SRK-Seite aus der Taufe zu heben. Wenn unsere Chronik nicht trügt, war das am 3. Juni 2006. Das zarte Pflänzchen wuchs und gedieh. Die Resonanz übertraf unsere Erwartungen. Mehr als 12.000 Zugriffe aus aller Welt können wir bisher verzeichnen, also etwa fünfeinhalb pro Tag. Das Interesse der Besucher ebbt nicht ab. Wir bekommen sehr viel Lob und Anerkennung in Wort und Schrift, wenngleich wir über etwas mehr Gästebuch-Einträge nicht böse wären. Dankbar nähmen wir auch kritische Worte entgegen. Allerdings dürften diese gern etwas mehr Substanz haben, als die Worte eines Akademikers aus Hannover. Als ich in einer größeren Runde hervorhob, daß wir das alles ohne einen einzigen Honorar-Cent bewerkstelligen, bemerkte er in abwertender Absicht: „Das sieht man auch“. Wir arbeiten ständig daran, daß die angebotenen Informationen interessant und aus dem Leben gegriffen sind. Bitte überzeugen Sie sich ab und zu selbst. Auch die Gestaltung unseres Auftritts erfährt ständig Verbesserungen. Erst vor wenigen Tagen steckten die drei aktuellen (immer noch ehrenamtlichen) Mitstreiter hier in Bautzen die Köpfe zusammen, um weiterhin für frischen Wind zu sorgen. Den technisch-fachlichen Hintergrund liefert Günter Herzog (Chemnitz), während Marion Schleyer (Apolda) und Rudolf Erler (Gaußig) dafür sorgen, daß die Seite lebt und mindestens einmal pro Woche Neues bietet, selbst wenn das „nur“ der Wochenspruch ist. Im siebten Jahr unseres Bestehen dürfen Sie sich neben dem „Tagesgeschäft“ auf eine große und einige kleinere Überraschungen freuen. Mehr wird heute noch nicht verraten. Liebe Sprachfreunde, bleiben Sie uns gewogen und weiterhin schön neugierig! Das wünscht Ihnen und uns selbst Ihr Diethold Tietz
Foto: D. Tietz Mein erster Besuch in Bautzen
Ein Bericht von Günter Herzog, Chemnitz
Anlässlich einer Besprechung zur Gestaltung unserer Webseite besuchte ich am
31. Januar den planmäßigen Klubabend. Es war mein erster Besuch in Bautzen,
bisher hatte ich den Weg von Chemnitz in den fernen Osten Sachsens
noch nicht gefunden.
Diethold Tietz erwies sich als kundiger Führer durch die schöne Stadt,
die das hielt, was sie auf unserer Webseite im Video versprochen hatte.
Bautzen hat mir sehr gut gefallen. |
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Auf den Spuren Erwin Strittmatters
Nicht Neugier allein war es, die am letzten Sonnabend des Januar Mitglieder des Bautzener Sprachrettungsklubs nach Spremberg führte, es war vor allem die Solidarität mit dem Erwin-Strittmatter-Verein: Seit Wochen und Monaten ist die Stadt einem Streit verfallen, ob der im August anstehende 100.Geburtstag des im Spremberg (Grodk) geborenen Schriftstellers Strittmatter würdig und überhaupt öffentlich zu begehen sei.
Stadtpolitiker einiger Parteien und darüber hinaus manch Provinzpolitiker und Lokaljournalist redeten und schrieben sich mit ihrer Ablehnung der öffentlichen Würdigung des bekanntesten Sohnes und Ehrenbürgers dieser Kleinstadt in Rage, die Stadtverordneten des Kulturausschusses waren mehrheitlich dafür, die des Hauptausschusses gegen ein offizielles Begehen des Geburtstages. Der dem Werk und Schaffen Erwin Strittmatters ( 1912 – 1994 ) verpflichtete Verein hatte drum in das 1996 in Erwin-Strittmatter- Gymnasium umbenannte
Schulhaus zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen, die Berliner Historikerin Dr. Anette Leo, die an der Biografie des Schriftstellers arbeitet, zu einem Vortrage gewonnen und -wie sich zeigte- damit einen guten Griff getan. Zwar fiel wiederholt in der spannungsgeladenen Diskussion das Wort „Auseinandersetzung“ mit Erwin Strittmatters Leben, doch war deutlich der Wunsch der Mehrheit der überfüllten Aula versammelten mehr als 200 Spremberger und auswärtigen Gäste für eine Ehrung des Schriftstellers zu konstatieren. Ein Lokalpolitiker hatte indes recht deutlich die Meinung der Strittmatter-Gegner kundgegeben:“ Es geht nicht um seine schriftstellerischen
Leistungen“, man können eine Person nicht ehren, „ die der Ehre nicht wert ist“. Grund dafür sei sein Militäreinsatz im zweiten Weltkrieg und seine kurzzeitige Tätigkeit als informeller Mitarbeiter des DDR- Staatsicherheit.
Die Bautzener Sprachretter waren sich darin einig, dass sie sich in den politischen Streit nicht einzumischen gedenken, wohl aber in die Würdigung des schriftstellerischen Werkes. Nach der unlängst mit erfreulich starker Besucherresonanz im Bautzener Theater durchgeführten Lesung aus Strittmatter-Texten im der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Lausitzer Literatur vor Mittag“ waren sich Deutsch-Sorbisches Volktheater, Sprachrettungsklub und Sorbischer Künstlerbund einig, zu Strittmatters 100. Geburtstag in Bautzen selbst den Schriftsteller zu würdigen, sachlich, wie es sich versteht, kritisch, wie es geboten ist, gerecht, wie es sich gehört.
Nach dem Vortrag kamen die Bautzener mit Mitgliedern des Strittmatter-Vereins und dessen Leiterin Renate Brucke und Historikern zum gefälligen Gespräch zusammen, fanden den über den Verein gewonnenen guten Eindruck bestätigt und sich im Vorhaben einer Veranstaltung in Bautzen bekräftigt.
Übrigens: Die alljährliche Exkursion des Sprachrettungsklubs hatte Mitglieder und Interessenten bereits im Jahre 2020 zum Strittmatter-Haus, dem Stammsitz des Vereins, in Bohsdorf , in die aus dem Laden bekannte einstige
Bäckerei geführt.
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| Dr. Anette Leo (rechts) im Gespräch mit Renate Brucke und einem Journalisten |
Das Interesse der Medienvertreter in Wort und Bild war groß
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Text: Sieghard Kosel
Fotos: Diethold Tietz
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Letzter Klubabend des Jahres 2011

Wie alljährlich kam der Dezember-Klubabend ohne Tagesordnung und ohne Referent aus. Stattdessen waren zwei Plauderstündchen angesagt. Die Vorstellungen weihnachtlicher Geschichtchen und Bräuche wechselten mit Spracherlebnissen und persönlichen Anekdoten.
Besonders beeindruckend war ein „Liebeserklärung“ von Klaus Pagel an den Sprachrettungsklub, die in Kürze hier nachzulesen sein wird. Diesmal waren auch die Partner unserer Mitglieder eingeladen, der Anfang ist gemacht - dies wird keine Eintagsfliege bleiben. In den letzten Monaten und Jahren haben einige Interessierte unsere Reihen verstärkt, das ist sehr erfreulich. Marion van der Wall nahm dies zum Anlaß, eine Vorstellungsrunde anzuregen. Eine gute Idee, die spontan auf recht fruchtbaren Boden fiel und manch Interessantes und auch etwas zum Schmunzeln aus den Nähkästchen der Mitglieder offenbarte.
Aber nicht alles ist in der Sprachwelt eitel Sonnenschein. Mit Unverständnis und Empörung nahmen wir zur Kenntnis, daß der bevorstehende 100. Geburtstag Erwin Strittmatters von gewissen Kreise der Stadt Spremberg erneut als Anlaß zu einer politisch motivierten Hetzjagd mißbraucht wird. Den unwürdigen Anfeindungen zum Trotz wird der SRK seine Kontakte zum Strittmatter-Verein intensivieren. Wir werden den Schulterschluß zu diesem Verein finden. Auch eine Strittmatter-Würdigung in Bautzen ist im Gespräch.

Text und Fotos Diethold Tietz
Der Sprachrettungsklub hatte zum vorletzten Abend vor Jahresschluss den sorbischen Kulturwissenschaftler Dr. Martin Walde eingeladen, seine Gedanken, die er im viel beachteten Buch „ Wie man seine Sprache hassen lernt“ äußert, in einem Vortrag darzutun. Dr. Walde, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sorbischen Institut in Bautzen, bearbeitet ein weites und ansonsten kaum bearbeitetes Feld sorbischer Vergangenheit und Gegenwart. Seine Forschungen reichen von der Katholizismusforschung über Brauch – und Festforschung bis zur Erforschung der Identität und Mentalität . So vermochte er in seinem Vortrag auch eindringlich darzulegen, welche Faktoren gesellschaftlichen und individuellen Seins Sorben bewegen, ihre Sprache gering zu schätzen oder gar aufzugeben. „Das Abspalten des Eigenen führt zum Verlust der Identität,“ erklärte er, und dieser Erklärungen folgten Belege aus Vergangenheit und Gegenwart. „Wer seine Identität verliert, kann sich selbst nicht mehr achten.“ Der Wissenschaftler verwies darauf, dass die „Sorben oft als Gegenwelt dargestellt würden , was sie dazu verführe, an sich selbst zu zweifeln. Selbstzweifel beschädigen das Selbstbewusstsein. Für viele der zahlreichen Zuhörer brachten die Worte von Dr. Walde einen Einblick in die Widersprüchlichkeit des Entstehens, Bestehens und Vergehens einer ethnischen , sprachlichen oder kulturellen Identität. Es sei drum umso wichtiger, dass der Sprachrettungsklub Bautzen in seiner Tätigkeit auch das sorbische Element wahre, betonte dessen Vorsitzender Diethold Tietz.
Text: Sieghard Kosel
Foto: Diethold Tietz
Am 26. Oktober 2011 wurde der Stadtverwaltung Bautzen vom SRK das Zertifikat "Wir sprechen die Sprache unserer Bürger" überreicht.
Im Rahmen einer Stadtratssitzung nahm Oberbürgermeister Christian Schramm (SRK-Ehrenmitglied) diese Würdigung guten Sprachgebrauchs stellvertretend für die Stadtverwaltung entgegen. In seinen Dankesworten betonte Schramm, daß er diese Ehrung als Verpflichtung für die Verwaltung und den Stadtrat ansehe, auch künftig eine bürgernahe Sprache zu pflegen.
Bitte lesen Sie
auch "Presseberichte"
Text. D.Tietz
Fotos: R.Erler
Zum Tag der deutschen Sprache führte der SRK eine Veranstaltung im Burgtheater zu Bautzen durch. In seinem Eröffnungsbeitrag ergriff Sieghard Kosel leidenschaftlich Partei für die Bedeutung und den Erhalt der deutschen, wie auch der sorbischen Sprache. Im Mittelpunkt des Abends standen Information und Diskussion zum Projekt "Straße der deutschen Sprache". Schließlich wurde die Himmelsbäckerei Andreas Hultsch (Neukirch) mit dem Zertifikat "Wir sprechen die Sprache unserer Kunden" geehrt.




Weitere Informationen siehe Presseberichte.
Text: Diethold Tietz
Fotos: Rudolf Erler

WITAJ – Willkommen !
Unter diesem Motto empfing Dr. Beate Brezan die Mitglieder und Gäste des
Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V im sorbischen Sprachzentrum am
Postplatz in Bautzen. Sie stellte uns eine Fülle von Materialien und Aufgaben
des Zentrums vor. Wir staunten, immer wieder wurde für uns der Grundsatz
deutlich:
Sprache wird gesprochen, sie erhält sich so am Leben. Lebenslanges Lernen einer
Sprache ist das Beherrschen der eigenen Muttersprache.
Zu keinen Zeiten war dieser Grundsatz so aktuell wie heute. Aussiedler,
Einwanderer müssen den neuen Sprachraum erschließen und sie lernen auf der
Grundlage ihrer Muttersprache.
Die sorbische Sprache wurde durch die Industrialisierung und den technischen
Wandel in den Städten und Dörfern und auch in den Familien der Lausitz
bedroht. Das sorbische Sprachzentrum leistet einen großen Umfang von Aufgaben,
um dieser Entwicklung entgegen zu steuern. Eine eigene Internetseite gibt
Auskunft über Fachfragen und Fachgebiete.
Ziel für die deutsche und auch die sorbische Sprache ist es: Sprache erhalten,
Sprache öffnen, Sprache erleben! Das wird erreicht durch Kommunizieren. Die
Erlebnisse in der Sprache steuern sie und öffnen für tiefes Begreifen. Frau
Brezan teilte an uns Lernmaterialien für Grundschüler aus. Plötzlich wurden
wir Erwachsenen durch Rätseln, Lachen, Reden und auch Abgucken beim Nachbarn zu
Kindern.
Ein Dank an Frau Dr. Brezan, ihr Vortrag hat uns einen besonderen Blick für die
sorbische Sprachpflege gebracht. Die Sprache gehört zu und in unsere Heimat.
Wir gewannen die feste Überzeugung: Sie wird mit uns allen weiterleben.
Text: Reingard Böhmer
Fotos: Sieghard Kosel
In der Juli-Veranstaltung des SRK
hielt unser Vorstandsmitglied Dr. Albrecht Balzer einen Vortrag zu neuer
deutscher Sprachentwicklung. Er hat zwei Jahre verschiedenstes Schrifttum
untersucht, diesmal referierte er vornehmlich zum Wortschatz.
Eine erste Gruppe könnte so
charakterisiert werden: „Metzger
Alois wird am Samstag kein Depp sein und im Biergarten statt des süßlichen
Radlers ein ordentliches Maß Bier trinken.“
Die nach 1989 aufblühenden geschäftlichen und privaten Kontakte zum nun
befreundeten Nachbarn wurden teils so intensiv gepflegt, dass regionaler
Wortschatz übernommen wurde. Wir gewöhnten uns schlussendlich (gemeint ist
„schließlich“) hierzulande gern an Biergarten und Radler, doch die meisten
gehen wieder zum Fleischer, wir sind ja nicht blöd. Das sind mittlerweile auch
die westlichen Brüder und Schwestern nicht mehr und akzeptieren unser drei
viertel sechs als ihr Viertel vor sechs.
Großen Zulauf bekommt unser
Wortschatz aus dem Englischen. Gemeint ist hier nicht das ungeliebte Denglisch,
sondern die Verdeutschung englischer Begriffe:
Akzeptiert wird: in 2011 (im Jahre 2011); das macht Sinn (das hat Sinn), obwohl
ein Vorgang keinen Sinn machen, sondern nur haben kann (oder auch nicht);
splitten (aufteilen); pampern (windeln); die Tanke (Tankstelle); taff (engl.
tough, robust); simsen (SMS schreiben); mailen.
Gewöhnungsbedürftig (oder zu vermeiden): känzeln, posten, netzen (Tor schießen!),
twittern, puschen.
Zu weit geht es wohl mit wwoofen (WWOOF: Willing Workers On Organic Farms). Demnächst geht man nicht mehr ins
weltweite Netz, sondern wwwern.
Möchtegern-Akademiker schreiben
nicht bloß ab, sie erfinden zum Zwecke der Prahlerei voreinander oder vor dem
Rest der Welt: das Werk ist ein „trivial-trutschiges Eskapismus-Epchen“ (Ob
der letzte Pilcher-Film gemeint war?).
Besonders lustig-deftig geht es bei
den Neuschöpfungen der Jugendsprache zu:
Ü30-Party: „Mumienschubsen“; Apothekenumschau: „Rentner-Bravo“;
Blubbertopf (offizieller Begriff unbekannt) im Erlebnisbad: „Eierkocher“,
Potenzstörung: „Hardwareprobleme“ u. v. a. Beachtlich ist die Feststellung,
dass die Jugendsprache (insbesondere die hier dargestellte Art) aufs Englische
fast ganz verzichtet (jedenfalls dann, wenn es die Gruftis auch verstehen
sollen). Unter sich hat z. B. „chillen“ noch einen Stellenwert weit vorn.
Journalistische Spielereien sind
meist nicht langlebig, schaffen aber kurz Aufmerksamkeit:
Merkelhaftigkeit; Westerwelle findet nicht statt; Killer-Bestie; Wir sind Papst;
Bundestrojaner (Überwachungssoftware).
Angeregt durch den spritzigen Vortrag wussten viele Teilnehmer weitere Beispiele hinzuzufügen.
Text: Rudi Erler
Foto: Diethold Tietz

So rief der Sprachrettungsklub
Bautzen/ Ol. e.V. in der „SZ“ auf und lud nicht nur Mitglieder, sondern auch
Gäste und Sprachinteressierte zu dieser Reise ein. Das erste Ziel war die Anna
Amalia Bibliothek. Alle hatten noch die Schreckensmeldung vom 2. September 2004
vor Augen:
Die einzigartige Bibliothek ist ein
Opfer der Flammen und unwiederbringliches Kulturerbe ist zerstört worden. Auch
wir Mitglieder des Sprachrettungsklubs nahmen an der spontan einsetzenden
Spendenaktion teil. Schon 1788 hieß es in einem Reisebericht: „ Die Weimarer
Bibliothek behauptet unter Deutschlands Bibliotheken einen vorzüglichen
Rang.“ In einer einzigen Nacht sollte es in Schutt und Asche versinken! –
Viele Menschen aus allen Bevölkerungsschichten setzten sich mit Elan ein,
dieses Kulturerbe erhalten zu helfen. Schon am 24. Oktober 2007 kam es zur
Wiedereröffnung. Nun standen wir vor dem historischen Bibliotheksgebäude,
schauten und betrachteten die Innenräume, erahnten die großen Leistungen, die
vollbracht wurden und auch noch werden, um alles im alten Glanz wiedererstehen
zu lassen. Noch lange Zeit und Geld wird gebraucht, um beschädigtes
Buchmaterial zu restaurieren und wieder der Forschung bereitzustellen. Welche
großartigen Leistungen können Menschen vollbringen, die mit dem Herzen in
ihrer Kultur verwurzelt sind! –
Ein Besuch der Fürstengruft schloss
sich an. Ehrfurchtsvoll verweilten wir an der Ruhestatt Schillers und Goethes.
Sie regte uns zum Nachdenken an: Wenn die Mächtigen Kultur fördern, entsteht für
das Volk ein geistiger Lebensraum geprägt von Humanismus. Kriege dagegen zerstören
alles.
Am nächsten Tag besuchten wir das
Wohnhaus Schillers. Schon 1847 wurde es von der Stadt Weimar zur Einrichtung
einer Memorialstätte für den Dichter erworben. Das zeugt von Wertschätzung
auf gleicher Höhe mit Goethe. Da es den Organisatoren gelungen war, jemanden zu
einer Führung zu finden, der besonders engagiert über Schiller und seine Zeit,
die Lebensverhältnisse und Briefe berichtete, wurde es für uns ein
sprachliches Erlebnis. Fühlen konnten wir seine feinen, ausdrucksstarken Worte,
die ganz leise auch Hintergründigkeit spüren ließen. Er selbst sagt dazu: „
Und mein geflügelt Werkzeug ist das Wort.“
Besonders die junge Generation sollte
diese Werte für sich entdecken. Beeindruckt waren wir über die vielen
Jugendgruppen, die auf den Spuren der deutschen Klassiker wandelten. Sie
umlagerten das Goethe- Schiller- Denkmal am Theaterplatz und posierten mit einem
eigenen Foto am Fuße der Dichterfürsten. War es nicht auch ein Bekenntnis? –
Den Abschluss der schönen Fahrt bildete ein Stadtgang mit dem auch den Bautzenern bekannten Professor Schwarzbach. Als Architekt glüht er für die Bauten Weimars. Stolz sprach er über die Entstehung der Stadt, ihre große Blütezeit, dem Einfluss der Fürsten auf Kunst und Kultur und wie das heutige Weimar aufgebaut und erhalten wird. Wir folgten ihm und waren begeistert, sahen wir die Klassiker- Stadt im Wandel der Zeiten und erhielten ein bleibendes Bild von ihr. Der Aufenthalt war für alle ein Gewinn.
ein paar Erinnerungsfotos:




Besonders gedankt sei an dieser Stelle
Diethold Tietz und Marion Schleyer, die diese wundervolle Fahrt für uns
organisierten.
Text:
Reingard
Böhmer
Fotos: Diethold Tietz
Tag der Vereine zum 1009. Bautzener Frühling 2011
Der 13. Auftritt der Sprachretter zum 16. Tag der Vereine stand ganz unter dem Zeichen „Straße der deutschen Sprache".
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Dieses Projekt, aus der Taufe gehoben vom Chef der „Deutschen Sprachwelt" Thomas Paulwitz, liegt dem
SRK sehr am Herzen. Wir werben dafür in der Öffentlichkeit und knüpften
bereits erfolgreich Kontakte zu den Stadtverwaltungen Bautzen und Zittau. Neben
der Sichtwerbung für die SddS gab es an unserem Stand eine Befragung der
Standbesucher. Das Ergebnis können Sie hier lesen.
Der überwiegende Anteil der Befragten
möchte, daß Bautzen einmal Station der geplanten Sprachstraße sein möge.
Oberbürgermeister Christian Schramm bekundete die Bereitschaft der Stadt, dem
Vorhaben beizutreten, sobald die entsprechenden Voraussetzungen von den
Initiatoren geschaffen worden sind.
Die Befragung wurde von einer Tombola begleitet, für deren materielle Bestückung wir der Firma Rossmann herzlich danken. Ein Bücherbasar durfte nicht fehlen. Restbestände des Bautzener Skatspiels (vom SRK zur Tausendjahrfeier der Stadt herausgegeben) fanden dankbare Abnehmer.
Wie in den Jahren zuvor führten wir zahlreiche Gespräche, wenngleich die Besucherzahlen offenbar hinter denen vergangener Vereinstage zurückblieben. Besonders die jüngeren Generationen waren recht schwach vertreten. Besonderes Interesse äußerten viele Besucher für die Arbeit des SRK, seine Ziele und Erfolge. Großes Interesse und viele Abnehmer fanden wie stets die Ausgaben der „Deutschen Sprachwelt" aus den letzten zwölf Monaten. Wir versäumten auch nicht, für den Köthener Sprachwettbewerb die Werbetrommel zu rühren. Manche interessierte Lehrer und Eltern bzw. Großeltern schreibfreudiger Jugendlicher nahmen dankbar die Broschüren der zurückliegenden Wettbewerbsjahre mit nach Hause – möge dies im nächsten Jahr weitere junge Menschen aus der Oberlausitz zur Teilnahme ermutigen.
Stilblüten von Politikern und
Medienstars sorgten dafür, daß unsere Gäste viel zu lachen hatten. Lesen Sie mehr
hier und
dort...
Text: Diethold Tietz
Fotos: Bernd Heinze, Diethold Tietz

Am 31. Mai hielt der Historiker und
Slawist Dimtrij Torizin, Vorsitzender des Vereins „Leuchtturm – Majak“, im
Sprachrettungsklub Bautzen einen stark beachteten Vortrag zur Geschichte der
russischen Literatursprache. Er spannte den Bogen von den Anfängen des
slawischen Schrifttums bis zur russischen Sprache der Gegenwart.
Foto: Diethold Tietz
Mit einer freudigen Mitteilung für die Sprachretter eröffnete der Vorsitzende, Diethold Tietz, den Klubabend am 26.04 2011. Die Stadt Bautzen wird sich an dem Projekt „ Straße der deutschen Sprache“ beteiligen. Zittau und Kamenz signalisierten ebenfalls ihre Teilnahme. Hintergrund für diese Sprachstraße ist ein Weg, der drei ostdeutsche Bundesländer touristisch verbindet. In diesen Ländern sind vor und nach Luthers Bibelübersetzung starke Spuren bei der Entwicklung der deutschen Sprache durch Dichter und Denker hinterlassen worden. Wir Bautzener in unserem Raum der Zweisprachigkeit gehören mit dazu!
Erstmalig trat Lukas Kretzschmar, ein Schüler der 8.Klasse des Philipp- Melanchthon-Gymnasiums, mit einem seiner Gedichte auf. Er hatte Schillers Ballade vom Handschuh in sein „Heute“ versetzt. Die Worte flogen sehr spritzig und in gutem Deutsch zu uns Älteren hinüber. Verständnisvoll lächelte jeder Erwachsene in sich hinein und erinnerte sich an seine Jugend.
Später wurden die Lachmuskeln der Teilnehmer aktiviert. Reingard Böhmer zitierte aus der „ Galettiana“, einer Sammlung von Professorenwitzen, die auf den Gothaer Historiker und Gymnasialprofessor Johann August Galletti ( 1750- 1828) zurückgeht. Es waren eben Kathederblüten! Unsere deutsche Sprache kennt so viele Doppeldeutigkeiten und Möglichkeiten einen feinsinnigen Humor zu erzeugen, an dem wir uns auch im Alltag erfreuen können. Wir müssen nur unsere eigene Muttersprache besser wahrnehmen.
Für alle Generationen ist unser Sprachrettungsklub offen, so konnten wir uns
wieder über den Beitritt eines weiteren Mitglieds freuen.
Text: R.Böhmer
Fotos: D.Tietz
Wie man das Deutsche vor 350 Jahren in unserer Region pflegte
Muß denn der
Beschäftigung mit unseren „Sprachvorreitern" aus dem Barock heute
zwangsläufig der Hauch akademischer Stubenhocker anhaften? Diese Frage mag
manchen der knapp 20 Sprachretter und Gäste bewegt haben, die am 29. März
dem Vortrag von Dirk Herrmann unter dem Titel „Fruchtbringende
Sprachverbesserer oder arge Erznarren?" lauschten. Um es vorweg zu nehmen:
Der Referent bewies, getragen von hoher Sachkenntnis, daß der Rückblick
auf die Wegbereiter einer deutschen Sprachentwicklung - weg von Latein und
Französisch – recht kurzweilig, unterhaltsam und gegenwartsbezogen sein
kann. Die damals gegründeten
Sprachgesellschaften (unter ihnen die 1617 in Weimar gegründete „Fruchtbringende
Gesellschaft") standen nicht nur für „Sprachrichtigkeit,
Sprachreinheit und Sprachschönheit" , sondern sie wirkten auch an der
Schaffung einheitlicher Sprachgrundlagen mit. Manch fremder Begriff wurde
eingedeutscht, wie z.B.: Liberey > Bücherei, conventio >
Vertrag,
Gusto > Geschmack. Etwa zwei bis zehn Prozent davon überlebten die
Jahrhunderte. Aber es wurde auch manch Sprach-Unsinn verzapft, der den Spott
vieler Zeitgenossen und nachfolgender Generationen herausforderte. Zu den
namhaften Spöttern zählte Zittaus berühmtester Sohn, Christian Weise. Es
lohnt sich durchaus, solche „Sprachblüten" dem Vergessen zu
entreißen, wie: Tageleuchter < Fenster,
Zitterweh < Fieber,
Zeugemutter < Natur, Leichentopf < Urne,
Naturbeschreiber <
Botaniker, Jungfernzwinger <
Kloster
 

Text: Diethold Tietz
Fotos: Rudolf Erler/Diethold Tietz
Mehr können sie hier lesen
Die
Leipziger Buchmesse 2011 ist Geschichte.
An der Seite von Thomas Paulwitz (Deutsche Sprachwelt) und Vertretern der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft hielten Marion Schleyer und Diethold Tietz die Fahne des SRK hoch.
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In
hunderten von Gesprächen tauschten wir mit interessierten Messebesuchern
Gedanken aus und vermittelten engagiert-optimistisch unsere Argumente für
den Erhalt unserer Muttersprache.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen diesmal die geplante Straße der
deutschen Sprache und das erfolgversprechende Treffen der DSW mit
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am Vorabend der Buchmesse.
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Unseren DSW-Stand besuchten überraschend viele interessierte Jugendliche.
Zahlreiche Deutschlehrer -auch aus dem Ausland- zählten ebenfalls zu
unseren Gesprächspartnern. Diese Gruppen interessierten wir
insbesondere für den Köthener Schreibwettbewerb.
Absoluter
Publikumsrenner war der DSW-Aufkleber, der den Bezug zur Sprachstraße
herstellte. Eine völlig neue Erfahrung für uns: Bereits einige Stunden vor
Messeschluß waren die 4.000 Exemplare der aktuellen DSW-Ausgabe vergriffen.
Auch die 4.000 Exemplare vorangegangener Ausgaben waren stark
dezimiert.
Einziger Wermutstropfen aus Bautzener Sicht: Wir hatten uns viel von einem
persönlichen Kontakt mit Uwe Steimle erhofft, doch leider fiel seine
Lesung krankheitsbedingt kurzfristig aus.
Text: Diethold Tietz
Fotos: privat
Dr.Albrecht Balzer sprach am 22.02.2011 zum Thema: Wie wir uns im In- und
Ausland verständigen

Das Thema versprach interessante Gedanken, als der Bautzener Sprachrettungsklub zu seinem monatlichen Vortragsabend einlud, übrigens zum bereits 156. Klubabend. Dr. Albrecht Balzer aus Zittau referierte über die nicht so einfach zu beantwortende Frage „ Wie wir uns im In- und Ausland verständigen sollten“. Dass dies ein kurzweiliger Vortrag wurde, lag wohl neben der wissenschaftlichen Gründlichkeit des Referenten auch an der Reiselust des Vortragenden. Unterwegs in aller Herren Ländern beobachtete Dr. Balzer seine Landsleute und- was wunder bei einem Mann der Sprache- schaute ihnen „aufs Maul“, wie es da stumm in fremder Sprachwelt blieb oder noch schlimmer lauthals grobdeutsch plapperte. Die Zuhörer, deren es viele waren, hörten nicht nur artig zu, sondern gaben auch aus ihren eigenen Erfahrungen kund, was man so erleben kann, wenn man in fremde Länder reist. Nun weiß ja jeder, dass die Germanen /Deutschen von den Slawen deshalb Niemcy genannt wurden, weil sie něme, stumm blieben und als Gesprächsmuffel ausgemacht wurden. In heutiger Zeit, so Dr. Balzer, wäre es nicht nur nützlich, sondern obendrein höflich, zumindest wenige Wörter des Umgangs in der Landessprache zu beherrschen. Überhaupt sei die Mehrsprachigkeit in Zeiten der umfassenden Reisfreiheit und nie erlahmenden Reiselust nicht nur wegen der Kommunikation angeraten. Erlebniswelten erschließen sich nun mal besser durch Zugang in Sprachwelten. Die Kehrseite der Medaille beleuchtete Dr. Balzer auch: Wie verhalten wir uns hierzulande gegenüber Gästen aus Nachbarländern und fernen Ländern, wie weit schlägt sich Gastfreundschaft auch in der Anwendung der Sprache der Gäste nieder. Dr. Albrecht Balzer wollte den Zuhörern keinen Sprach-Knigge aufdrängen, vielmehr Gedanken anregen, wie sich Mann und Frau und Kind im Umgang mit ausländischen Gästen auch sprachlich zuvorkommend bewegen können. Gedanken, die gerade für die von Touristen gern besuchte Stadt Bautzen nicht zu vernachlässigen sind.

Text:Sieghard Kosel
Fotos:Diethold Tietz
Sprachretter
im Bundestag
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| Blick ins Präsidium | Prominente aus Politik und Kultur | |
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| Nobelpreiträgerin Herta Müller, Prof.Dr.Hellmuth Karasek, Prof.Edda Moser | Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion |
Die UNESCO hat den
21. Februar zum Tag der Muttersprache erklärt. Aus diesem Anlaß lud die
Fraktion der CDU/CSU in den Bundestag ein. Der Kongreß „Sprache ist
Heimat“ fand mit mehr als 200 interessierten Gästen aus dem In- und
Ausland eine große Resonanz. Wir drei Teilnehmer vom Sprachrettungsklub
Bautzen (SRK) empfanden es als sehr ehrenvoll, daß wir zu den wenigen
Persönlichkeiten bzw. Institutionen zählten, die Wolfgang Börnsen (MdB)
in seiner Begrüßung besonders hervorhob. Namhafte Persönlichkeiten aus
Politik und Kultur hatten nicht nur im Präsidium Platz genommen, sondern
sie legten auch eindrucksvolle Bekenntnisse zu unserer Muttersprache ab.
Zu diesen bekennenden Sprachverfechtern zählten. Hellmuth Karasek, Volker
Kauder, Norbert Lammert, Edda Moser und nicht zuletzt die
Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.
Ein kurzes Fazit der Referate und der anschließenden Diskussion: die
Bedrohung der deutschen Sprache -vorwiegend durch uns selbst- wurde
unterschiedlich bewertet. Die Bedeutung einer jeden Muttersprache
(einschließlich regionaler Ausprägungen) für die Kultur und den Bestand
von Nationen wurde bildhaft und überzeugend unterstrichen, natürlich
frei von jedem Pathos und nationalistischer Überheblichkeit. Die Aufnahme
der deutschen Sprache in das Grundgesetz wurde mehrheitlich befürwortet.
In der kurzen Publikums-Diskussion wies der SRK auf die mit großem
Interesse aufgenommen Beiträge zur frühkindlichen Zweisprachigkeit (am
sorbischen Beispiel) hin, die im Vorjahr in Köthen präsentiert wurden.
Weiterhin informierte er über die Vision „Straße der deutschen Sprache“,
an deren künftiger Streckenführung auch Bautzen liegen soll.
Diethold Tietz
Fotos und weiterführende Informationen: www.veranstaltungen.cducsu.de
Stadtführung
einmal anders – "Oh Herr, bitte gib mir meine Sprache zurück"
mit Superintendent i.R. Reinhard Pappai am 25.1.2011
Hören Sie dazu das Lied der Gruppe Wise Guys mit dem Titel Denglisch
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Einen kurzweiligen Abend erlebte eine begeisterte Hörergemeinschaft, die der Einladung des Sprachrettungsklub/ OL. gefolgt war. Humorvoll und kritisch ließ uns Herr Superintendent i.R. Pappai einen Gang durch Bautzens Geschäftsstraßen nacherleben. Er stellte die berechtigte Frage: Was verbirgt sich hinter den englischen oder halbenglischen Firmennamen und Werbungen? –
Bei den Hörern löste sein Vortrag Schmunzeln und Nachdenklichkeit aus. Hinterfragt wurde, muss es ein „Service- point", ein „Styling- abend" oder ein „ Backshop" sein? Klingt es für unsere Ohren nicht vertrauter, wenn vom Früchtehaus, der Bäckerei oder Toms Kinderwelt zu lesen und zu hören ist. Oder welches Angebot eines Geschäftes verbirgt sich hinter „ biker boots mit Schnalle"?
Herrn Pappai und seinen Zuhörern drängte sich die Frage auf: Verstehen die Geschäftsleute und ihre Kunden die Werbetexte denn wirklich?-
Personen, denen die englische Sprache nicht geläufig ist, fühlen sich in der bunten, „modernen" Geschäftswelt fremd und ausgeschlossen.
„ Was ist
möglich, was ist nötig, was ist gar unmöglich?" Dieses einseitige
„Modernisierungsstreben" bedeutet ein Verhunzen unserer deutschen
Muttersprache. Wie können wir uns gegen dieses Verhunzen wehren?- Sehr
einfach!- Wir setzen Zeichen in unserer Stadt. Machen wir doch uns selbst
Mut und fragen in den betreffenden Läden, was sich hinter diesen fremden
Begriffen verbirgt und warum die vorhandenen deutschen Bezeichnungen
verschmäht werden. Gehen wir aufmerksamer durch Bautzens Straßen und mit
unserer Sprache um!
Text: Reingard Böhmer, Uta Reck
Fotos: Diethold Tietz
Der altehrwürdige Schwurgerichtssaal zu Bautzen hat in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte gewiß schon manch Tragisches gesehen und gehört, aber der Abend des 28. September 2010 ließ ihn staunend eine nicht alltägliche Nuance deutscher Rechtssprechung erleben.
Der Landgerichtspräsident Konrad Gatz verführte die etwa 90 Besucher meisterhaft in die Gefilde einer „Justiz zum Schmunzeln". In überaus unterhaltsamer Art brachte er authentische Auszüge aus dem schillernden Prozessgeschehen von einst und jetzt zu Gehör. Da blieb kaum ein Auge lachtränenleer.
Gatz wies einleitend darauf hin, daß Humor nicht gegen deren Verursacher gerichtet sein darf: Menschen sollten nicht erniedrigt, mißachtet oder zum Opfer billigen Klamauks gemacht werden. Im Gegenteil: Eine gewisse Bauernschläue und der Schalk im Nacken haben gar manch sympathisch Menschliches. In einem Beitrag bewies er, daß er sich auch vor entwaffnender Selbstironie nicht scheut.
Die Mitglieder des einladenden Sprachrettungsklubs Bautzen und die zahlreichen Gäste erlebten, daß die Justiz nicht nur ein Metier ist, das man am besten aus unbeteiligter Ferne verfolgt, sondern das auch viel Menschliches, Bürgernahes in sich trägt.
Das herzliche
Dankeschön an Konrad Gatz sei mit einer großen Bitte verbunden: Wenn Sie
eines fernen Tages Ihre Amtswürde mit dem wohlverdienten Ruhestand
tauschen werden, mögen Sie doch bitte den reichen Fundus Ihrer
gesammelten juristischen Schmunzeletten der dankbaren Nachwelt in Buchform
erhalten. Und bis es soweit ist, wären doch erste Leckerbissen im
alljährlich erscheinenden „Oberlausitzer Hausbuch" des
Lusatia-Verlages ein willkommener Vorgeschmack.
Text : Diethold Tietz
Foto: Privat
Pressegespräch zum Tag der deutschen Sprache 01.09.2010
Im Vorfeld des diesjährigenTages der deutschen Sprache (11. September)
empfing der SRK-Vorstand vier Vertreterinnen lokaler Zeitungen zum
Pressefrühstück. Die Ergebnisse dieses Informationsgesprächs werden in
Kürze hier unter Pressemitteilungen veröffentlicht. 
Im lockeren Gespräch(von links): Kerstin Unterstein (Mitteilungsblatt),
Constanze Knappe (für Serbske Nowiny), Carmen Schumann (für Sächsische
Zeitung), Sieghard Kosel (stellv. SRK-Vorsitzender). Nicht im Bild: Katja
Starke (Wochenkurier)
Text und Foto: Diethold Tietz
Die "Neue
Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V." veranstaltete
kürzlich den 4. Köthener Sprachtag. Der "Sprachrettungsklub
Bautzen/Oberlausitz e.V." hatte angeregt, die diesjährige
Veranstaltung dem Thema "Frühkindliche Bilingualität" (zwei-
und mehrsprachige Erziehung) zu widmen.
Zu den Hauptreferenten zählten Ludmila Budar (Untersuchungsergebnisse zum
bilingualen Spracherwerb von Kindern in der sorbischen Lausitz) und Dr.
Georg Brankatschk (Erkenntnisse aus der Hirnforschung für das Lernen).
Die fast 100 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands und aus Österreich
verfolgten den Ausführungen der beiden Sorben mit großem Interesse. Die
anschließende Diskussion (Moderation: Diethold Tietz), zeugte von hohem
Interesse und großer Bewunderung für die geschilderten
Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse. Auch die kurze und einprägsame
Einführung von Budar in Lebensraum und Kultur der Sorben war von hohem
Stellenwert, zumal viele der Anwesenden davon bisher wenig oder keine
Kenntnis hatten. Es wurde vom Veranstalter und von zahlreichen Teilnehmern
eingeschätzt, dass beide Referenten in hohem Maße zum erfolgreichen
Verlauf der Veranstaltung beigetragen hatten.
Diethold Tietz
22.August 2010
Foto: Autor
Straße der
deutschen Sprache 20.06.2010
Thomas Paulwitz, Chefredakteur der „Deutschen Sprachwelt“, stellt seine Vision von einer „Straße der deutschen Sprache“ vor, die zunächst Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen miteinander verbinden soll. Im Rahmen einer breiten Diskussion verpflichtet sich der SRK, zielführende Gespräche mit OB Christian Schramm und Trägern der sorbischen Sprache und Kultur zu führen.

Wie alle Jahre wieder mischte sich der SRK unter die Vereine, die an
Infoständen, bei Bühnenauftritten und in anderer Form über ihr Wirken
berichteten...
Bei in diesem Jahr seltenen Sonnenschein hatte unser Stand in
unmittelbarer Nähe des Bautzener Simultan-Doms den gewohnten erfreulichen
Zuspruch, besonders bei der Umfrage: "Ich liebe die deutsche Sprache,
weil ..."
Foto: SRK
Im überfüllen
Kleinen Saal des Bautzener Burgtheaters erlebte die Saison 2009 / 2010 der
Veranstaltungsreihe “Literatur vor Mittag“ einen würdigen Höhepunkt.
Es war nicht nur die 66. Veranstaltung dieser Reihe, die mit viel
Sachverstand und Liebe vom DSVTh (in Person der Dramaturgin Eveline
Günther) und dem Chef des Lusatia-Verlages Dr. Frank Stübner die
Zeiten überdauert. Die Autorin wunderschöner Heimatliteratur konnte und
wollte auch ihre bisherige Zugehörigkeit zum Bautzener Sprachrettungsklub
nicht verleugnen. So erzählte Sie in Erinnerung an ihre drei Heimatorte,
daß es kurioserweise in Neusalza einen City-Coiffure und einen
City-Imbiß gibt, obwohl weit und breit keine City in Sicht ist. Nicht
einmal Berlin hat eine City, sondern einen Alex und einen Ku’damm. Also
folgert sie klug und weise: Wie wäre es in Neusalza mit einem „Friseur
am Markt" und einer "Einkehr am Markt"?
Annelies Schulz

Am 27.04.10 war der langjährige Schauspieler des Deutsch- Sorbischen Volkstheaters Bautzen Michael Lorenz im Sprachrettungsklub eingeladen. Er las Kostproben aus seinem Buch „ Theatergeschichten“ von 1413 – 1900. Mit Spannung lauschten die zahlreich erschienen Mitglieder und auch Gäste seinen Geschichten. Man merkte ihm seine Begeisterung für dieses Thema an. Der Funke sprang auf seine Zuhörer über. Das zeigten die Stille beim Hören und die anschließende Diskussion.
War es doch interessant, wie das Schauspiel in unserer Region auch für das einfache Volk seinen Anfang nahm. Die wechselvolle Geschichte und der Zeitgeist spielten im Theater Bautzens eine große Rolle. Die Sprache war das Bindeglied zum Volk. Die erste Aufführung fand 1100 zur Bekehrung der „Heiden“ statt. Wer waren wohl diese Heiden? – 1513 kam es bei Aufführung einer Komödie zu einer Katastrophe. Viele Schaulustige wollten die Aufführung sehen und stiegen zu dem Zweck aufs Dach des Gewandhauses. Es kam zum Einsturz. 30 Tote und eine Anzahl Schwerverletzter wurden beklagt. 1722 trat die „Neuberin“ in Bautzen im 1. Schauspielhaus auf. Der Gründer war der Komponist Hering.
Viele großartige Schauspieler zog es nach Bautzen. Sie waren bei ihren Gastspielen begeistert vom Publikum. Es verhielt sich stets offen, war eicht zu begeistern und verfügte immer über viel Sachverstand. Diese Eigenschaft habe es sich bis zum heutigen Tage erhalten, so Michael Lorenz.
Es zeigte sich aber auch, knappes Geld, Inkompetenz von Geldgebern und Räten in der Geschichte brachten schwere Zeiten fürs Theater. Dieses Thema kennen wir heute sehr gut. Die Stiftung für das Sorbische Volk gab Geld für ein Gutachten aus. Es solle die sorbische von der deutschen Bühne getrennt werden. Das würde einschneidende Folgen für die Bikultur in unserer Heimat haben. Der Verfasser des Gutachtens kennt weder die Geschichte der Lausitz, noch hat er Erfahrungen mit Theaterkunst. Es käme zu einer Katastrophe, wenn nicht gar zum Untergang unseres schönen Theaters. Das darf nicht geschehen.
Den 1. Teil des Buches seiner „Theatergeschichten“ hat Michael Lorenz abgeschlossen. Am 2. Teil arbeitet er noch. Leider geht es ihm wie allen Kunstschaffenden, zum Veröffentlichen fehlt das Geld.
Der Kreis vom
Dienstag dieser Woche fand die Ausführungen von Michael Lorenz sehr
spannend und er begeisterte. Mit Akribie und großem persönlichen
Engagement trug er alle diese wunderbaren, geschichtlichen Tatsachen
zusammen. Wir wünschen uns, dass sich Sponsoren finden und die Bautzener
ihre lange Theatergeschichte in den Händen halten können, um sie auch
ihren Kindern weiterzugeben. Nochmals herzlichen Dank für den schönen
Abend.
Reingard Böhmer
Missverständnisse, die aus der Sprache kommen Bautzen(CK/SN) Die Sprache ist die wichtigste Form der Kommunikation zwischen den Menschen, deshalb kommtes dabei immer wieder zu Missverständnissen . Das erklärte die Wissenschaftlerin Dr. Beate Brezan den Mitgliedern des
Sprachrettungsklubs Bautzen/Oberlausitz. Die Fähigkeit des Sprechens ist dem Menschen angeboren. Im Laufe der ersten sieben
Lebensjahre lernt er sich auszudrücken, die
theoretischen Grundlagen dessen erkennt er erst später. „ Die Sprache
selbst ist ein System von Tönen und Zeichen und ihrer Verbindungen. Damit
sich die Leute verstehen können, existieren Regeln für den sinnvollen
Satzbau“, sagte die Referentin. Ungeachtet dessen kommt es immer wieder
zu Missverständnissen, die nicht nur aus der individuellen Beherrschung
der entsprechenden Sprache kommen. „ Missverständnisse erwachsen oft
aus der verkehrten
Interpretation dessen, was der andere ausdrückte.“ Außer des verbalen
Inhalts beeinflusst auch die Mimik, Gestik und vor allem der Unterton der
Stimme die Kommunikation. Bei einem schwierigen Thema spürt der
Gesprächspartner die innere Unruhe durch die Motorik der Stimmbänder des
Redners. Die vermeintliche sachliche Diskussion wird mit dem Vibrieren der
Stimme bis zum Streit gesteigert. Mit vielen Beispielen zeigte Dr. Brezan
auf, wie man „im Wesen der Sprache“ verankerten Missverständnissen
entgegen wirken könne. Die Bautzener Sprachretter werden sich an der
interkulturellen Woche im September beteiligen, die von der
Ausländerbeauftragten des Kreises Bautzen, Anna Pietak-Malinowska
initiiert wurden. Ihr Thema wird der Wert der Mehrsprachigkeit sein und
weshalb dies zugleich zum Vorteil der Muttersprache ist.
Aus: Serbske Nowiny vom 31.03.2010
Autorin: Constanze Knappe
Übersetzung: Sieghard Kosel
Anläßlich der
"ersten vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren,
in binärer Gleitpunktrechnung arbeitenden Rechenanlage"
veröffentlicht die Deutsche Sprachwelt in ihrer Sommer-Ausgabe 2010 einen
Bericht zum Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen
Forscher-Persönlichkeit. Dabei wird seine wichtige Lebensstation
Hoyerswerda besonders im Mittelpunkt stehen.

„SRK auf Buchmesse in Leipzig“
Auch in diesem Jahr waren zwei Mitglieder des Sprachrettungsklubs in
Leipzig zur Buchmesse im Einsatz. Am Stand der Zeitschrift„Deutsche
Sprachwelt“ vertraten Diethold Tietz und Marion Schleyer unser Anliegen.
Der positive Zuspruch der Besucher hat deutlich zugenommen. Gern
beteiligten sich Interessenten an der
Aktion „1 000 Gründe für die deutsche Sprache“.
Diese Gründe
können Sie hier nachlesen

Der Markt der
Möglichkeiten war auch in diesem Jahr eine willkommene Gelegenheit, dass
wir uns mit unserem Anliegen in der Öffentlichkeit präsentieren konnten.
Viel Zuspruch gab es zur Befragung "Ändert sich der
Sprachgebrauch?" (s. Bild)
Der meist dicht umlagerte Stand erbrachte viele Gespräche mit alten
Bekannten und interessierten Neulingen.
Die ausgewählten Bildtafeln des Werbetext-Wettbewerbs (Aktion Deutsche
Sprache, Hannover/Rossmann-Centaur) fanden viel zustimmendes Interesse.

Prof. Ludger Udolph setzte seinen im Mai begonnen Vortrag fort. Dazu ein
Beitrag von Rudolf Erler:
Man könnt'
sich ja auch manchmal aufregen über heutigen Sprachunfug, bis der
Kreislauf kollabiert. Oder sich totlachen.
Dem vorgebeugt hat der Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz durch seine
Arbeitsmethode der "fröhlichen Aggressivität" beim Anprangern
von Denglisch und anderen Verstümmelungen der deutschen Sprache. Und
gelegentlich ist ein Blick über den Tellerrand, sprich über die
Ländergrenzen, ganz hilfreich.
So luden wir uns zu einem Vortrag über "Tschechische Sprachpflege
vom Mittelalter bis heute" Prof. Dr. Ludger Udolph vom Institut für
Slawistik der Technischen Universität Dresden ein. Der in der Nähe von
Bautzen wohnende, seit 1992 in Dresden lehrende Westfale mit
sächsisch-schlesischen Wurzeln zog schon nach wenigen Sätzen mit
interessanten Inhalten und seiner Vortragskunst die Zuhörer in seinen
Bann.
So wurde uns unter anderem bewusst, dass das doch recht kleine Sprachvolk
der Tschechen über Jahrhunderte einen immerwährenden Kampf um den Erhalt
seiner Sprache führen musste. Wir zittern und zetern heute schon, wenn
wissenschaftliche Vorträge auf deutscher Bühne auf Englisch gehalten
werden. In Böhmen sprach man bis zum 13. Jahrhundert Tschechisch nur auf
dem Lande, sonst herrschte Latein und Deutsch vor. Wussten Sie, dass
König Wenzel eigentlich kein Tschechisch konnte? Seine persönliche Bibel
war in Deutsch geschrieben. Trotzdem kamen immer wieder einflussreiche
Personen oder Vereinigungen zum Zuge, die die Übermacht des Deutschen
zurückdrängen konnten. Eine Schlüsselrolle nahm die Kirche ein, die von
den Geistlichen die Abhaltung der Gottesdienste in Tschechisch forderte.
Böhmen und Sachsen, Ursprungsländer starker reformatorischer Bewegungen,
tauschten Geisteswissenschaftler aus. Mit den Habsburgern wendete sich in
Böhmen aber wieder das Blatt. Und bei all dem Hin und Her ging es
jedesmal um Kopf und Kragen! Wohl dem, der sich in mehreren Sprachen
auskannte. Die jüngere Geschichte mit den markanten Jahreszahlen 1918,
1938 und 1945 hat ebenfalls viele Schauplätze zu diesem Thema.
Kleine persönliche Reminiszenz: Ich lebe nun schon über sechzig Jahre
nur gute 20 km von Böhmen entfernt und kann kein Tschechisch!
Beschämend! Als Sprachretter könnte ich aber viel von unseren südlichen
Nachbarn lernen.
Liebe
Sprachfreunde,
diese kleine Reminiszenz von der bunten Veranstaltung zum TdS am Sonnabend
Vormittag soll allen, die nicht dabei sein konnten, einen kleinen
Eindruck verschaffen. Den Anwesenden sei sie eine kleine Erinnerung.
Die anderthalb Stündige Veranstaltung - der Zeitplan wurde punktgenau
eingehalten (!)- im Haus der Sorben war im wahrsten Sinne des Wortes bunt
und vielfältig. Nach einer kurzen Begrüßung durch den SRK-Vorsitzenden
spannte Sieghard Kosel, stellvertretender Vorsitzender, in seinem
"Wort zum Tage" den sprachlichen Bogen mit journalistischer
Prägnanz von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, dabei den
kulturellen Wert wie auch die politische Beeinflussung und
Beeinflußbarkeit von Muttersprachen, unterstreichend. Dabei bediente er
sich historischer Zeitzeugen wie Ludwig Börne und F.C. Weiskopf, die bis
heute kaum an Aktualität eingebüßt haben. Er verwies auf die jüngste
Veröffentlichung der Deutschen Sprachwelt zum unterschiedlich
akzentuierten Eintreten der im Bundestag vertretenen Parteien für die
deutsche Sprache in Wahlprogrammen wie in der Realität. Und auch dieses
zumeist verhaltene Engagement ist wohl nur deshalb überhaupt vorhanden,
weil inzwischen 78 % der Deutschen fordern, mehr für die Sprache zu tun.
Nicht zuletzt auch der Sprachrettungsklub steht für die Kritik am
unbefriedigenden Stellenwert der deutschen Sprache und verweist auf die
ebenso vielfältigen wie offenkundigen politisch-kulturellen Ursachen
dieser Fehlentwicklung.
Die beliebte Bautzener Schauspielerin Janina Brankatschk las kurze
Passagen von Kunze, Brecht und Lessing. Dem SRK-Motto von der
"Fröhlichen Aggressivität" geschuldet durfte auch eine
Huldigung des zu Unrecht viel geschmähten sächsischen Dialekts nicht
fehlen. Die meisterhaft vorgetragene Säk'sche Ballade "Begasus im
Joche" der unvergessenen Lene Voigt sorgte für ungebremste
Heiterkeit. Zum Abschluß dieses Programmteils "Kurzer Streifzug
durch die deutsche Literatur" las Frau Brankatschk die
"heimliche Hymne" der Sprachretter: Erich Kästners "Sogenannte
Klassefrauen". Natürlich geht es uns dabei nicht um
Frauen-Diskriminierung, sondern im übertragenen Sinne um die
Lächerlichkeit denglischer Sprach-Modetorheiten.
Den Abschluß des thematischen Teils gestaltete Mirko Brankatschk,
ebenfalls ein sehr erfolgreiches Mitglied des Deutsch-Sorbischen
Volkstheaters. Unter dem Motto "Zwei Sprachen in einer Region".
Der Sorbe zeigte anhand eines sorbischen Liedtextes in sehr anrührender
Weise, welche tief verborgene Werte in einer Muttersprache stecken. Zum
Teil nicht übersetzbar, aber fühlbar für andere und verstehbar für
Fühlende. In der gefühlsbetonten Art dieser sprachlichen Offenbarung
steckte viel Herzblut. Vielleicht war es gar der Höhepunkt des Tages, als
auf Zuruf des ebenfalls anwesenden Theaterintendanten Lutz Hillmann Sohn
und Mutter Brankatschk dieses Lied anstimmten, sogleich begleitet von
einigen der Zuhörer.
Nicht zu vergessen seien die tänzerischen Einlagen von jungen Talenten
des Vereins "Leuchtturm-Majak". Die 13 Mädels zwischen 4 und 12
Jahren begeisterten das Publikum mit Tänzen aus aller Welt. In ihren
farbenfrohen, vom Verein selbst geschneiderten Kostümen verzauberten sie
mit zum Teil sehr hoher Qualität ihrer Darbietungen. Aber auch das Küken
der Veranstaltung löste beim Kükentanz Beifallsstürme aus.
Bemerkenswert: Obwohl zeitgleich in Borna der Aussiedlertag stattfand, an
dem der Verein mit einer großen Kulturgruppe teilnahm, ermöglichte der
Verein diesen Auftritt bei den Sprachrettern. Selbst die gute Seele des
Vereins, Valentina Neuwert, verzichtet auf Borna und entschied sich für
unsere Veranstaltung. Dafür unser ganz besonderes Dankeschön.
Diethold Tietz
Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V.
Fotos: SRK
Frau Dr.
Beate Brezan las aus dem letzten Buch Ihres Schwiegervaters, des
sorbischen Schriftstellers Jurij Brezan und lud dann zu einer Begegnung
mit den Wohnräumen des Dichters ins Haus. Auch im Garten genossen wir
authentisch seine Worte.
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An schließend
luden uns Beno Budar und seine Frau Ludmilla in ihre
"Literaturscheune" ein. Ihr Wirken für die Förderung der
sorbischen Sprache rief Bewunderung hervor.
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Herzlichen Dank an
unser Klubmitglied Sieghard Kosel für die Vermittlung dieses besonderen
Erlebnisses.
Fotos:SRK
Liebe Sprachfreunde,

wie alle Jahre wieder mischte sich der SRK unter die (diesmal 80) Vereine,
die an Infoständen, bei Bühnenauftritten und in anderer Form über ihre
Wirken berichteten...
Bei herrlichem Sonnenschein hatte unser Stand in unmittelbarer Nähe des
Bautzener Simultan-Doms den gewohnten erfreulichen Zuspruch. Unser
"Heiteres Sprachquiz" war diesmal das besondere
"Bonbon". Die mehr als 60 Mitmacher (von 12 Jahren aufwärts)
übertrafen unsere Erwartungen - sie alle hatten viel Spaß mit unseren
Bilderrätseln.
Foto: SRK
Weitere Themen waren die Aktion "SALE", "Deutsch ins
Grundgesetz", zahlreiche Sprachdiskussionen, aber auch die
Unterstützung des SRK (und Kandidatur eines Mitglieds) für die
Wählervereinigung "PEGASUS", die in zwei Wochen erneut zur
Stadtratswahl antritt. Der Bürgermeister (OB war zur Präsidentenwahl in
Berlin) lobte bei seinem Rundgang besonders unsere Schautafel
"Bautzen in "Deutsche Sprachwelt"".

Meinbesonderer Dank
gilt dem Einsatz der Sprachretter bei der Standbetreuung. Obwohl unsere
Mitglieder von Berlin über Hoyerswerda, Zittau, Görlitz bis Apolda
ansässig sind, beteiligten sich mehr als 25%!
Herzliche Grüße
Diethold Tietz
Foto: Heinze
PS: Wer das Quiz nachnutzen möchte, möge mir das bitte kund tun - ich
möchte zuvor einen Urheberverweis ergänzen. Übrigens gab es schon
Nachfragen von Lehrern zur Nutzung im Unterricht.
Der Markt der Möglichkeiten war auch in diesem Jahr eine willkommene
Gelegenheit, dass wir uns mit unserem Anliegen in der Öffentlichkeit
präsentieren konnten. Viel Zuspruch gab es zur Unterschriftensammlung
"Deutsch ins Grundgesetz" (s. Bild) und die neue Aktion für
gute Werbesprüche (Aktion Deutsche Sprache, Hannover/Rossmann-Centaur).
am vergangenen
Sonnabend war wieder ein voller Erfolg für den SRK und unser aller
Sprachanliegen. Der meist dicht umlagerte Stand erbrachte viele Gespräche
mit alten Bekannten und interessierten Neulingen. Auch die lokale
Politprominenz war zugegen. Die ausgewählten Bildtafeln des
Geschäftsnamen-Wettbewerbs (Aktion Deutsche Sprache, Hannover/Rossmann-Centaur)
fanden viel zustimmendes Interesse.
Auch der MDR informierte:
Er stellte die in
Köthen/Anhalt wiedergegründete Neue Fruchtbringende Gesellschaft vor, in
deren Vorstand er und unter anderen unser Vorsitzender Diethold Tietz ist.
Eine fast 400jährige Tradition wird auf qualitativ höherer Stufe
fortgeführt unter dem Motto: „Alles zu Nutzen – allen zu Nutzen“.
Auch erläuterte er das Vorhaben der Gesellschaft, ein Haus der deutschen
Sprache in Köthen einzurichten. In der Diskussion kam der Gedanke auf,
dass Bautzen auch ein besonderer Ort für ein solches Haus wäre, sogar
mit Garten- oder Nachbarhäusern für Sorbisch, Tschechisch,
Polnisch."
Foto: SRK
From: Dr. Cornelius Sommer
To: barbarabalzer@web.de
Cc: sprachrettungsklub@web.de ; diethold.tietz@t-online.de
Sent: Wednesday, October 17, 2007 12:59 PM
Subject: 'Sprache im Dienst'
Lieber Herr Dr. Balzer,
abermals möchte ich Ihnen im Namen des Hauses der deutschen Sprache für
die freundliche Genehmigung zur Übernahme Ihres großartigen
Vortrags/Artikels danken (und dem Sprachrettungsklub dafür, dass ich
durch den in Köthen verteilten Text überhaupt erst auf ihn aufmerksam
geworden bin). Inzwischen steht der Text den Gästen des HDS zur
Verfügung. Wenn man sich bei Haus
der deutschen Sprache einwählt und dann "Deutsch in der
Welt" anklickt, findet man ihn.
Mit den besten Grüßen, Ihr
Cornelius Sommer.
Zur schnellen Information hier das Vortragsthema und einige Stichpunkte:
Sprache der Agitation
Sprache der Polemik
Der Untergang der Sprache im Dienst Ende 1989-1990
Diesen Vortrag hat Dr. Balzer auf der Bundesdelegiertenkonferenz des
Vereins Deutsche Sprache 2002 in Bautzen gehalten. Das Haus der deutschen
Sprache dankt ihm für die Genehmigung zur Übernahme des Textes und dem
"Sprachrettungsclub Bautzen/Oberlausitz e.V." (www.sprachrettungsclub.de)
für die Vermittlung.
Liebe
Sprachfreunde,
den diesjährigen Tag der deutschen Sprache am 8./9. September verbrachten
bekanntlich M. Schleyer und D. Tietz in Köthen, dem Gründungsort der
Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft.
Am Vormittag (3 Stunden) unterhielten wir gemeinsam mit drei weiteren
Spachvereinen, dem IFB-Verlag und der DSW-Redaktion im Zentrum Köthens
Informationsstände. Der Andrang an unseren Ständen war überschaubar.
Das war sowohl dem schlechten Wetter als auch anderen Faktoren geschuldet.
Die Ihnen bereits angekündigte Befragung, ob sich die Alltagssprache in
Ostdeutschland seit 1989 verändert habe, brachte ein eindeutiges
Ergebnis:
positiv (1) - negativ (29) - gar nicht (0).
Ein Drittel der Befragten waren Westdeutsche.
Höhepunkt des Tages war die Abendveranstaltung, in deren Mittelpunkt die
"Rede zur Sprache" des Schriftstellers Reiner Kunze stand. Dies
war ein eindrucksvolles und engagiertes Bekenntnis zum Stellenwert der
Sprache(n) und ein Plädoyer gegen die sprachverachtende und
sprachzerstörerische Rechtschreibreform. Diese bedeutende Rede wird in
der nächsten Ausgabe der DSW enthalten sein. Auszüge könnte ich auf
Wunsch zum September-Klubabend vorstellen. Reiner Kunze wurde zum ersten
Ehrenmitglied der NFG ernannt.
Die zehn Sieger und Platzierten des vom SRK angeregten
Schüler-Sprachwettbewerbes wurden ausgezeichnet und trugen ihre Arbeiten
vor. Die Quantität war beträchtlich (mehr als 200 Einsendungen), die
Qualität ebenso beeindruckend, wie wir das aus Bautzen kannten.
Die Veranstaltung wurde umrahmt von gelungenen musikalischen und
tänzerischen Darbietungen aus der Barockzeit. Die Aufführenden waren
Schüler und Lehrer eines Köthener Gymnasiums.
Mit besten Grüßen
Diethold Tietz
Foto: SRK
Unser
Internetauftritt, was kann verbessert werden? Zuarbeit durch
Klubmitglieder erwünscht.
Neues von der NFG: Unser Auftritt zum Tag der deutschen Sprache am 8.
September in Köthen. Ideen für eine neue Fragebogenaktion
zusammentragen.
Gedankt wurde unserem Mitglied Sieghard Kosel für seinen Artikel in der
"Deutsche Sprachwelt":
Wochenendfahrt nach Jelenia Gora zum G.-Hauptmann-Haus
Hier klicken zum Herunterladen des Reiseberichts von Herrn Dr. Balzer
Sorben sprechen unverdorben und zeigen: Identität wahren heißt Sprache schützen
Traditionell
errichteten wir einen Stand zum Tag der Vereine, diesmal auf der Inneren
Lauenstraße. Im Mittelpunkt unserer Offerten stand das vernebelnde
Politikerdeutsch, Klartext von uns gleich daneben. Am Nachmittag besuchte
unseren Stand der Bautzener OB Chr. Schramm.


Seit sieben Jahren
ist dieser vielbesuchte Vereinstreff am ersten Februarsonnabend in der
Lausitzhalle ein Muss für Bautzens Sprachretter. Der Stand war wie jedes
Jahr von Reinhard Gerlach ausgezeichnet ausgestaltet worden. Neben dem
neugewählten und dem jüngst in den Ruhestand getretenen
Oberbürgermeistern sorgten viele "Stammgäste" und auch
zahlreiche neue Interessenten dafür, dass der Stand zumeist dicht
umlagert war.
Fotos: SRK
Wir informierten, diskutierten und orientierten. Besonders erfreut waren
die Besucher darüber, dass ein rekonstruiertes Geschäfts- und
Wohnhochhaus nicht wie "angedroht" die Bezeichnung
"Lausitz-Tower" erhielt, sondern nun "Stadtpromenade
11" heißt. Die Sprachretter hatten vor Jahresfrist mit einer
Unterschriftenaktion und der Bitte um Namensvorschläge hierzu den
Ausschlag gegeben. Neben verschiedenen Informationsmaterialien und dem
beliebten Sprachretterkuli fand besonders die "Deutsche
Sprachwelt" großes Interesse und zahlreiche Abnehmer.
Diethold Tietz

Frau Dr. Opitz bei
ihrem Vortrag im SRK am 24. Okt. 2006
Hier klicken zum Herunterladen des Konspekts des Vortrags
Mit einem Glas
Bautzener Senf schaffte es der Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz
e.V., Bastian Sick, die Rechtschreib-"Konifere" (O-Ton Sick), zu
einer Lesung ans Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen zu locken. Davon,
dass sich dieser Einsatz gelohnt hat, konnten sich am 22. September 2006
über 200 Sprachbegeisterte überzeugen.Zwei Stunden lang las Bastian Sick
aus "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", Teil 1 und 2, und
stellte auch einige seiner neuen Kolumnen vor. Imperfekt, Imperativ, der
Anglizismen-Wahn und verdrehte Sprichworte - Sick nahm sein Publikum mit
auf eine Reise quer durch die Untiefen der deutschen Grammatik und
Orthographie. Dies tat er aber keinesfalls oberlehrerhaft mit erhobenem
Zeigefinger, sondern als sympathischer Sprachliebhaber, bei dem sich auch
selbst mal ein Rechtschreibfehler einschleicht. Witzig und locker wie
seine Bücher ist auch Bastian Sick selbst auf der Bühne.
Stilblüten wie die Werbung eines Schützenvereins ("Werde Mitglied,
lerne schießen, treffe Freunde") oder die Sprachgewandtheit eines
Sportreporters, der Jan Ullrich mit "Fliegen und Fahnen"
untergehen sah, ließen das Publikum aus dem Lachen nicht mehr
herauskommen. Höhepunkt des Abends war Sicks gesangliche Einlage, bei der
er Peter Alexander und Mireille Mathieu parodierte.
Im Anschluss an die Lesung zeigte sich Bastian Sick als Star zum Anfassen:
Im Foyer des Theaters signierte er seine Bücher und Poster und ließ sich
sogar mit uns, seinen größten Anhängern, fotografieren.
Foto:
SRK
Allen Sick-Begeisterten, die schon jetzt wie wir an
Entzugserscheinungen leiden, sei gesagt: am 01. Dezember erscheint der
dritte Teil von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" und im
kommenden Jahr macht er mit "Die große Bastian Sick Schau" Halt
in Dresden. Auch Bautzen, so hat er versprochen, wird er in naher Zukunft
wieder besuchen. In diesem Sinne, liebe Sprachfreunde: "Ewig währt
am längsten!".
Zwei Medien-Studentinnen, Mitglieder im SRK Bautzen/Oberlausitz
Juni 2006: Bald könnte es im Veranstaltungskalender des "Gerhart-Hauptmann-Hauses" in Jagniatków, dem Städtischen Museum der Partnerstadt von Bautzen Jelenia Góra, und im Veranstaltungsprogramm des Sprachrettungsklubs Bautzen / Oberlausitz gemeinsame Vorhaben geben. Die Direktorin des Gerhart-Hauptmann-Museums Julita Cieslikowska- Ryzy und die Vorstandsmitglieder des Oberlausitzer Vereins Diethold Tietz, seit Gründung vor 8 Jahren dessen Vorsitzender, der Zittauer Wissenschaftler Dr. Albrecht Balzer und der sorbische Publizist Sieghard Kosel kamen in der Villa Wiesenstein überein, gemeinsame Projekte von Museum und Verein in ihre Arbeit aufzunehmen.
Das " Gerhart-Hauptmann-Haus", jene Villa am Rande von Jelenia
Góra, in der der bekannte deutsche Schriftsteller Gerhart Hauptmann von
1901 bis zu seinem Tode im Jahre 1946 lebte, bietet mit Seminaren,
Vorträgen und anderen vielseitigen Veranstaltungen vorzügliche
Möglichkeiten für eine grenzüberschreitende und auch das sächsische
Dreiländereck einbeziehende Vermittlung von Wissen über den
Nobelpreisträger des Jahres 1912.
Foto: SRK
Die Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union sollte nicht nur als oft gepriesene Chance auch auf dem Gebiet des Kulturaustausches gesehen werden, sondern vor allem von den Kulturschaffenden als besondere Verpflichtung und Herausforderung verstanden werden", betonte die Direktorin des polnischen Museums. Frau Julita Cieslikowska-Ryzy sprach sich dafür aus, die künftige Zusammenarbeit als Beitrag zur Pflege und Festigung der Partnerschaft zwischen Jelenia Góra und Bautzen zugunsten der Bewohner beider Partnerstädte zu gestalten. Zudem sollten die Veranstaltungen das keine hundert Kilometer von Bautzen entfernten Haus auch in der Oberlausitz bekannt machen, meinten die Oberlausitzer Sprachpfleger. "Unsere Bautzener Beziehungen zur polnischen Partnerstadt sind recht umfangreich, doch die enge Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus brächte einen weiteren und wertvollen Gewinn", äußerte Vereinsvorsitzender Diethold Tietz.
Unter diesem Motto fand in Bautzen am 8. April 2006 ein großes und gut besuchtes Bürgerfest statt. Es war die Antwort auf einen geplanten Nazi-Aufmarsch, der jedoch glücklicherweise in letzter Minute verboten wurde.
Wir stellten den
Sprachretter-Infostand unter das Motto: „Deutsche Sprache und Kultur
gehören zu uns, Nazis aller Sprachen nicht!
Rund 50 Besucher beteiligten sich an unserer Umfrage, in welchem Umfang
die Mitglieder des Bundestages auf die bereits hier beschriebene „Sprach-Verpflichtungserklärung“
reagieren werden. Nach Einschätzung der Befragten werden rund 22% unserer
höchsten Volksvertreter dieses Zeichen für unsere Muttersprache setzten.
Die Bandbreite der Erwartungen reichte von beinahe 40 % der Fraktion „Die
Linke“ bis reichlich 10 % der FDP-Abgeordneten.
Momentan hinkt das reale Ergebnis diesen Erwartungen noch deutlich
hinterher. Warten wir ab, ob sich der Rücklauf noch deutlich verbessert,
oder ob unsere gewählten Spitzenpolitiker ein weiteres Mosaiksteinchen
zur allgemeinen Parteiverdrossenheit hinzufügen werden.
126.000 Besucher
zählte man auf Leipzigs Buchmesse vom 16. bis 19. März 2006. Das waren
18.000 mehr als im Jahr zuvor! Nicht alle fanden den Stand der Deutschen
Sprachwelt (DSW), denn er war abseits der großen Besucherströme
versteckt. Der Sprachrettungsklub durfte an diesem Stand auch seinen (Bautz’ner)
Senf dazugeben. Das geschah mit Eifer, mit Präsentation unseren
brandneuen Internet-Seite und mit einem unübersehbar lockenden Blickfang,
passend zum Titelthema der Deutschen Zeitschrift: „Erst sprachlos –
dann arbeitslos“.
Und was wären wir ohne Rede- und Antwortspiel? Also wollten wir vom
erlauchten Publikum wissen: Welche Bundestagsfraktion wird bei der „Selbstverpflichtung
zu gutem Deutsch“ (aktuelle DSW) die Nase vorn haben und wer wird mit
der Roten Laterne hinterher zockeln? Das Stimmungsbild von 144 Befragten
weist aus: Die CDU/CSU wird mit rund 27% zur Muttersprache stehen, gefolgt
von den Linken (25%), der SPD (24%) und den Bündnisgrünen (22%). Der FDP
wird mit nur 19% als Muttersprachmuffel Nummer eins klassifiziert. Soweit
die Erwartung des Wahlvolkes. Wir sind gespannt, ob uns die Damen und
Herren Volksvertreter eines Besseren belehren werden. Warten wir also
gespannt auf die Rücksendung ihrer Verpflichtungserklärungen!