Veranstaltungsberichte

 

„Doppelbuchstabenpuzzlewettbewerb“ beendet


In diesen Tagen erhielten die ersten von sieben Teilnehmern Buchprämien für ihre erfolgreiche Teilnahme an der Wortsuchaktion des SRK. Die erfolgreichen Beiträge finden Sie im Gästebuch. Die SRK- Mitglieder waren nicht teilnahmeberechtigt. Hier dennoch ihre Beiträge außer Konkurrenz: Messedoppelnummer, Besserwisserwessi, Jammerlappenossi, Schlummerbettgestell, Brennesseltee, Butterbemmenmesser, Moorseeboot, Moorbeetklee, Mütterwettrennen, Lammfellteppich, Sonntagvormittagswettbewerb.

Zur Erinnerung: Gefragt waren Wörter mit je drei doppelten Vokalen und/oder Konsonanten.

Die Aktion hat sowohl Teilnehmern wie auch Lesern viel Spaß gemacht. Wer hat Vorschläge für ein weiteres Wortspielchen ähnlicher Art?

Hier nun die ersten glücklichen Empfänger der Buchprämien: Winfried aus Wolfershausen, Lutz aus Kamenz, Pia-Maria (11) aus Apolda und Rominte aus Erlangen.

                     

April2012



Sprachretter verbringen 14. Geburtstag in Kamenz

„Die Geisterseher“ zogen viele interessierte Leute zum vergnüglichen, erbaulichen und belehrenden Abend an. Eingeladen hatte der Kamenzer Geschichtsverein, gekommen waren nicht nur Heimische. Unter den angereisten Gästen waren auch ein Dutzend die Mitglieder des Bautzener Sprachrettungsklubs, die vom rührigen Veranstalter herzlich begrüßt wurden. Matthias Donath, freiberuflicher Kunstwissenschaftler aus Dresden, Autor zahlreicher Publikationen, die sich mit der sächsischen Geschichte und Kunst befassen, hielt einen erbaulich frischen Vortrag über „Die Geisterseher. Magier, Goldmacher und Scharlatane in Sachsen“. Ein solcher Vortag zu den Lessing-Tagen musste und wollte dem Widerspruch zwischen Aufklärung und gleichzeitiger Geisterseherei nachgehen, und da in Kamenz vorgetragen, wollte er auch das weitere, bis Dresden zum Hofe reichende Umfeld nicht aussparen. „ Der irrationelle Wunderglaube betraf ganz Europa. Er überschritt die Landes- und Konfessionsgrenzen und war in allen Ständen und Gesellschaftsschichten anzutreffen“, resümierte Dr. Donath.. Namen wurden genannt, Tatbestände erhellt, von denen bisher kaum einer etwas erfahren hatte. Rittergutbesitzer Carl Gotthelf von Hundt aus der Oberlausitz, der zwanzig Jahre einen Freundeskreis beherrschte, dessen Mitglieder überwiegend aus der Oberlausitz stammten, gehörte dazu. Könnte man die Geisterseherei zu Lessings Zeiten noch als Kinderkrankheit einer aufklärenden Zeit sehen, so konnte es der Wissenschaftler Donath nicht bei der Vergangenheit belassen. Seine Worte, dass die fortschreitende naturwissenschaftliche Forschung und die zunehmende Naturbeherrschung nicht, wie von vielen erwartet, zu einem aufgeklärten Realismus geführt, sondern ein breites Bedürfnis nach Spiritualität geweckt haben, machte allzu deutlich, dass das Thema „ Geistersehen“ -leider- nicht nur ein historisches sei. Eine Erkenntnis, auf die ich persönliche gern verzichtet hätte. Doch wie der Franzose sagt: So ist das Leben.

 

        

Text: Sieghard Kosel Fotos: Diethold Tietz


 

Wie alles begann 

oder den Flegeljahren schon entwachsen?

Am Anfang stand nicht schlechthin das Wort, sondern ein Leserbrief in der SZ (für Auswärtige: Sächsische Zeitung). Unter der bezeichnenden Überschrift „Bautzen ist nicht Boston“ nahm Walter Starke am 19.12.1997 die Umbenennung des Hotels „Stadt Bautzen“ in  „Holiday Inn“ heftig aufs Korn. Übrigens hat sich der Sprachrettungsklub dieser Kritik nie angeschlossen, wie uns oftmals unterstellt wurde. Auch die „Pups“ und „Shops“ im deutsch-sorbischen Bautzen verärgerten den Autor.

Dem folgte am 23.01.1998 ein Leserbrief von Hans-Jürgen Freund „Geschworene Nachahmer alles Ausländischen“. In wunderbar sarkastischer Form regte er für den Kornmarkt einen „Underground-parking place“, gepaart mit einem „Shopping Center“ an. Die Einweihung am „Corn market square“ stellte er der „City Crew“ unseres Oberbürgermeisters anheim. Freund ist sich sicher, daß „… künftig die über das gesamte Jahr wahrscheinlich scharenweise anreisenden Nordamerikaner, Südafrikaner, Australier, Neuseeländer…“ sehr dankbar wären.

Und da aller guten Dinge drei sind, las man am 28.01.1998: Gründen wir einen Sprachrettungsklub! Zum Leserbrief „Geschworene Nachahmer alles Ausländischen“, … schreibt DietholdTietz aus Bautzen: 

Grüß Gott, Herr Freund. Wie geht’s? Ihr Leserbrief war total cool! Haben Sie sich unter derWoche oder an Weihnachten geoutet? Ich sag’ mal: Ich bin gesessen (oder habe ich gefahren, bevor der Flieger ging?), und las Ihren Brief. Super, einfach in, denk’ ich mal.Ich würde sagen, ein Sprachschnäppchen, echt – wie auch immer. Ääähm, in 2000 ist eh’alles out, weil es rechnet sich nicht. 

Will sagen: Leute guten Willens, lasst uns die (ost)deutsche Sprache retten, bevor es zu spät ist! Die Gefahr droht wohl nicht von der Rechtschreibreform. Sie droht von den Sprachbanausen, die uns der Westwind herüberweht, und die leider recht erfolgreich sind. Also Glück auf, Herr Freund! Zusammen sind wir schon zwei. Mit der SZ womöglich drei. Laßt uns hier in Bautzen einen Sprachrettungsklub gründen. Wir wollen nicht schulmeistern, sondern uns ein Motto wählen wie: „Dümmer nimmer“. Bei Luther, Lessing oder Goethe können wir nachschlagen, bei Stengel und Oertel nachfragen. Wer gern mittun will, der findet meine Rufnummer im aktuellen Telefonbuch.

Die Reaktionen waren unerwartet heftig. So sah ich mich „genötigt“ am 17.02.1998 in Bautzens Brauhaus einzuladen. 20 Mitstreiter kamen, und wir gründeten den „Sprachrettungsklub Bautzen“. 2005 erfolgte die Ergänzung „…/ Oberlausitz e.V.“. Übrigens haben wir auch eine „heimliche Hymne“, nämlich Kästners „sogenannte Klassefrauen“.

www.kultur-netz.de/literat/lyrik/kaestner/klassefr.htm

bitte Lautsprecher einschalten

Ein Bericht im Regionalteil der SZ und lokale Berichtersattungen in Wort und Ton sorgten dafür, daß bald die ersten Fernsehsender ihr Interesse bekundeten.

Und was die Flegeljahre anbelangt? Zunächst stellten wir uns dem Sprachmoloch „Denglisch“ entgegen. Weiterhin trieb uns eine selbstbewusste Verteidigung unserer Regionalsprache um. Damit meinen wir hier nicht Dialekte, sondern all das was den Leipziger Duden und eine niveauvolle Sprachpflege ausmachten. Ausgenommen ist und bleibt natürlich das „Bonzendeutsch“. Dies fand ohnehin keinen nennenswerten Einzug in den hiesigen Sprachgebrauch. Inzwischen erweiterte sich unser Aufgabenfeld deutlich: Es umfaßt die Sprachpflege schlechthin und bezieht das Vermeiden von Fachchinesisch verschiedenster Branchen mit ein. Um Irrtümern oder Unterstellungen entgegenzutreten: Wir sind keine Sprachpuristen! Wir freuen uns über alle Bereicherungen der deutschen Sprache, seien sie von jenseits des Atlantiks oder nur jenseits der Elbe, aber wird unterwerfen uns keinerlei Sprachdiktatur!

Wir sind längst bekannt, erfolgreich und geachtet. Zwei Wünsche haben wir: Mehr Vereinsmitglieder und einen zweiten ostdeutschen Sprachverein mit ähnlicher Ausrichtung, getreu unserem Schlachtruf, einer Strategie der fröhlichen Aggressivität.

 

Text : Diethold Tietz

Foto: unbekannt


Internet–Jubiläum

Vor knapp sechs Jahren wurde ein langgehegter Sprachretter-Traum wahr. Die Sympathie für unsere Tätigkeit und die Freude am Gestalten von Internet-Seiten bewogen Dr. Reiner Seibt (Bautzener Wirtschaftssenioren) eine SRK-Seite aus der Taufe zu heben. Wenn unsere Chronik nicht trügt, war das am 3. Juni 2006.

Das zarte Pflänzchen wuchs und gedieh. Die Resonanz übertraf unsere Erwartungen. Mehr als 12.000 Zugriffe aus aller Welt können wir bisher verzeichnen, also etwa fünfeinhalb pro Tag. Das Interesse der Besucher ebbt nicht ab. Wir bekommen sehr viel Lob und Anerkennung in Wort und Schrift, wenngleich wir über etwas mehr Gästebuch-Einträge nicht böse wären. Dankbar nähmen wir auch kritische Worte entgegen. Allerdings dürften diese gern etwas mehr Substanz haben, als die Worte eines Akademikers aus Hannover. Als ich in einer größeren Runde hervorhob, daß wir das alles ohne einen einzigen Honorar-Cent bewerkstelligen, bemerkte er in abwertender Absicht: „Das sieht man auch“.

Wir arbeiten ständig daran, daß die angebotenen Informationen interessant und aus dem Leben gegriffen sind. Bitte überzeugen Sie sich ab und zu selbst. Auch die Gestaltung unseres Auftritts erfährt ständig Verbesserungen. Erst vor wenigen Tagen steckten die drei aktuellen (immer noch ehrenamtlichen) Mitstreiter hier in Bautzen die Köpfe zusammen, um weiterhin für frischen Wind zu sorgen. Den technisch-fachlichen Hintergrund liefert Günter Herzog (Chemnitz), während Marion Schleyer (Apolda) und Rudolf Erler (Gaußig) dafür sorgen, daß die Seite lebt und mindestens einmal pro Woche Neues bietet, selbst wenn das „nur“ der Wochenspruch ist.

Im siebten Jahr unseres Bestehen dürfen Sie sich neben dem „Tagesgeschäft“ auf eine große und einige kleinere Überraschungen freuen. Mehr wird heute noch nicht verraten.

Liebe Sprachfreunde, bleiben Sie uns gewogen und weiterhin schön neugierig!

Das wünscht Ihnen und uns selbst Ihr Diethold Tietz

 

       

Foto: D. Tietz


Mein erster Besuch in Bautzen

Ein Bericht von Günter Herzog, Chemnitz

Anlässlich einer Besprechung zur Gestaltung unserer Webseite besuchte ich am 31. Januar den planmäßigen Klubabend. Es war mein erster Besuch in Bautzen, bisher hatte ich den Weg von Chemnitz in den fernen Osten Sachsens noch nicht gefunden. Diethold Tietz erwies sich als kundiger Führer durch die schöne Stadt, die das hielt, was sie auf unserer Webseite im Video versprochen hatte. Bautzen hat mir sehr gut gefallen.
Am Abend nahm ich am Klubabend teil und war überrascht von der regen Teilnahme der Klubmitglieder. Frau Reingard Böhmer und Herr Sieghard Kosel berichteten von einem Besuch einer Strittmatter-Veranstaltung. Herr Dr. Balzer sprach zum Thema "Neue deutsche Sprachentwicklungen in Grammatik und Satzbau". Sein Beitrag wurde von den Teilnehmern mit großem Interesse verfolgt und kommentiert. Er machte uns bewusst, daß wir in Zukunft auch in ernst gemeinter Rede öfters hören und lesen werden: "Da werden Sie geholfen" und "Ich habe fertig". Er erläuterte, daß nicht wir, sondern auch viele unserer Nachbarländer ähnliche Entwicklungen in ihren Sprachen haben.
Es war ein sehr gelungener Abend, der zum Wiederkommen einlud.


Fotos: Diethold Tietz


Auf den Spuren Erwin Strittmatters


Nicht Neugier allein war es, die am letzten Sonnabend des Januar Mitglieder des Bautzener Sprachrettungsklubs nach Spremberg führte, es war vor allem die Solidarität mit dem Erwin-Strittmatter-Verein: Seit Wochen und Monaten ist die Stadt einem Streit verfallen, ob der im August anstehende 100.Geburtstag des im Spremberg (Grodk) geborenen Schriftstellers Strittmatter würdig und überhaupt öffentlich zu begehen sei. 
Stadtpolitiker einiger Parteien und darüber hinaus manch Provinzpolitiker und Lokaljournalist redeten und schrieben sich mit ihrer Ablehnung der öffentlichen Würdigung des bekanntesten Sohnes und Ehrenbürgers dieser Kleinstadt in Rage, die Stadtverordneten des Kulturausschusses waren mehrheitlich dafür, die des Hauptausschusses gegen ein offizielles Begehen des Geburtstages. Der dem Werk und Schaffen Erwin Strittmatters ( 1912 – 1994 ) verpflichtete Verein hatte drum in das 1996 in Erwin-Strittmatter- Gymnasium umbenannte 
Schulhaus zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen, die Berliner Historikerin Dr. Anette Leo, die an der Biografie des Schriftstellers arbeitet, zu einem Vortrage gewonnen und -wie sich zeigte- damit einen guten Griff getan. Zwar fiel wiederholt in der spannungsgeladenen Diskussion das Wort „Auseinandersetzung“ mit Erwin Strittmatters Leben, doch war deutlich der Wunsch der Mehrheit der überfüllten Aula versammelten mehr als 200 Spremberger und auswärtigen Gäste für eine Ehrung des Schriftstellers zu konstatieren. Ein Lokalpolitiker hatte indes recht deutlich die Meinung der Strittmatter-Gegner kundgegeben:“ Es geht nicht um seine schriftstellerischen 
Leistungen“, man können eine Person nicht ehren, „ die der Ehre nicht wert ist“. Grund dafür sei sein Militäreinsatz im zweiten Weltkrieg und seine kurzzeitige Tätigkeit als informeller Mitarbeiter des DDR- Staatsicherheit. 
Die Bautzener Sprachretter waren sich darin einig, dass sie sich in den politischen Streit nicht einzumischen gedenken, wohl aber in die Würdigung des schriftstellerischen Werkes. Nach der unlängst mit erfreulich starker Besucherresonanz im Bautzener Theater durchgeführten Lesung aus Strittmatter-Texten im der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Lausitzer Literatur vor Mittag“ waren sich Deutsch-Sorbisches Volktheater, Sprachrettungsklub und Sorbischer Künstlerbund einig, zu Strittmatters 100. Geburtstag in Bautzen selbst den Schriftsteller zu würdigen, sachlich, wie es sich versteht, kritisch, wie es geboten ist, gerecht, wie es sich gehört.
Nach dem Vortrag kamen die Bautzener mit Mitgliedern des Strittmatter-Vereins und dessen Leiterin Renate Brucke und Historikern zum gefälligen Gespräch zusammen, fanden den über den Verein gewonnenen guten Eindruck bestätigt und sich im Vorhaben einer Veranstaltung in Bautzen bekräftigt.
Übrigens: Die alljährliche Exkursion des Sprachrettungsklubs hatte Mitglieder und Interessenten bereits im Jahre 2020 zum Strittmatter-Haus, dem Stammsitz des Vereins, in Bohsdorf , in die aus dem Laden bekannte einstige Bäckerei geführt.

 
Dr. Anette Leo (rechts) im Gespräch mit Renate Brucke und einem Journalisten  Das Interesse der Medienvertreter in Wort und Bild war groß

 

Text: Sieghard Kosel
Fotos: Diethold Tietz

 

Gedanken eines Sprachretters

Ein Beitrag von Klaus Pagel

Weshalb ich Mitglied des Sprachrettungsklubs bin
Weil ich mich unter Gleichgesinnten fühle.
Unsere gemeinsame Gesinnung:

1.) Liebe zur Muttersprache (deutsche Sprache, sorbische Sprache).
2.) Verteidigung der Kultur jeder beliebigen Sprache.
3.) Ablehnung jeglicher Form des Nationalismus.
4.) Verteidigung ostdeutscher Lebensläufe (zum Beispiel: Strittmatter, Brezan usw.)

Bitte lesen Sie den ganzen Beitrag


  

Letzter Klubabend des Jahres 2011

Wie alljährlich kam der Dezember-Klubabend ohne Tagesordnung und ohne Referent aus. Stattdessen waren zwei Plauderstündchen angesagt. Die Vorstellungen weihnachtlicher Geschichtchen und Bräuche wechselten mit Spracherlebnissen und persönlichen Anekdoten.

Besonders beeindruckend war ein „Liebeserklärung“ von Klaus Pagel an den Sprachrettungsklub, die in Kürze hier nachzulesen sein wird. Diesmal waren auch die Partner unserer Mitglieder eingeladen, der Anfang ist gemacht - dies wird keine Eintagsfliege bleiben. In den letzten Monaten und Jahren haben einige Interessierte unsere Reihen verstärkt, das ist sehr erfreulich. Marion van der Wall nahm dies zum Anlaß, eine Vorstellungsrunde anzuregen. Eine gute Idee, die spontan auf recht fruchtbaren Boden fiel und manch Interessantes und auch etwas zum Schmunzeln aus den Nähkästchen der Mitglieder offenbarte.

Aber nicht alles ist in der Sprachwelt eitel Sonnenschein. Mit Unverständnis und Empörung nahmen wir zur Kenntnis, daß der bevorstehende 100. Geburtstag Erwin Strittmatters von gewissen Kreise der Stadt Spremberg erneut als Anlaß zu einer politisch motivierten Hetzjagd mißbraucht wird. Den unwürdigen Anfeindungen zum Trotz wird der SRK seine Kontakte zum Strittmatter-Verein intensivieren. Wir werden den Schulterschluß zu diesem Verein finden. Auch eine Strittmatter-Würdigung in Bautzen ist im Gespräch.

 

 

   

 

Text und Fotos Diethold Tietz 


 

 

 

Der Sprachrettungsklub hatte zum vorletzten Abend vor Jahresschluss den sorbischen Kulturwissenschaftler Dr. Martin Walde eingeladen, seine Gedanken, die er im viel beachteten Buch „ Wie man seine Sprache hassen lernt“ äußert, in einem Vortrag darzutun. Dr. Walde, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sorbischen Institut in Bautzen, bearbeitet ein weites und ansonsten kaum bearbeitetes Feld sorbischer Vergangenheit und Gegenwart. Seine Forschungen reichen von der Katholizismusforschung über Brauch – und Festforschung bis zur Erforschung der Identität und Mentalität . So vermochte er in seinem Vortrag auch eindringlich darzulegen, welche Faktoren gesellschaftlichen und individuellen Seins Sorben bewegen, ihre Sprache gering zu schätzen oder gar aufzugeben. „Das Abspalten des Eigenen führt zum Verlust der Identität,“ erklärte er, und dieser Erklärungen folgten Belege aus Vergangenheit und Gegenwart. „Wer seine Identität verliert, kann sich selbst nicht mehr achten.“ Der Wissenschaftler verwies darauf, dass die „Sorben oft als Gegenwelt dargestellt würden , was sie dazu verführe, an sich selbst zu zweifeln. Selbstzweifel beschädigen das Selbstbewusstsein. Für viele der zahlreichen Zuhörer brachten die Worte von Dr. Walde einen Einblick in die Widersprüchlichkeit des Entstehens, Bestehens und Vergehens einer ethnischen , sprachlichen oder kulturellen Identität. Es sei drum umso wichtiger, dass der Sprachrettungsklub Bautzen in seiner Tätigkeit auch das sorbische Element wahre, betonte dessen Vorsitzender Diethold Tietz.

Text: Sieghard Kosel

Foto: Diethold Tietz

 


 

     

 

Am 26. Oktober 2011 wurde der Stadtverwaltung Bautzen vom SRK das Zertifikat "Wir sprechen die Sprache unserer Bürger" überreicht.

 Im Rahmen einer Stadtratssitzung nahm Oberbürgermeister Christian Schramm (SRK-Ehrenmitglied) diese Würdigung guten Sprachgebrauchs stellvertretend für die Stadtverwaltung entgegen. In seinen Dankesworten betonte Schramm, daß er diese Ehrung als Verpflichtung für die Verwaltung und den Stadtrat ansehe, auch künftig eine bürgernahe Sprache zu pflegen. 

Bitte lesen Sie auch "Presseberichte"

Text. D.Tietz

Fotos: R.Erler


 

Zum Tag der deutschen Sprache führte der SRK eine Veranstaltung im Burgtheater zu Bautzen durch. In seinem Eröffnungsbeitrag ergriff Sieghard Kosel leidenschaftlich Partei für die Bedeutung und den Erhalt der deutschen, wie auch der sorbischen Sprache. Im Mittelpunkt des Abends standen Information und Diskussion zum Projekt "Straße der deutschen Sprache". Schließlich wurde die Himmelsbäckerei Andreas Hultsch (Neukirch) mit dem Zertifikat "Wir sprechen die Sprache unserer Kunden" geehrt.

 

 

 

                           

      

Weitere Informationen siehe Presseberichte.

Text: Diethold Tietz

Fotos: Rudolf Erler



 

 

WITAJ – Willkommen !



Unter diesem Motto empfing Dr. Beate Brezan die Mitglieder und Gäste des Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V im sorbischen Sprachzentrum am Postplatz in Bautzen. Sie stellte uns eine Fülle von Materialien und Aufgaben des Zentrums vor. Wir staunten, immer wieder wurde für uns der Grundsatz deutlich:
Sprache wird gesprochen, sie erhält sich so am Leben. Lebenslanges Lernen einer Sprache ist das Beherrschen der eigenen Muttersprache.
Zu keinen Zeiten war dieser Grundsatz so aktuell wie heute. Aussiedler, Einwanderer müssen den neuen Sprachraum erschließen und sie lernen auf der Grundlage ihrer Muttersprache.
Die sorbische Sprache wurde durch die Industrialisierung und den technischen Wandel in den Städten und Dörfern und auch in den Familien der Lausitz bedroht. Das sorbische Sprachzentrum leistet einen großen Umfang von Aufgaben, um dieser Entwicklung entgegen zu steuern. Eine eigene Internetseite gibt Auskunft über Fachfragen und Fachgebiete.
Ziel für die deutsche und auch die sorbische Sprache ist es: Sprache erhalten, Sprache öffnen, Sprache erleben! Das wird erreicht durch Kommunizieren. Die Erlebnisse in der Sprache steuern sie und öffnen für tiefes Begreifen. Frau Brezan teilte an uns Lernmaterialien für Grundschüler aus. Plötzlich wurden wir Erwachsenen durch Rätseln, Lachen, Reden und auch Abgucken beim Nachbarn zu Kindern.
Ein Dank an Frau Dr. Brezan, ihr Vortrag hat uns einen besonderen Blick für die sorbische Sprachpflege gebracht. Die Sprache gehört zu und in unsere Heimat. Wir gewannen die feste Überzeugung: Sie wird mit uns allen weiterleben.


Text:  Reingard Böhmer

Fotos: Sieghard Kosel

 


 

 

 

Wörter wandern, werden verkleidet oder neu erfunden – Sprachkultur, -spaß oder –unfug?

 

In der Juli-Veranstaltung des SRK hielt unser Vorstandsmitglied Dr. Albrecht Balzer einen Vortrag zu neuer deutscher Sprachentwicklung. Er hat zwei Jahre verschiedenstes Schrifttum untersucht, diesmal referierte er vornehmlich zum Wortschatz.

Eine erste Gruppe könnte so charakterisiert werden:  „Metzger Alois wird am Samstag kein Depp sein und im Biergarten statt des süßlichen Radlers ein ordentliches Maß Bier trinken.“
Die nach 1989 aufblühenden geschäftlichen und privaten Kontakte zum nun befreundeten Nachbarn wurden teils so intensiv gepflegt, dass regionaler Wortschatz übernommen wurde. Wir gewöhnten uns schlussendlich (gemeint ist „schließlich“) hierzulande gern an Biergarten und Radler, doch die meisten gehen wieder zum Fleischer, wir sind ja nicht blöd. Das sind mittlerweile auch die westlichen Brüder und Schwestern nicht mehr und akzeptieren unser drei viertel sechs als ihr Viertel vor sechs.

Großen Zulauf bekommt unser Wortschatz aus dem Englischen. Gemeint ist hier nicht das ungeliebte Denglisch, sondern die Verdeutschung englischer Begriffe:
Akzeptiert wird: in 2011 (im Jahre 2011); das macht Sinn (das hat Sinn), obwohl ein Vorgang keinen Sinn machen, sondern nur haben kann (oder auch nicht); splitten (aufteilen); pampern (windeln); die Tanke (Tankstelle); taff (engl. tough, robust); simsen (SMS schreiben); mailen.
Gewöhnungsbedürftig (oder zu vermeiden): känzeln, posten, netzen (Tor schießen!), twittern, puschen.
Zu weit geht es wohl mit wwoofen (WWOOF: Willing Workers On Organic Farms). Demnächst geht man nicht mehr ins weltweite Netz, sondern wwwern.

Möchtegern-Akademiker schreiben nicht bloß ab, sie erfinden zum Zwecke der Prahlerei voreinander oder vor dem Rest der Welt: das Werk ist ein „trivial-trutschiges Eskapismus-Epchen“ (Ob der letzte Pilcher-Film gemeint war?).

Besonders lustig-deftig geht es bei den Neuschöpfungen der Jugendsprache zu:
Ü30-Party: „Mumienschubsen“; Apothekenumschau: „Rentner-Bravo“; Blubbertopf (offizieller Begriff unbekannt) im Erlebnisbad: „Eierkocher“, Potenzstörung: „Hardwareprobleme“ u. v. a. Beachtlich ist die Feststellung, dass die Jugendsprache (insbesondere die hier dargestellte Art) aufs Englische fast ganz verzichtet (jedenfalls dann, wenn es die Gruftis auch verstehen sollen). Unter sich hat z. B. „chillen“ noch einen Stellenwert weit vorn.

Journalistische Spielereien sind meist nicht langlebig, schaffen aber kurz Aufmerksamkeit:
Merkelhaftigkeit; Westerwelle findet nicht statt; Killer-Bestie; Wir sind Papst; Bundestrojaner (Überwachungssoftware).

Angeregt durch den spritzigen Vortrag wussten viele Teilnehmer weitere Beispiele hinzuzufügen.

Text: Rudi Erler

Foto: Diethold Tietz

 


 

            

„Einmal Weimar und zurück!“  

 

      

 

So rief der Sprachrettungsklub Bautzen/ Ol. e.V. in der „SZ“ auf und lud nicht nur Mitglieder, sondern auch Gäste und Sprachinteressierte zu dieser Reise ein. Das erste Ziel war die Anna Amalia Bibliothek. Alle hatten noch die Schreckensmeldung vom 2. September 2004 vor Augen:

Die einzigartige Bibliothek ist ein Opfer der Flammen und unwiederbringliches Kulturerbe ist zerstört worden. Auch wir Mitglieder des Sprachrettungsklubs nahmen an der spontan einsetzenden Spendenaktion teil. Schon 1788 hieß es in einem Reisebericht: „ Die Weimarer Bibliothek behauptet unter Deutschlands Bibliotheken einen vorzüglichen Rang.“ In einer einzigen Nacht sollte es in Schutt und Asche versinken! – Viele Menschen aus allen Bevölkerungsschichten setzten sich mit Elan ein, dieses Kulturerbe erhalten zu helfen. Schon am 24. Oktober 2007 kam es zur Wiedereröffnung. Nun standen wir vor dem historischen Bibliotheksgebäude, schauten und betrachteten die Innenräume, erahnten die großen Leistungen, die vollbracht wurden und auch noch werden, um alles im alten Glanz wiedererstehen zu lassen. Noch lange Zeit und Geld wird gebraucht, um beschädigtes Buchmaterial zu restaurieren und wieder der Forschung bereitzustellen. Welche großartigen Leistungen können Menschen vollbringen, die mit dem Herzen in ihrer Kultur verwurzelt sind! –

Ein Besuch der Fürstengruft schloss sich an. Ehrfurchtsvoll verweilten wir an der Ruhestatt Schillers und Goethes. Sie regte uns zum Nachdenken an: Wenn die Mächtigen Kultur fördern, entsteht für das Volk ein geistiger Lebensraum geprägt von Humanismus. Kriege dagegen zerstören alles.

Am nächsten Tag besuchten wir das Wohnhaus Schillers. Schon 1847 wurde es von der Stadt Weimar zur Einrichtung einer Memorialstätte für den Dichter erworben. Das zeugt von Wertschätzung auf gleicher Höhe mit Goethe. Da es den Organisatoren gelungen war, jemanden zu einer Führung zu finden, der besonders engagiert über Schiller und seine Zeit, die Lebensverhältnisse und Briefe berichtete, wurde es für uns ein sprachliches Erlebnis. Fühlen konnten wir seine feinen, ausdrucksstarken Worte, die ganz leise auch Hintergründigkeit spüren ließen. Er selbst sagt dazu: „ Und mein geflügelt Werkzeug ist das Wort.“

Besonders die junge Generation sollte diese Werte für sich entdecken. Beeindruckt waren wir über die vielen Jugendgruppen, die auf den Spuren der deutschen Klassiker wandelten. Sie umlagerten das Goethe- Schiller- Denkmal am Theaterplatz und posierten mit einem eigenen Foto am Fuße der Dichterfürsten. War es nicht auch ein Bekenntnis? –

Den Abschluss der schönen Fahrt bildete ein Stadtgang mit dem auch den Bautzenern bekannten Professor Schwarzbach. Als Architekt glüht er für die Bauten Weimars. Stolz sprach er über die Entstehung der Stadt, ihre große Blütezeit, dem Einfluss der Fürsten auf Kunst und Kultur und wie das heutige Weimar aufgebaut und erhalten wird. Wir folgten ihm und waren begeistert, sahen wir die Klassiker- Stadt im Wandel der Zeiten und erhielten ein bleibendes Bild von ihr. Der Aufenthalt war für alle ein Gewinn.

ein paar Erinnerungsfotos:

           

 

                

 

             

 

 

Besonders gedankt sei an dieser Stelle  Diethold Tietz und Marion Schleyer, die diese wundervolle Fahrt für uns organisierten.  

Text: Reingard Böhmer  

Fotos: Diethold Tietz


 

 

Tag der Vereine zum 1009. Bautzener Frühling 2011

 

Der 13. Auftritt der Sprachretter zum 16. Tag der Vereine stand ganz unter dem Zeichen „Straße der deutschen Sprache".

 

Dieses Projekt, aus der Taufe gehoben vom Chef der „Deutschen Sprachwelt" Thomas Paulwitz, liegt dem SRK sehr am Herzen. Wir werben dafür in der Öffentlichkeit und knüpften bereits erfolgreich Kontakte zu den Stadtverwaltungen Bautzen und Zittau. Neben der Sichtwerbung für die SddS gab es an unserem Stand eine Befragung der Standbesucher. Das Ergebnis können Sie hier  lesen.
Der überwiegende Anteil der Befragten möchte, daß Bautzen einmal Station der geplanten Sprachstraße sein möge. Oberbürgermeister Christian Schramm bekundete die Bereitschaft der Stadt, dem Vorhaben beizutreten, sobald die entsprechenden Voraussetzungen von den Initiatoren geschaffen worden sind.

Die Befragung wurde von einer Tombola begleitet, für deren materielle Bestückung wir der Firma Rossmann herzlich danken. Ein Bücherbasar durfte nicht fehlen. Restbestände des Bautzener Skatspiels (vom SRK zur Tausendjahrfeier der Stadt herausgegeben) fanden dankbare Abnehmer.

Wie in den Jahren zuvor führten wir zahlreiche Gespräche, wenngleich die Besucherzahlen offenbar hinter denen vergangener Vereinstage zurückblieben. Besonders die jüngeren Generationen waren recht schwach vertreten. Besonderes Interesse äußerten viele Besucher für die Arbeit des SRK, seine Ziele und Erfolge. Großes Interesse und viele Abnehmer fanden wie stets die Ausgaben der „Deutschen Sprachwelt" aus den letzten zwölf Monaten. Wir versäumten auch nicht, für den Köthener Sprachwettbewerb die Werbetrommel zu rühren. Manche interessierte Lehrer und Eltern bzw. Großeltern schreibfreudiger Jugendlicher nahmen dankbar die Broschüren der zurückliegenden Wettbewerbsjahre mit nach Hause – möge dies im nächsten Jahr weitere junge Menschen aus der Oberlausitz zur Teilnahme ermutigen.

Stilblüten von Politikern und Medienstars sorgten dafür, daß unsere Gäste viel zu lachen hatten. Lesen Sie mehr hier und dort...

Text: Diethold Tietz
Fotos: Bernd Heinze, Diethold Tietz

 


 

Vortrag zur Geschichte der russischen Literatursprache

 

Am 31. Mai hielt der Historiker und Slawist Dimtrij Torizin, Vorsitzender des Vereins „Leuchtturm – Majak“, im Sprachrettungsklub Bautzen einen stark beachteten Vortrag zur Geschichte der russischen Literatursprache. Er spannte den Bogen von den Anfängen des slawischen Schrifttums bis zur russischen Sprache der Gegenwart.

  Im 9. Jahrhundert beauftragte Rostislav, Herrscher des Großmährischen Reiches, die Griechen  Konstantin (Kyrill) und Method eine Schrift für das Slawische zu schaffen. Die von ihnen entwickelte Schrift für das Altkirchenslawische war zunächst die Glagoliza, nicht wie man vermuten könnte, die Kyrilliza. Diese wurde später von Schülern Methods geschaffen.

  Belege aus der Anfangszeit des Schrifttums sind u.a. das Ostromir-Evangelium, die Nestor-Chronik und die Russkaja Prawda, eine Rechtssammlung. Überwiegend handelte es sich jedoch um liturgische Schriften. Besondere literarische Bedeutung hat das Igorlied.

  Längere Zeit herrschte eine gewisse Zweisprachigkeit. Alkirchenslawisch der Geistlich- und Obrigkeit; Altrussisch die Sprache der Bauernschaft.

  Großen Anteil an der Ausprägung und Normierung der russischen Literatursprache hatten Karamsin und später Puschkin. Seit Puschkin spricht man von der russischen Sprache der Gegenwart. In verschiedenen Etappen leisteten insbesondere Dichter einen gewaltigen Beitrag zur Ausprägung der russischen Sprache, so Dostojewski, Turgenjew, Belinski, Gontscharow, Herzen und Tolstoi.

  Im Wortschatz der russischen Sprache der Gegenwart findet sich heute noch ein Anteil altkirchenslawischer Wörter, sogenannte Slawismen.  

 

Text: Prof. Dr. Rainer Aleithe

Foto: Diethold Tietz


 

Junges Blut und alte Zöpfe

Mit einer freudigen Mitteilung für die Sprachretter eröffnete der Vorsitzende, Diethold Tietz, den Klubabend am 26.04 2011. Die Stadt Bautzen wird sich an dem Projekt „ Straße der deutschen Sprache“ beteiligen. Zittau und Kamenz signalisierten ebenfalls ihre Teilnahme. Hintergrund für diese Sprachstraße ist ein Weg, der drei ostdeutsche Bundesländer touristisch verbindet. In diesen Ländern sind vor und nach Luthers Bibelübersetzung starke Spuren bei der Entwicklung der deutschen Sprache durch Dichter und Denker hinterlassen worden. Wir Bautzener in unserem Raum der Zweisprachigkeit gehören mit dazu! 

Erstmalig trat Lukas Kretzschmar, ein Schüler der 8.Klasse des Philipp- Melanchthon-Gymnasiums, mit einem seiner Gedichte auf. Er hatte Schillers Ballade vom Handschuh in sein „Heute“ versetzt. Die Worte flogen sehr spritzig und in gutem Deutsch zu uns Älteren hinüber. Verständnisvoll lächelte jeder Erwachsene in sich hinein und erinnerte sich an seine Jugend.

Später wurden die Lachmuskeln der Teilnehmer aktiviert. Reingard Böhmer zitierte  aus der „ Galettiana“, einer Sammlung von Professorenwitzen, die auf den Gothaer Historiker und Gymnasialprofessor Johann August Galletti ( 1750- 1828) zurückgeht. Es waren eben Kathederblüten! Unsere deutsche Sprache kennt so viele Doppeldeutigkeiten und Möglichkeiten einen feinsinnigen Humor zu erzeugen, an dem wir uns auch im Alltag erfreuen können. Wir müssen nur unsere eigene Muttersprache besser wahrnehmen.

                                                                                                                                                                     


Für alle Generationen ist unser Sprachrettungsklub offen, so konnten wir uns wieder über den Beitritt eines weiteren Mitglieds freuen.

Text: R.Böhmer

Fotos: D.Tietz


Wie man das Deutsche vor 350 Jahren in unserer Region pflegte

Muß denn der Beschäftigung mit unseren „Sprachvorreitern" aus dem Barock heute zwangsläufig der Hauch akademischer Stubenhocker anhaften? Diese Frage mag manchen der knapp 20 Sprachretter und Gäste bewegt haben, die am 29. März dem Vortrag von Dirk Herrmann unter dem Titel „Fruchtbringende Sprachverbesserer oder arge Erznarren?" lauschten.

Um es vorweg zu nehmen: Der Referent bewies, getragen von hoher Sachkenntnis, daß der Rückblick auf die Wegbereiter einer deutschen Sprachentwicklung - weg von Latein und Französisch – recht kurzweilig, unterhaltsam und gegenwartsbezogen sein kann.

Die damals gegründeten Sprachgesellschaften (unter ihnen die 1617 in Weimar gegründete „Fruchtbringende Gesellschaft") standen nicht nur für „Sprachrichtigkeit, Sprachreinheit und Sprachschönheit" , sondern sie wirkten auch an der Schaffung einheitlicher Sprachgrundlagen mit. Manch fremder Begriff wurde eingedeutscht, wie z.B.: Liberey > Bücherei, conventio > Vertrag, Gusto > Geschmack. Etwa zwei bis zehn Prozent davon überlebten die Jahrhunderte. Aber es wurde auch manch Sprach-Unsinn verzapft, der den Spott vieler Zeitgenossen und nachfolgender Generationen herausforderte. Zu den namhaften Spöttern zählte Zittaus berühmtester Sohn, Christian Weise. Es lohnt sich durchaus, solche „Sprachblüten" dem Vergessen zu entreißen, wie: Tageleuchter < Fenster, Zitterweh < Fieber, Zeugemutter < Natur, Leichentopf < Urne, Naturbeschreiber < Botaniker, Jungfernzwinger < Kloster...

                 

Text: Diethold Tietz   

Fotos: Rudolf Erler/Diethold Tietz

Mehr können sie hier lesen



Die Leipziger Buchmesse 2011 ist Geschichte.

An der Seite von Thomas Paulwitz (Deutsche Sprachwelt) und Vertretern der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft hielten Marion Schleyer und Diethold Tietz die Fahne des SRK hoch.

In hunderten von Gesprächen tauschten wir mit interessierten Messebesuchern Gedanken aus und vermittelten engagiert-optimistisch unsere Argumente für den Erhalt unserer Muttersprache.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen diesmal die geplante Straße der deutschen Sprache und das erfolgversprechende Treffen der DSW mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am Vorabend der Buchmesse.

<          


Unseren DSW-Stand besuchten überraschend viele interessierte Jugendliche. Zahlreiche Deutschlehrer -auch aus dem Ausland- zählten ebenfalls zu unseren Gesprächspartnern. Diese Gruppen interessierten wir insbesondere für den Köthener Schreibwettbewerb.          

Absoluter Publikumsrenner war der DSW-Aufkleber, der den Bezug zur Sprachstraße herstellte. Eine völlig neue Erfahrung für uns: Bereits einige Stunden vor Messeschluß waren die 4.000 Exemplare der aktuellen DSW-Ausgabe vergriffen. Auch die 4.000 Exemplare vorangegangener Ausgaben waren stark dezimiert. 
Einziger Wermutstropfen aus Bautzener Sicht: Wir hatten uns viel von einem persönlichen Kontakt mit Uwe Steimle erhofft, doch leider fiel seine  Lesung krankheitsbedingt kurzfristig aus.

Text: Diethold Tietz
Fotos: privat



Dr.Albrecht Balzer sprach am 22.02.2011 zum Thema: Wie wir uns im In- und Ausland verständigen

 

 

Das Thema versprach interessante Gedanken, als der Bautzener Sprachrettungsklub zu seinem monatlichen Vortragsabend einlud, übrigens zum bereits 156. Klubabend. Dr. Albrecht Balzer aus Zittau referierte über die nicht so einfach zu beantwortende Frage „ Wie wir uns im In- und Ausland verständigen sollten“. Dass dies ein kurzweiliger Vortrag wurde, lag wohl neben der wissenschaftlichen Gründlichkeit des Referenten auch an der Reiselust des Vortragenden. Unterwegs in aller Herren Ländern beobachtete Dr. Balzer seine Landsleute und- was wunder bei einem Mann der Sprache- schaute ihnen „aufs Maul“, wie es da stumm in fremder Sprachwelt blieb oder noch schlimmer lauthals grobdeutsch plapperte. Die Zuhörer, deren es viele waren, hörten nicht nur artig zu, sondern gaben auch aus ihren eigenen Erfahrungen kund, was man so erleben kann, wenn man in fremde Länder reist. Nun weiß ja jeder, dass die Germanen /Deutschen von den Slawen deshalb Niemcy genannt wurden, weil sie něme, stumm blieben und als Gesprächsmuffel ausgemacht wurden. In heutiger Zeit, so Dr. Balzer, wäre es nicht nur nützlich, sondern obendrein höflich, zumindest wenige Wörter des Umgangs in der Landessprache zu beherrschen. Überhaupt sei die Mehrsprachigkeit in Zeiten der umfassenden Reisfreiheit und nie erlahmenden Reiselust nicht nur wegen der Kommunikation angeraten. Erlebniswelten erschließen sich nun mal besser durch Zugang in Sprachwelten. Die Kehrseite der Medaille beleuchtete Dr. Balzer auch: Wie verhalten wir uns hierzulande gegenüber Gästen aus Nachbarländern und fernen Ländern, wie weit schlägt sich Gastfreundschaft auch in der Anwendung der Sprache der Gäste nieder. Dr. Albrecht Balzer wollte den Zuhörern keinen Sprach-Knigge aufdrängen, vielmehr Gedanken anregen, wie sich Mann und Frau und Kind im Umgang mit ausländischen Gästen auch sprachlich zuvorkommend bewegen können. Gedanken, die gerade für die von Touristen gern besuchte Stadt Bautzen nicht zu vernachlässigen sind.

Text:Sieghard Kosel
Fotos:Diethold Tietz

 




Sprachretter im Bundestag

Blick ins Präsidium      Prominente aus Politik und Kultur
Nobelpreiträgerin Herta Müller, Prof.Dr.Hellmuth Karasek, Prof.Edda Moser      Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion


Die UNESCO hat den 21. Februar zum Tag der Muttersprache erklärt. Aus diesem Anlaß lud die Fraktion der CDU/CSU in den Bundestag ein. Der Kongreß „Sprache ist Heimat“ fand mit mehr als 200 interessierten Gästen aus dem In- und Ausland eine große Resonanz. Wir drei Teilnehmer vom Sprachrettungsklub Bautzen (SRK) empfanden es als sehr ehrenvoll, daß wir zu den wenigen Persönlichkeiten bzw. Institutionen zählten, die Wolfgang Börnsen (MdB) in seiner Begrüßung besonders hervorhob. Namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur hatten nicht nur im Präsidium Platz genommen, sondern sie legten auch eindrucksvolle Bekenntnisse zu unserer Muttersprache ab. Zu diesen bekennenden Sprachverfechtern zählten. Hellmuth Karasek, Volker Kauder, Norbert Lammert, Edda Moser und nicht zuletzt die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.
Ein kurzes Fazit der Referate und der anschließenden Diskussion: die Bedrohung der deutschen Sprache -vorwiegend durch uns selbst- wurde unterschiedlich bewertet. Die Bedeutung einer jeden Muttersprache (einschließlich regionaler Ausprägungen) für die Kultur und den Bestand von Nationen wurde bildhaft und überzeugend unterstrichen, natürlich frei von jedem Pathos und nationalistischer Überheblichkeit. Die Aufnahme der deutschen Sprache in das Grundgesetz wurde mehrheitlich befürwortet. In der kurzen Publikums-Diskussion wies der SRK auf die mit großem Interesse aufgenommen Beiträge zur frühkindlichen Zweisprachigkeit (am sorbischen Beispiel) hin, die im Vorjahr in Köthen präsentiert wurden. Weiterhin informierte er über die Vision „Straße der deutschen Sprache“, an deren künftiger Streckenführung auch Bautzen liegen soll.

Diethold Tietz

Fotos und weiterführende Informationen: www.veranstaltungen.cducsu.de

 


 

 

Stadtführung einmal anders – "Oh Herr, bitte gib mir meine Sprache zurück"
mit Superintendent i.R. Reinhard Pappai am 25.1.2011

Hören Sie dazu das Lied der Gruppe Wise Guys mit dem Titel Denglisch

                           

Einen kurzweiligen Abend erlebte eine begeisterte Hörergemeinschaft, die der Einladung des Sprachrettungsklub/ OL. gefolgt war. Humorvoll und kritisch ließ uns Herr Superintendent i.R. Pappai einen Gang durch Bautzens Geschäftsstraßen nacherleben. Er stellte die berechtigte Frage: Was verbirgt sich hinter den englischen oder halbenglischen Firmennamen und Werbungen? –

Bei den Hörern löste sein Vortrag Schmunzeln und Nachdenklichkeit aus. Hinterfragt wurde, muss es ein „Service- point", ein „Styling- abend" oder ein „ Backshop" sein? Klingt es für unsere Ohren nicht vertrauter, wenn vom Früchtehaus, der Bäckerei oder Toms Kinderwelt zu lesen und zu hören ist. Oder welches Angebot eines Geschäftes verbirgt sich hinter „ biker boots mit Schnalle"?

Herrn Pappai und seinen Zuhörern drängte sich die Frage auf: Verstehen die Geschäftsleute und ihre Kunden die Werbetexte denn wirklich?-

Personen, denen die englische Sprache nicht geläufig ist, fühlen sich in der bunten, „modernen" Geschäftswelt fremd und ausgeschlossen.

„ Was ist möglich, was ist nötig, was ist gar unmöglich?" Dieses einseitige „Modernisierungsstreben" bedeutet ein Verhunzen unserer deutschen Muttersprache. Wie können wir uns gegen dieses Verhunzen wehren?- Sehr einfach!- Wir setzen Zeichen in unserer Stadt. Machen wir doch uns selbst Mut und fragen in den betreffenden Läden, was sich hinter diesen fremden Begriffen verbirgt und warum die vorhandenen deutschen Bezeichnungen verschmäht werden. Gehen wir aufmerksamer durch Bautzens Straßen und mit unserer Sprache um!
Text: Reingard Böhmer, Uta Reck
Fotos: Diethold Tietz



Justiz zum Schmunzeln
mit dem Landgerichtspräsidenten Konrad Gatz am 28.September 2010


Der altehrwürdige Schwurgerichtssaal zu Bautzen hat in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte gewiß schon manch Tragisches gesehen und gehört, aber der Abend des 28. September 2010 ließ ihn staunend eine nicht alltägliche Nuance deutscher Rechtssprechung erleben.

Der Landgerichtspräsident Konrad Gatz verführte die etwa 90 Besucher meisterhaft in die Gefilde einer „Justiz zum Schmunzeln".  In überaus unterhaltsamer Art brachte er authentische Auszüge aus dem schillernden Prozessgeschehen von einst und jetzt zu Gehör. Da blieb kaum ein Auge lachtränenleer.

Gatz wies einleitend darauf hin, daß Humor nicht gegen deren Verursacher gerichtet sein darf: Menschen sollten nicht erniedrigt, mißachtet oder zum Opfer billigen Klamauks gemacht werden. Im Gegenteil: Eine gewisse Bauernschläue und der Schalk im Nacken haben gar manch sympathisch Menschliches. In einem Beitrag bewies er, daß er sich auch vor entwaffnender Selbstironie nicht scheut.

Die Mitglieder des einladenden Sprachrettungsklubs Bautzen und die zahlreichen Gäste erlebten, daß die Justiz nicht nur ein Metier ist, das man am besten aus unbeteiligter Ferne verfolgt, sondern das auch viel Menschliches, Bürgernahes in sich trägt.

Das herzliche Dankeschön an Konrad Gatz sei mit einer großen Bitte verbunden: Wenn Sie eines fernen Tages Ihre Amtswürde mit dem wohlverdienten Ruhestand tauschen werden, mögen Sie doch bitte den reichen Fundus Ihrer gesammelten juristischen Schmunzeletten der dankbaren Nachwelt in Buchform erhalten. Und bis es soweit ist, wären doch erste  Leckerbissen im alljährlich erscheinenden „Oberlausitzer Hausbuch" des Lusatia-Verlages ein willkommener Vorgeschmack.

 

 

Text : Diethold Tietz
Foto: Privat


Pressegespräch zum Tag der deutschen Sprache 01.09.2010


Im Vorfeld des diesjährigenTages der deutschen Sprache (11. September) empfing der SRK-Vorstand vier Vertreterinnen lokaler Zeitungen zum Pressefrühstück. Die Ergebnisse dieses Informationsgesprächs werden in Kürze hier unter Pressemitteilungen veröffentlicht. Frühstück


Im lockeren Gespräch(von links): Kerstin Unterstein (Mitteilungsblatt), Constanze Knappe (für Serbske Nowiny), Carmen Schumann (für Sächsische Zeitung), Sieghard Kosel (stellv. SRK-Vorsitzender). Nicht im Bild: Katja Starke (Wochenkurier)


Text und Foto: Diethold Tietz

 





Sorben referierten in Köthen

 

Die "Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V." veranstaltete kürzlich den 4. Köthener Sprachtag. Der "Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V." hatte angeregt, die diesjährige Veranstaltung dem Thema "Frühkindliche Bilingualität" (zwei- und mehrsprachige Erziehung) zu widmen. Ludmila Budar Zu den Hauptreferenten zählten Ludmila Budar (Untersuchungsergebnisse zum bilingualen Spracherwerb von Kindern in der sorbischen Lausitz) und Dr. Georg Brankatschk (Erkenntnisse aus der Hirnforschung für das Lernen). Die fast 100 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands und aus Österreich verfolgten den Ausführungen der beiden Sorben mit großem Interesse. Die anschließende Diskussion (Moderation: Diethold Tietz), zeugte von hohem Interesse  und großer Bewunderung für die geschilderten Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse. Auch die kurze und einprägsame Einführung von Budar in Lebensraum und Kultur der Sorben war von hohem Stellenwert, zumal viele der Anwesenden davon bisher wenig oder keine Kenntnis hatten. Es wurde vom Veranstalter und von zahlreichen Teilnehmern eingeschätzt, dass beide Referenten in hohem Maße zum erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung beigetragen hatten.
Diethold Tietz
22.August 2010
  
Foto: Autor

 

 



Straße der deutschen Sprache 20.06.2010

Thomas Paulwitz, Chefredakteur der „Deutschen Sprachwelt“, stellt seine Vision von einer „Straße der deutschen Sprache“ vor, die zunächst Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen miteinander verbinden soll. Im Rahmen einer breiten Diskussion verpflichtet sich der SRK, zielführende Gespräche mit OB Christian Schramm und Trägern der sorbischen Sprache und Kultur zu führen.

Schild klein  


Tag der Vereine zum "Bautzener Frühling" am 29. Mai 2010

 

Bautzener Frühling 2010
Wie alle Jahre wieder mischte sich der SRK unter die Vereine, die an Infoständen, bei Bühnenauftritten und in anderer Form über ihr Wirken berichteten...
Bei in diesem Jahr seltenen Sonnenschein hatte unser Stand in unmittelbarer Nähe des Bautzener Simultan-Doms den gewohnten erfreulichen Zuspruch, besonders bei der Umfrage: "Ich liebe die deutsche Sprache, weil ..."

Foto: SRK

 

 

 

 

 


Lesung mit Annelies Schulz am 16. Mai 2010

 

Im überfüllen Kleinen Saal des Bautzener Burgtheaters erlebte die Saison 2009 / 2010 der Veranstaltungsreihe “Literatur vor Mittag“ einen würdigen Höhepunkt. Es war nicht nur die 66. Veranstaltung dieser Reihe, die mit viel Sachverstand und Liebe vom DSVTh (in Person der Dramaturgin Eveline Günther) und dem Chef des Lusatia-Verlages Dr. Frank Stübner die Zeiten überdauert. Die Autorin wunderschöner Heimatliteratur konnte und wollte auch ihre bisherige Zugehörigkeit zum Bautzener Sprachrettungsklub nicht verleugnen. So erzählte Sie in Erinnerung an ihre drei Heimatorte, daß es kurioserweise in Neusalza einen City-Coiffure und einen City-Imbiß gibt, obwohl weit und breit keine City in Sicht ist. Nicht einmal Berlin hat eine City, sondern einen Alex und einen Ku’damm. Also folgert sie klug und weise: Wie wäre es in Neusalza mit einem „Friseur am Markt" und einer "Einkehr am Markt"?
Annelies Schulz

 

 

 

 

 


Michael Lorenz im Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V. zu Gast

 

Am 27.04.10 war der langjährige Schauspieler des Deutsch- Sorbischen Volkstheaters Bautzen Michael Lorenz im Sprachrettungsklub eingeladen. Er las Kostproben aus seinem Buch „ Theatergeschichten“ von 1413 – 1900. Mit Spannung lauschten die zahlreich erschienen Mitglieder und auch Gäste seinen Geschichten. Man merkte ihm seine Begeisterung für dieses Thema an. Der Funke sprang auf seine Zuhörer über. Das zeigten die Stille beim Hören und die anschließende Diskussion.

War es doch interessant, wie das Schauspiel in unserer Region auch für das einfache Volk seinen Anfang nahm. Die wechselvolle Geschichte und der Zeitgeist spielten im Theater Bautzens eine große Rolle. Die Sprache war das Bindeglied zum Volk. Die erste  Aufführung fand 1100 zur Bekehrung der „Heiden“ statt. Wer waren wohl diese Heiden? – 1513 kam es bei Aufführung einer Komödie zu einer Katastrophe. Viele Schaulustige wollten die Aufführung sehen und stiegen zu dem Zweck aufs Dach des Gewandhauses. Es kam zum Einsturz. 30 Tote und eine Anzahl Schwerverletzter wurden beklagt. 1722 trat die „Neuberin“ in Bautzen im 1. Schauspielhaus auf. Der Gründer war der Komponist Hering.

Viele großartige Schauspieler zog es nach Bautzen. Sie waren bei ihren Gastspielen begeistert vom Publikum. Es verhielt sich stets offen, war eicht zu begeistern und verfügte immer über viel Sachverstand. Diese Eigenschaft habe es sich bis zum heutigen Tage erhalten, so Michael Lorenz.

Es zeigte sich aber auch, knappes Geld, Inkompetenz von Geldgebern und Räten in der Geschichte brachten schwere Zeiten fürs Theater. Dieses Thema kennen wir heute sehr gut. Die Stiftung für das Sorbische Volk gab Geld für ein Gutachten aus. Es solle die sorbische von der deutschen Bühne getrennt werden. Das würde einschneidende Folgen für die Bikultur in unserer Heimat haben. Der Verfasser des Gutachtens kennt weder die Geschichte der Lausitz, noch hat er Erfahrungen mit Theaterkunst. Es käme zu einer Katastrophe, wenn nicht gar zum Untergang unseres schönen Theaters. Das darf nicht geschehen.

Den 1. Teil des Buches seiner „Theatergeschichten“ hat Michael Lorenz abgeschlossen. Am 2. Teil arbeitet er noch. Leider geht es ihm wie allen Kunstschaffenden, zum Veröffentlichen fehlt das Geld.

Der Kreis vom Dienstag dieser Woche fand die Ausführungen von Michael Lorenz sehr spannend und er begeisterte. Mit Akribie und großem persönlichen Engagement trug er alle diese wunderbaren, geschichtlichen Tatsachen zusammen. Wir wünschen uns, dass sich Sponsoren finden und die Bautzener ihre lange Theatergeschichte in den Händen halten können, um sie auch ihren Kindern weiterzugeben. Nochmals herzlichen Dank für den schönen Abend.

Reingard Böhmer


Bericht vom SRK-Klubabend am 30. März 2010

 

 Missverständnisse, die aus der Sprache kommen Bautzen(CK/SN) Die Sprache ist die wichtigste Form der Kommunikation zwischen den Menschen, deshalb kommtes dabei immer wieder zu Missverständnissen . Das erklärte die Wissenschaftlerin Dr. Beate Brezan den Mitgliedern des

Sprachrettungsklubs Bautzen/Oberlausitz. Die Fähigkeit des Sprechens ist dem Menschen angeboren. Im Laufe der ersten sieben

Lebensjahre lernt er sich auszudrücken, die theoretischen Grundlagen dessen erkennt er erst später. „ Die Sprache selbst ist ein System von Tönen und Zeichen und ihrer Verbindungen. Damit sich die Leute verstehen können, existieren Regeln für den sinnvollen Satzbau“, sagte die Referentin. Ungeachtet dessen kommt es immer wieder zu Missverständnissen, die nicht nur aus der individuellen Beherrschung der entsprechenden Sprache kommen. „ Missverständnisse erwachsen oft aus der verkehrten Interpretation dessen, was der andere ausdrückte.“ Außer des verbalen Inhalts beeinflusst auch die Mimik, Gestik und vor allem der Unterton der Stimme die Kommunikation. Bei einem schwierigen Thema spürt der Gesprächspartner die innere Unruhe durch die Motorik der Stimmbänder des Redners. Die vermeintliche sachliche Diskussion wird mit dem Vibrieren der Stimme bis zum Streit gesteigert. Mit vielen Beispielen zeigte Dr. Brezan auf, wie man „im Wesen der Sprache“ verankerten Missverständnissen entgegen wirken könne. Die Bautzener Sprachretter werden sich an der interkulturellen Woche im September beteiligen, die von der Ausländerbeauftragten des Kreises Bautzen, Anna Pietak-Malinowska initiiert wurden. Ihr Thema wird der Wert der Mehrsprachigkeit sein und weshalb dies zugleich zum Vorteil der Muttersprache ist. 

Aus: Serbske Nowiny vom 31.03.2010
Autorin: Constanze Knappe
Übersetzung: Sieghard Kosel 

 

 


DSW berichtet über Konrad Zuse

 

Anläßlich der "ersten vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren, in binärer Gleitpunktrechnung arbeitenden Rechenanlage" veröffentlicht die Deutsche Sprachwelt in ihrer Sommer-Ausgabe 2010 einen Bericht zum Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Forscher-Persönlichkeit. Dabei wird seine wichtige Lebensstation Hoyerswerda besonders im Mittelpunkt stehen.


Bild: DSW-Mitarbeiter Diethold Tietz im Gespräch mit Horst-Dieter Brähmig, Oberbürgermeister a. D. und Vorsitzender des "Konrad-Zuse Forum Hoyerswerda e.V."

13.03.2010 - Leipzig

„SRK auf Buchmesse in Leipzig“


Auch in diesem Jahr waren zwei Mitglieder des Sprachrettungsklubs in Leipzig zur Buchmesse im Einsatz. Am Stand der Zeitschrift„Deutsche Sprachwelt“ vertraten Diethold Tietz und Marion Schleyer unser Anliegen.


Der positive Zuspruch der Besucher hat deutlich zugenommen. Gern beteiligten sich Interessenten an der
Aktion „1 000 Gründe für die deutsche Sprache“.

Diese Gründe können Sie hier nachlesen


30.01.2010 - Hoyerswerda

"Markt der Möglichkeiten"

Markt der Möglichkeiten 2010

Der Markt der Möglichkeiten war auch in diesem Jahr eine willkommene Gelegenheit, dass wir uns mit unserem Anliegen in der Öffentlichkeit präsentieren konnten. Viel Zuspruch gab es zur Befragung "Ändert sich der Sprachgebrauch?" (s. Bild)


Markt der Möglichkeiten 2010 Der meist dicht umlagerte Stand erbrachte viele Gespräche mit alten Bekannten und interessierten Neulingen.


Die ausgewählten Bildtafeln des Werbetext-Wettbewerbs (Aktion Deutsche Sprache, Hannover/Rossmann-Centaur) fanden viel zustimmendes Interesse.



29. September 2009 - Tschechische Sprachpflege vom Mittelalter bis heute

 

Prof. Udolph
Prof. Ludger Udolph setzte seinen im Mai begonnen Vortrag fort. Dazu ein Beitrag von Rudolf Erler:

Leben Sprachretter gefährlich?

 Man könnt' sich ja auch manchmal aufregen über heutigen Sprachunfug, bis der Kreislauf kollabiert. Oder sich totlachen.
Dem vorgebeugt hat der Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz durch seine Arbeitsmethode der "fröhlichen Aggressivität" beim Anprangern von Denglisch und anderen Verstümmelungen der deutschen Sprache. Und gelegentlich ist ein Blick über den Tellerrand, sprich über die Ländergrenzen, ganz hilfreich.
So luden wir uns zu einem Vortrag über "Tschechische Sprachpflege vom Mittelalter bis heute" Prof. Dr. Ludger Udolph vom Institut für Slawistik der Technischen Universität Dresden ein. Der in der Nähe von Bautzen wohnende, seit 1992 in Dresden lehrende Westfale mit sächsisch-schlesischen Wurzeln zog schon nach wenigen Sätzen mit interessanten Inhalten und seiner Vortragskunst die Zuhörer in seinen Bann.
So wurde uns unter anderem bewusst, dass das doch recht kleine Sprachvolk der Tschechen über Jahrhunderte einen immerwährenden Kampf um den Erhalt seiner Sprache führen musste. Wir zittern und zetern heute schon, wenn wissenschaftliche Vorträge auf deutscher Bühne auf Englisch gehalten werden. In Böhmen sprach man bis zum 13. Jahrhundert Tschechisch nur auf dem Lande, sonst herrschte Latein und Deutsch vor. Wussten Sie, dass König Wenzel eigentlich kein Tschechisch konnte? Seine persönliche Bibel war in Deutsch geschrieben. Trotzdem kamen immer wieder einflussreiche Personen oder Vereinigungen zum Zuge, die die Übermacht des Deutschen zurückdrängen konnten. Eine Schlüsselrolle nahm die Kirche ein, die von den Geistlichen die Abhaltung der Gottesdienste in Tschechisch forderte.
Böhmen und Sachsen, Ursprungsländer starker reformatorischer Bewegungen, tauschten Geisteswissenschaftler aus. Mit den Habsburgern wendete sich in Böhmen aber wieder das Blatt. Und bei all dem Hin und Her ging es jedesmal um Kopf und Kragen! Wohl dem, der sich in mehreren Sprachen auskannte. Die jüngere Geschichte mit den markanten Jahreszahlen 1918, 1938 und 1945 hat ebenfalls viele Schauplätze zu diesem Thema.
Kleine persönliche Reminiszenz: Ich lebe nun schon über sechzig Jahre nur gute 20 km von Böhmen entfernt und kann kein Tschechisch! Beschämend! Als Sprachretter könnte ich aber viel von unseren südlichen Nachbarn lernen.


12. September 2009 - Tag der deutschen Sprache

Unsere Festveranstaltung in Bautzen

Liebe Sprachfreunde,
diese kleine Reminiszenz von der bunten Veranstaltung zum TdS am Sonnabend Vormittag soll allen, die nicht dabei sein konnten, einen kleinen Eindruck verschaffen. Den Anwesenden sei sie eine kleine Erinnerung.
Die anderthalb Stündige Veranstaltung - der Zeitplan wurde punktgenau eingehalten (!)- im Haus der Sorben war im wahrsten Sinne des Wortes bunt und vielfältig. Nach einer kurzen Begrüßung durch den SRK-Vorsitzenden spannte Sieghard Kosel, stellvertretender Vorsitzender, in seinem "Wort zum Tage" den sprachlichen Bogen mit journalistischer Prägnanz von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, dabei den kulturellen Wert wie auch die politische Beeinflussung und Beeinflußbarkeit von Muttersprachen, unterstreichend. Dabei bediente er sich historischer Zeitzeugen wie Ludwig Börne und F.C. Weiskopf, die bis heute kaum an Aktualität eingebüßt haben. Er verwies auf die jüngste Veröffentlichung der Deutschen Sprachwelt zum unterschiedlich akzentuierten Eintreten der im Bundestag vertretenen Parteien für die deutsche Sprache in Wahlprogrammen wie in der Realität. Und auch dieses zumeist verhaltene Engagement ist wohl nur deshalb überhaupt vorhanden, weil inzwischen 78 % der Deutschen fordern, mehr für die Sprache zu tun. Nicht zuletzt auch der Sprachrettungsklub steht für die Kritik am unbefriedigenden Stellenwert der deutschen Sprache und verweist auf die ebenso vielfältigen wie offenkundigen politisch-kulturellen Ursachen dieser Fehlentwicklung.

Majak-Tänzerin Die beliebte Bautzener Schauspielerin Janina Brankatschk las kurze Passagen von Kunze, Brecht und Lessing. Dem SRK-Motto von der "Fröhlichen Aggressivität" geschuldet durfte auch eine Huldigung des zu Unrecht viel geschmähten sächsischen Dialekts nicht fehlen. Die meisterhaft vorgetragene Säk'sche Ballade "Begasus im Joche" der unvergessenen Lene Voigt sorgte für ungebremste Heiterkeit. Zum Abschluß dieses Programmteils "Kurzer Streifzug durch die deutsche Literatur" las Frau Brankatschk die "heimliche Hymne" der Sprachretter: Erich Kästners "Sogenannte Klassefrauen". Natürlich geht es uns dabei nicht um Frauen-Diskriminierung, sondern im übertragenen Sinne um die Lächerlichkeit denglischer Sprach-Modetorheiten.
Den Abschluß des thematischen Teils gestaltete Mirko Brankatschk, ebenfalls ein sehr erfolgreiches Mitglied des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters. Unter dem Motto "Zwei Sprachen in einer Region". Der Sorbe zeigte anhand eines sorbischen Liedtextes in sehr anrührender Weise, welche tief verborgene Werte in einer Muttersprache stecken. Zum Teil nicht übersetzbar, aber fühlbar für andere und verstehbar für Fühlende. In der gefühlsbetonten Art dieser sprachlichen Offenbarung steckte viel Herzblut. Vielleicht war es gar der Höhepunkt des Tages, als auf Zuruf des ebenfalls anwesenden Theaterintendanten Lutz Hillmann Sohn und Mutter Brankatschk dieses Lied anstimmten, sogleich begleitet von einigen der Zuhörer.

Majak-Tänzerin Nicht zu vergessen seien die tänzerischen Einlagen von jungen Talenten des Vereins "Leuchtturm-Majak". Die 13 Mädels zwischen 4 und 12 Jahren begeisterten das Publikum mit Tänzen aus aller Welt. In ihren farbenfrohen, vom Verein selbst geschneiderten Kostümen verzauberten sie mit zum Teil sehr hoher Qualität ihrer Darbietungen. Aber auch das Küken der Veranstaltung löste beim Kükentanz Beifallsstürme aus. Bemerkenswert: Obwohl zeitgleich in Borna der Aussiedlertag stattfand, an dem der Verein mit einer großen Kulturgruppe teilnahm, ermöglichte der Verein diesen Auftritt bei den Sprachrettern. Selbst die gute Seele des Vereins, Valentina Neuwert, verzichtet auf Borna und entschied sich für unsere Veranstaltung. Dafür unser ganz besonderes Dankeschön.


Diethold Tietz
Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V.


Fotos: SRK

 


27. Juni 2009: Klub-Besuch auf Jurij Brezans Anwesen und Beno Budars "Literaturscheune" in Horni Hajnk (Dreihäuser)

 

 Frau Dr. Beate Brezan las aus dem letzten Buch Ihres Schwiegervaters, des sorbischen Schriftstellers Jurij Brezan und lud dann zu einer Begegnung mit den Wohnräumen des Dichters ins Haus. Auch im Garten genossen wir authentisch seine Worte.
Frau Brezan liest Wohnhaus

An schließend luden uns Beno Budar und seine Frau Ludmilla in ihre "Literaturscheune" ein. Ihr Wirken für die Förderung der sorbischen Sprache rief Bewunderung hervor.

Beno Budar Ludmilla Budar

Herzlichen Dank an unser Klubmitglied Sieghard Kosel für die Vermittlung dieses besonderen Erlebnisses.
Fotos:SRK


Liebe Sprachfreunde,

 

Bautzener Frühling 2009


wie alle Jahre wieder mischte sich der SRK unter die (diesmal 80) Vereine, die an Infoständen, bei Bühnenauftritten und in anderer Form über ihre Wirken berichteten...
Bei herrlichem Sonnenschein hatte unser Stand in unmittelbarer Nähe des Bautzener Simultan-Doms den gewohnten erfreulichen Zuspruch. Unser "Heiteres Sprachquiz" war diesmal das besondere "Bonbon". Die mehr als 60 Mitmacher (von 12 Jahren aufwärts) übertrafen unsere Erwartungen - sie alle hatten viel Spaß mit unseren Bilderrätseln.
Foto: SRK
Weitere Themen waren die Aktion "SALE", "Deutsch ins Grundgesetz", zahlreiche Sprachdiskussionen, aber auch die Unterstützung des SRK (und Kandidatur eines Mitglieds) für die Wählervereinigung "PEGASUS", die in zwei Wochen erneut zur Stadtratswahl antritt. Der Bürgermeister (OB war zur Präsidentenwahl in Berlin) lobte bei seinem Rundgang besonders unsere Schautafel "Bautzen in "Deutsche Sprachwelt"".

Bautzener Frühling 2009

Meinbesonderer Dank gilt dem Einsatz der Sprachretter bei der Standbetreuung. Obwohl unsere Mitglieder von Berlin über Hoyerswerda, Zittau, Görlitz bis Apolda ansässig sind, beteiligten sich mehr als 25%!
Herzliche Grüße
Diethold Tietz
Foto: Heinze





PS: Wer das Quiz nachnutzen möchte, möge mir das bitte kund tun - ich möchte zuvor einen Urheberverweis ergänzen. Übrigens gab es schon Nachfragen von Lehrern zur Nutzung im Unterricht.


31.01.2009 - Hoyerswerda -

"Markt der Möglichkeiten"

 

Markt der Möglichkeiten 2009




Der Markt der Möglichkeiten war auch in diesem Jahr eine willkommene Gelegenheit, dass wir uns mit unserem Anliegen in der Öffentlichkeit präsentieren konnten. Viel Zuspruch gab es zur Unterschriftensammlung "Deutsch ins Grundgesetz" (s. Bild) und die neue Aktion für gute Werbesprüche (Aktion Deutsche Sprache, Hannover/Rossmann-Centaur).




2. Februar 2008 - Hoyerswerda

"Markt der Möglichkeiten"

 

am vergangenen Sonnabend war wieder ein voller Erfolg für den SRK und unser aller Sprachanliegen. Der meist dicht umlagerte Stand erbrachte viele Gespräche mit alten Bekannten und interessierten Neulingen. Auch die lokale Politprominenz war zugegen. Die ausgewählten Bildtafeln des Geschäftsnamen-Wettbewerbs (Aktion Deutsche Sprache, Hannover/Rossmann-Centaur) fanden viel zustimmendes Interesse.


30. Oktober................117. Klubabend

Auch der MDR informierte:

Thomas Paulwitz aus Erlangen, Schriftleiter der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“, war bei uns zu Gast.

Thomas Paulwitz

Er stellte die in Köthen/Anhalt wiedergegründete Neue Fruchtbringende Gesellschaft vor, in deren Vorstand er und unter anderen unser Vorsitzender Diethold Tietz ist. Eine fast 400jährige Tradition wird auf qualitativ höherer Stufe fortgeführt unter dem Motto: „Alles zu Nutzen – allen zu Nutzen“.
Auch erläuterte er das Vorhaben der Gesellschaft, ein Haus der deutschen Sprache in Köthen einzurichten. In der Diskussion kam der Gedanke auf, dass Bautzen auch ein besonderer Ort für ein solches Haus wäre, sogar mit Garten- oder Nachbarhäusern für Sorbisch, Tschechisch, Polnisch."
Foto: SRK

 

 


 

Tag der deutschen Sprache in Köthen strahlt immer noch aus


From: Dr. Cornelius Sommer
To: barbarabalzer@web.de
Cc: sprachrettungsklub@web.de ; diethold.tietz@t-online.de
Sent: Wednesday, October 17, 2007 12:59 PM
Subject: 'Sprache im Dienst'

Lieber Herr Dr. Balzer,
abermals möchte ich Ihnen im Namen des Hauses der deutschen Sprache für die freundliche Genehmigung zur Übernahme Ihres großartigen Vortrags/Artikels danken (und dem Sprachrettungsklub dafür, dass ich durch den in Köthen verteilten Text überhaupt erst auf ihn aufmerksam geworden bin). Inzwischen steht der Text den Gästen des HDS zur Verfügung. Wenn man sich bei Haus der deutschen Sprache einwählt und dann "Deutsch in der Welt" anklickt, findet man ihn.

Mit den besten Grüßen, Ihr
Cornelius Sommer.

Zur schnellen Information hier das Vortragsthema und einige Stichpunkte:

Untersuchungen zur "offiziellen" (durch die SED und den Staatsapparat) regulierten Sprache der DDR


Sprache der Agitation
Sprache der Polemik
Der Untergang der Sprache im Dienst Ende 1989-1990

Diesen Vortrag hat Dr. Balzer auf der Bundesdelegiertenkonferenz des Vereins Deutsche Sprache 2002 in Bautzen gehalten. Das Haus der deutschen Sprache dankt ihm für die Genehmigung zur Übernahme des Textes und dem "Sprachrettungsclub Bautzen/Oberlausitz e.V." (www.sprachrettungsclub.de) für die Vermittlung.


Bautzener Sprachretter zum Tag der deutschen Sprache in Köthen

 

Liebe Sprachfreunde,
den diesjährigen Tag der deutschen Sprache am 8./9. September verbrachten bekanntlich M. Schleyer und D. Tietz in Köthen, dem Gründungsort der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft.

Stand des SRK Am Vormittag (3 Stunden) unterhielten wir gemeinsam mit drei weiteren Spachvereinen, dem IFB-Verlag und der DSW-Redaktion im Zentrum Köthens Informationsstände. Der Andrang an unseren Ständen war überschaubar. Das war sowohl dem schlechten Wetter als auch anderen Faktoren geschuldet.

Die Ihnen bereits angekündigte Befragung, ob sich die Alltagssprache in Ostdeutschland seit 1989 verändert habe, brachte ein eindeutiges Ergebnis:
positiv (1) - negativ (29) - gar nicht (0).
Ein Drittel der Befragten waren Westdeutsche.

Höhepunkt des Tages war die Abendveranstaltung, in deren Mittelpunkt die "Rede zur Sprache" des Schriftstellers Reiner Kunze stand. Dies war ein eindrucksvolles und engagiertes Bekenntnis zum Stellenwert der Sprache(n) und ein Plädoyer gegen die sprachverachtende und sprachzerstörerische Rechtschreibreform. Diese bedeutende Rede wird in der nächsten Ausgabe der DSW enthalten sein. Auszüge könnte ich auf Wunsch zum September-Klubabend vorstellen. Reiner Kunze wurde zum ersten Ehrenmitglied der NFG ernannt.

Die zehn Sieger und Platzierten des vom SRK angeregten Schüler-Sprachwettbewerbes wurden ausgezeichnet und trugen ihre Arbeiten vor. Die Quantität war beträchtlich (mehr als 200 Einsendungen), die Qualität ebenso beeindruckend, wie wir das aus Bautzen kannten.

Die Veranstaltung wurde umrahmt von gelungenen musikalischen und tänzerischen Darbietungen aus der Barockzeit. Die Aufführenden waren Schüler und Lehrer eines Köthener Gymnasiums.

Mit besten Grüßen
Diethold Tietz

Foto: SRK


Unser Internetauftritt, was kann verbessert werden? Zuarbeit durch Klubmitglieder erwünscht.
Neues von der NFG: Unser Auftritt zum Tag der deutschen Sprache am 8. September in Köthen. Ideen für eine neue Fragebogenaktion zusammentragen.
Gedankt wurde unserem Mitglied Sieghard Kosel für seinen Artikel in der "Deutsche Sprachwelt":


30.Juni....................113. Klubabend

Wochenendfahrt nach Jelenia Gora zum G.-Hauptmann-Haus

Hier klicken zum Herunterladen des Reiseberichts von Herrn Dr. Balzer


Eine umbrauste Sprachinsel

 Sorben sprechen unverdorben und zeigen: Identität wahren heißt Sprache schützen


Tag der Vereine zum 1005. Bautzener Frühling - Pfingsten 2007

Traditionell errichteten wir einen Stand zum Tag der Vereine, diesmal auf der Inneren Lauenstraße. Im Mittelpunkt unserer Offerten stand das vernebelnde Politikerdeutsch, Klartext von uns gleich daneben. Am Nachmittag besuchte unseren Stand der Bautzener OB Chr. Schramm.


"16.Markt der Möglichkeiten" am 3. Februar 2007 in Hoyerswerda


R. Gerlach am Stand des SRK

Seit sieben Jahren ist dieser vielbesuchte Vereinstreff am ersten Februarsonnabend in der Lausitzhalle ein Muss für Bautzens Sprachretter. Der Stand war wie jedes Jahr von Reinhard Gerlach ausgezeichnet ausgestaltet worden. Neben dem neugewählten und dem jüngst in den Ruhestand getretenen Oberbürgermeistern sorgten viele "Stammgäste" und auch zahlreiche neue Interessenten dafür, dass der Stand zumeist dicht umlagert war.
Fotos: SRK

D.Tietz am Stand des SRK Wir informierten, diskutierten und orientierten. Besonders erfreut waren die Besucher darüber, dass ein rekonstruiertes Geschäfts- und Wohnhochhaus nicht wie "angedroht" die Bezeichnung "Lausitz-Tower" erhielt, sondern nun "Stadtpromenade 11" heißt. Die Sprachretter hatten vor Jahresfrist mit einer Unterschriftenaktion und der Bitte um Namensvorschläge hierzu den Ausschlag gegeben. Neben verschiedenen Informationsmaterialien und dem beliebten Sprachretterkuli fand besonders die "Deutsche Sprachwelt" großes Interesse und zahlreiche Abnehmer.
Diethold Tietz


Rettet die deutsche Sprache

 


Frau Dr. Opitz bei ihrem Vortrag im SRK am 24. Okt. 2006

Hier klicken zum Herunterladen des Konspekts des Vortrags




 


Kleines Glas, große Wirkung

 

Mit einem Glas Bautzener Senf schaffte es der Sprachrettungsklub Bautzen/Oberlausitz e.V., Bastian Sick, die Rechtschreib-"Konifere" (O-Ton Sick), zu einer Lesung ans Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen zu locken. Davon, dass sich dieser Einsatz gelohnt hat, konnten sich am 22. September 2006 über 200 Sprachbegeisterte überzeugen.Zwei Stunden lang las Bastian Sick aus "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", Teil 1 und 2, und stellte auch einige seiner neuen Kolumnen vor. Imperfekt, Imperativ, der Anglizismen-Wahn und verdrehte Sprichworte - Sick nahm sein Publikum mit auf eine Reise quer durch die Untiefen der deutschen Grammatik und Orthographie. Dies tat er aber keinesfalls oberlehrerhaft mit erhobenem Zeigefinger, sondern als sympathischer Sprachliebhaber, bei dem sich auch selbst mal ein Rechtschreibfehler einschleicht. Witzig und locker wie seine Bücher ist auch Bastian Sick selbst auf der Bühne.

Stilblüten wie die Werbung eines Schützenvereins ("Werde Mitglied, lerne schießen, treffe Freunde") oder die Sprachgewandtheit eines Sportreporters, der Jan Ullrich mit "Fliegen und Fahnen" untergehen sah, ließen das Publikum aus dem Lachen nicht mehr herauskommen. Höhepunkt des Abends war Sicks gesangliche Einlage, bei der er Peter Alexander und Mireille Mathieu parodierte.
Im Anschluss an die Lesung zeigte sich Bastian Sick als Star zum Anfassen: Im Foyer des Theaters signierte er seine Bücher und Poster und ließ sich sogar mit uns, seinen größten Anhängern, fotografieren.
Foto: SRK

Allen Sick-Begeisterten, die schon jetzt wie wir an Entzugserscheinungen leiden, sei gesagt: am 01. Dezember erscheint der dritte Teil von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" und im kommenden Jahr macht er mit "Die große Bastian Sick Schau" Halt in Dresden. Auch Bautzen, so hat er versprochen, wird er in naher Zukunft wieder besuchen. In diesem Sinne, liebe Sprachfreunde: "Ewig währt am längsten!".
Zwei Medien-Studentinnen, Mitglieder im SRK Bautzen/Oberlausitz


Bautzener Sprachretter knüpfen Kontakte zum Museum "Gerhart-Hauptmann-Haus" in Jelenia Góra

Juni 2006: Bald könnte es im Veranstaltungskalender des "Gerhart-Hauptmann-Hauses" in Jagniatków, dem Städtischen Museum der Partnerstadt von Bautzen Jelenia Góra, und im Veranstaltungsprogramm des Sprachrettungsklubs Bautzen / Oberlausitz gemeinsame Vorhaben geben. Die Direktorin des Gerhart-Hauptmann-Museums Julita Cieslikowska- Ryzy und die Vorstandsmitglieder des Oberlausitzer Vereins Diethold Tietz, seit Gründung vor 8 Jahren dessen Vorsitzender, der Zittauer Wissenschaftler Dr. Albrecht Balzer und der sorbische Publizist Sieghard Kosel kamen in der Villa Wiesenstein überein, gemeinsame Projekte von Museum und Verein in ihre Arbeit aufzunehmen.


Das " Gerhart-Hauptmann-Haus", jene Villa am Rande von Jelenia Góra, in der der bekannte deutsche Schriftsteller Gerhart Hauptmann von 1901 bis zu seinem Tode im Jahre 1946 lebte, bietet mit Seminaren, Vorträgen und anderen vielseitigen Veranstaltungen vorzügliche Möglichkeiten für eine grenzüberschreitende und auch das sächsische Dreiländereck einbeziehende Vermittlung von Wissen über den Nobelpreisträger des Jahres 1912.
Foto: SRK

Die Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union sollte nicht nur als oft gepriesene Chance auch auf dem Gebiet des Kulturaustausches gesehen werden, sondern vor allem von den Kulturschaffenden als besondere Verpflichtung und Herausforderung verstanden werden", betonte die Direktorin des polnischen Museums. Frau Julita Cieslikowska-Ryzy sprach sich dafür aus, die künftige Zusammenarbeit als Beitrag zur Pflege und Festigung der Partnerschaft zwischen Jelenia Góra und Bautzen zugunsten der Bewohner beider Partnerstädte zu gestalten. Zudem sollten die Veranstaltungen das keine hundert Kilometer von Bautzen entfernten Haus auch in der Oberlausitz bekannt machen, meinten die Oberlausitzer Sprachpfleger. "Unsere Bautzener Beziehungen zur polnischen Partnerstadt sind recht umfangreich, doch die enge Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus brächte einen weiteren und wertvollen Gewinn", äußerte Vereinsvorsitzender Diethold Tietz.


Bautzen ist bunt

Unter diesem Motto fand in Bautzen am 8. April 2006 ein großes und gut besuchtes Bürgerfest statt. Es war die Antwort auf einen geplanten Nazi-Aufmarsch, der jedoch glücklicherweise in letzter Minute verboten wurde.

Wir stellten den Sprachretter-Infostand unter das Motto: „Deutsche Sprache und Kultur gehören zu uns, Nazis aller Sprachen nicht!

Rund 50 Besucher beteiligten sich an unserer Umfrage, in welchem Umfang die Mitglieder des Bundestages auf die bereits hier beschriebene „Sprach-Verpflichtungserklärung“ reagieren werden. Nach Einschätzung der Befragten werden rund 22% unserer höchsten Volksvertreter dieses Zeichen für unsere Muttersprache setzten. Die Bandbreite der Erwartungen reichte von beinahe 40 % der Fraktion „Die Linke“ bis reichlich 10 % der FDP-Abgeordneten.

Momentan hinkt das reale Ergebnis diesen Erwartungen noch deutlich hinterher. Warten wir ab, ob sich der Rücklauf noch deutlich verbessert, oder ob unsere gewählten Spitzenpolitiker ein weiteres Mosaiksteinchen zur allgemeinen Parteiverdrossenheit hinzufügen werden.


Buchmessiges

126.000 Besucher zählte man auf Leipzigs Buchmesse vom 16. bis 19. März 2006. Das waren 18.000 mehr als im Jahr zuvor! Nicht alle fanden den Stand der Deutschen Sprachwelt (DSW), denn er war abseits der großen Besucherströme versteckt. Der Sprachrettungsklub durfte an diesem Stand auch seinen (Bautz’ner) Senf dazugeben. Das geschah mit Eifer, mit Präsentation unseren brandneuen Internet-Seite und mit einem unübersehbar lockenden Blickfang, passend zum Titelthema der Deutschen Zeitschrift: „Erst sprachlos – dann arbeitslos“.
Und was wären wir ohne Rede- und Antwortspiel? Also wollten wir vom erlauchten Publikum wissen: Welche Bundestagsfraktion wird bei der „Selbstverpflichtung zu gutem Deutsch“ (aktuelle DSW) die Nase vorn haben und wer wird mit der Roten Laterne hinterher zockeln? Das Stimmungsbild von 144 Befragten weist aus: Die CDU/CSU wird mit rund 27% zur Muttersprache stehen, gefolgt von den Linken (25%), der SPD (24%) und den Bündnisgrünen (22%). Der FDP wird mit nur 19% als Muttersprachmuffel Nummer eins klassifiziert. Soweit die Erwartung des Wahlvolkes. Wir sind gespannt, ob uns die Damen und Herren Volksvertreter eines Besseren belehren werden. Warten wir also gespannt auf die Rücksendung ihrer Verpflichtungserklärungen!